Aktien stürzen ab: Airbag-Skandal reißt Takata in die Tiefe

Aktien stürzen ab: Airbag-Skandal reißt Takata in die Tiefe

Das Image des Weltmarktführers Takata bleibt schwer ankratzt: Honda beendet die Zusammenarbeit, zudem droht dem Airbag-Hersteller in den USA eine Rekordstrafe. Takata-Aktien stürzten zeitweise um ein Fünftel ab.

Der Skandal um defekte Airbags trifft den weltgrößten Anbieter Takata mit voller Wucht. Mit Honda kündigte am Mittwoch der wichtigste Kunde die Zusammenarbeit auf. Die Verkehrssicherheitsbehörde in den USA kritisierte Takata mit harschen Worten. Es droht zudem eine Strafe von bis zu 200 Millionen Dollar. Die Takata-Aktien stürzten an der Börse zeitweise um 20 Prozent ab.

Honda betonte, tief besorgt über die Vorwürfe der US-Behörden gegen Takata zu sein. Die Airbags des japanischen Konzerns würden nicht mehr in Honda-Fahrzeuge eingebaut. Auf die technischen Probleme sollen Unfälle mit acht Toten und fast 100 Verletzten zurückgehen. In alle Todesfälle waren Honda-Fahrzeuge involviert.

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Das technische Problem kann dazu führen, dass die Airbags, die eigentlich für mehr Sicherheit sorgen sollen, explodieren und Metallteile herumschleudern.

Rückrufe der deutschen Autobauer

  • VW

    Gemessen an den Neuzulassungen belegt der Volkswagen Konzern mit nur 61 Prozent die beste deutsche Platzierung. Im ersten Halbjahr 2014 rief VW rund 177.000 Einheiten der Marke Volkswagen und sowie 209 Porsche (911 GT3) in die Werkstätten zurück.

  • BMW

    Mit rund 89 Prozent im Vergleich zu 334 im Vorjahr konnte sich vor allem BMW als Premiumanbieter wieder stabilisieren.

  • Daimler

    Daimler konnte seine sehr gute Position aus dem Vorjahr nicht halten. Der Konzern beorderte rund 253.000 Fahrzeuge der C-Klasse aufgrund von Fehlfunktionen der Rücklichter zurück zum Servicepartner und erreicht damit eine Rückrufquote von 151 Prozent (Vorjahr: 0,2%).

Unklar ist, welche Alternativen Honda nutzen will. Der Branchendritte in Japan arbeitet bereits enger mit Zulieferern wie Autoliv, TRW Automotive und Daicel zusammen. "Wir denken noch immer, dass unser Produkt sicher ist, aber wir merken auch, dass es viele Bedenken bei Kunden und den US-Behörden gibt", sagte Takata-Chef Shigehisa Takada in Tokio. Die genaue Ursache für den Defekt müsse noch gefunden werden.

Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte am Dienstag mitgeteilt, Takata habe seit 2009 unvollständige und ungenaue Daten vorgelegt. Daher würden zunächst 70 Millionen Dollar als Strafe fällig.

Weitere 130 Millionen Dollar könnten folgen, sollte sich Takata nicht fügen oder sollten weitere Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften entdeckt werden. Das wäre dann die größte Strafe der NHTSA überhaupt. 130 Millionen Dollar ist bislang der höchste Wert - dieses Jahr verhängt gegen Fiat Chrysler.

Defekte Takata-Airbags Lebensretter als tödliche Gefahr

Airbags von Takata haben Zehntausende Leben gerettet – doch auch einige wegen Produktionsfehlern gekostet. Jetzt steht das Unternehmen in der Kritik – nicht nur wegen der großen Nähe zwischen Autobauern und Zulieferern.

Takata, Produzent tödlicher Airbags Quelle: Getty Images

Die zum US-Verkehrsministerium gehörende Behörde wies den Konzern zudem an, bei den Aufblasvorrichtungen (Inflatoren) der Airbags künftig kein Ammoniumnitrat mehr zu verwenden. Das Mittel habe eine Rolle bei der Explosion von Airbags gespielt.

Ammoniumnitrat kann instabil werden, wenn es Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Zwölf Fahrzeug-Hersteller haben nach Angaben der NHTSA 19 Millionen Autos mit mehr als 23 Millionen Inflatoren zurückgerufen. Millionen weitere potenziell betroffene Fahrzeuge könnten aber noch auf den Straßen unterwegs sein.

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Um die Inflatoren in den zurückgerufenen Autos auszutauschen, könnte es vier Jahre dauern, bis genügend Ersatzteile hergestellt seien.

Honda hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal unterdessen um knapp sieben Prozent gesteigert. Vor allem in Nordamerika konnte der japanische Konzern glänzen. Wegen des schwachen Yen hob das Unternehmen zudem seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr leicht an. 

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