Aggressive Expansion: Uber will China erobern

Aggressive Expansion: Uber will China erobern

Mit viel Geld versucht Uber, sich in China festzusetzen. Teilweise zahle das US-Unternehmen den eigenen Fahrern, sogar mehr, als die mit ihren Fahrdiensten verdienen, berichtet nun die New York Times.

Der US-Fahrdienst-Vermittler Uber forciert laut einem Zeitungsbericht mit massivem Finanzaufwand seine Expansion in China. Um den umkämpften Markt zu erobern, zahle das kalifornische Unternehmen Fahrern in „halsbrecherischem Tempo“ Boni, die sogar den Fahrpreis überstiegen, berichtete die „New York Times“ am Montag unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Uber biete laut Insidern mittlerweile mehr als 100 000 Fahrten pro Tag in China an. Ende Mai habe das Unternehmen angegeben, im vergangenen Monat mehr als 60.000 Jobs dort geschaffen zu haben.

Warum Uber so umstritten ist

  • Was ist Uber überhaupt?

    Uber startete vor rund vier Jahren in San Francisco als Alternative zu Taxis, die in der kalifornischen Metropole notorisch schwer zu kriegen sind. Anfangs ging es nur darum, für etwas mehr Geld einen Chauffeur-Service mit Oberklasse-Wagen anzubieten. Inzwischen nutzt Uber seine Vermittlungsplattform auch für Dienste, bei denen Privatleute Fahrgäste mit ihren eigenen Autos mitnehmen können. Vor allem um solche Angebote entzünden sich die Streitigkeiten mit Taxi-Gewerbe und Behörden in verschiedenen Ländern.

  • Wie funktioniert Uber?

    Es ist eine Smartphone-App, wie man sie auch von den Taxi-Anwendungen kennt. Der Abholort wird automatisch ermittelt, der Kunde sieht die Uber-Fahzeuge in der Nähe. Der Fahrweg wird mit Hilfe von GPS berechnet, die Wagen kommen daher ohne Taxameter aus. Der Bezahlvorgang entfällt: Es wird einfach die bei Uber hinterlegte Kreditkarte belastet.

  • Was stört die Taxifahrer?

    Das Taxi-Geschäft überall ist vielen Regeln unterworfen. Es gibt Vorschriften für die technische Kontrolle der Fahrzeuge, die Überprüfung des Gesundheitszustands der Fahrer, spezielle Versicherungen und die Beförderungspflicht. Außerdem wird die Größe des Marktes über die Vergabe von Konzessionen eingeschränkt. So kann eine Taxi-Lizenz in New York mehr als eine Million Dollar kosten. Uber platzt mit seinen Dienstes in dieses über Jahrzehnte gewachsene Geflecht von Regeln und wirtschaftlichen Interessen.

  • Wie will Uber den Taxis Kunden abjagen?

    Beim ursprünglichen Chaufferdienst UberBLACK waren die Argumente vor allem der Komfort einer Smartphone-App, ein schickes Auto und die automatische Abrechnung. Bei den Mitfahrdiensten in Privatautos ist Uber aber auch günstiger als herkömmliche Taxis. So kostet der Service UberPOP in Hamburg einen Euro pro Kilometer bzw. 25 Cent pro Minute. Laut Hamburger Taxentarif zahlt man dagegen jeweils 2,20 Euro für die ersten vier Kilometer, je 1,90 für die nächsten fünf Kilometer und 1,40 ab dem 10. Kilometer.

  • Wie stehen deutsche Behörden zu Uber?

    Behörden und auch Landesregierungen sehen den Dienst skeptisch. In Berlin und Hamburg erließen die Behörden Unterlassungsverfügung gegen Uber. Gerichte erlaubtem dem Fahrdienst aber vorläufig die Weiterfahrt. In NRW erklärte ein Sprecher des Verkehrsministeriums zu Uber: "Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich bei den Fahrten um genehmigungspflichtige Personenbeförderungen." Über eine solche Genehmigung verfügen die Uber-Fahrer aber offenbar nicht. Das Verkehrsministerium warnt deshalb vor hohen Bußgeldern.

Uber, gegründet vor fünf Jahren in San Francisco, vermittelt Autofahrten über eine Smartphone-App. Die Firma ist mittlerweile in 310 Städten und 58 Ländern weltweit vertreten und wurde von Investoren zuletzt mit etwa 41 Milliarden Dollar bewertet. Uber eckt immer wieder an. Die aggressive Expansion ist der Taxi-Branche ein Dorn im Auge. Regulierer betrachten das Unternehmen mit Argwohn.

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