Absatzkrise: Renault verliert überraschend Vize-Chef

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Absatzkrise: Renault verliert überraschend Vize-Chef

Inmitten der schwersten Absatzkrise seit Jahrzehnten verliert der französische Autobauer Renault überraschend seinen Vize-Chef und Leiter des operativen Geschäfts. Carlos Tavares werde sofort zurücktreten.

Der Portugiese möchte sich anderen persönlichen Projekten widmen, teilte Renault am Donnerstag mit. Details zur beruflichen Zukunft des 55-Jährigen nannte der Autobauer nicht. Von seinen Aufgaben als Stellvertreter von Renault- und Nissan -Chef Carlos Ghosn sowie als Chief Operating Officer (COO) wurde Tavares sofort entbunden. Das Unternehmen verlassen soll er nach Firmenangaben aber zu einem späteren Zeitpunkt. Die überraschende Ankündigung ließ erneut Spekulationen aufleben, dass Tavares seine Karriere bei einem US-Autobauer in der Pole Position vorantreiben könnte. Denkbar wären GM oder Ford.

Nach Informationen von hochrangigen Managern, mit denen Tavares zusammengearbeitet hat, wäre dieser für eine führende Rolle bei einem US-Autobauer bestens geeignet. "Wenn man zwischen Deutschland und USA wählen müsste, würde Amerika besser zu seinem Temperament und seiner Erfahrung passen", sagte ein Insider, der namentlich nicht genannt werden wollte. Tavares war vor seiner Rückkehr zu Renault im Jahr 2011 Chef von Nissan America.

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Die Spekulationen über einen Wechsel in die USA hatte er mit Interview-Äußerungen selbst befeuert. Am 14. August zitierte ihn die Agentur Bloomberg mit den Worten, er habe "Energie und Lust auf eine Position in der ersten Reihe", es sei aber unwahrscheinlich, dass er Ghosn in absehbarer Zeit nachfolge. "Meine Erfahrung wäre für jede Firma gut", wurde Tavares zitiert. "Warum nicht GM? Ich wäre geehrt, wenn ich eine Firma wie GM führen dürfte." Die Opel-Mutter GM hatte die Äußerungen von Tavares nicht kommentiert. GM-Chef Dan Akerson ist 64. Ford hat nach eigenen Angaben für alle wichtigen Posten Nachfolgepläne in der Schublade, auch für den 68-jährigen Chef Alan Mulally.

Am Donnerstag war von Opel und Ford zunächst keine Stellungnahme zu den Ereignissen zu erhalten. Ein Wechsel zu GM hätte für den französischen Rivalen PSA Peugeot Citroen vermutlich unmittelbare Folgen: Peugeot und GM unterhalten eine Allianz. Nach langer Durstrecke haben die französischen Autobauer zuletzt erste Zeichen einer Erholung ausgemacht. Renault hat einen rigiden Sparkurs eingeschlagen, um wieder in die Spur zu kommen. Renault-Aktien notierten bis zum Nachmittag 0,8 Prozent schwächer.

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