Aktienkurse steigen: Tesla verdoppelt Umsatz und kürzt Absatzprognose

Aktienkurse steigen: Tesla verdoppelt Umsatz und kürzt Absatzprognose

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Tesla kürzt Absatzprognose - „Model X“ verzögert sich

Tesla hat in diesem Jahr einen riesigen Hype erlebt – um den schillernden Firmenchef Musk ist ein Kult entbrannt, der Aktienkurs stieg seit Januar um mehr als 50 Prozent. Können die Ergebnisse den Rummel rechtfertigen?

An Tesla scheiden sich die Geister - Anhänger halten den Elektroautopionier für die derzeit größte Innovationshoffnung, Skeptiker für eine Geldverbrennungsmaschine ohne rentables Geschäftsmodell. Die Quartalszahlen, die das Unternehmen am Mittwoch vorlegte, lieferten beiden Seiten Munition. Gewinn und Umsatz lagen über den Erwartungen, allerdings senkte Tesla die Absatzprognose und räumte Verzögerungen bei der Produktion ein.

Die Firma lieferte von Juli bis September 7785 Wagen vom aktuellen „Model S“ aus - rund 200 mehr als im Vorquartal - ein neuer Rekordwert. Die hohen Erwartungen, die Firmenchef Elon Musk geschürt hatte, konnten damit aber nur bedingt erfüllt werden. Der schillernde Tech-Milliardär hatte sich bis zuletzt vehement gegen Spekulationen gewehrt, der Absatz könne ins Stocken geraten.

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Da Tesla, anders als üblich in der Autobranche, keine monatlichen Absatzzahlen veröffentlicht, stehen diese bei den Quartalsbilanzen besonders im Fokus. Das Unternehmen räumte nun ein, in diesem Jahr nur mit 33 000 ausgelieferten Wagen zu rechnen. Das wären zwar immer noch 50 Prozent mehr als 2013, doch zuletzt hatte die Vorhersage noch bei 35 000 gelegen. Musk betonte, die gesenkte Prognose sei ausschließlich auf mangelnde Produktionskapazitäten zurückzuführen.

Die Tesla-Chronik

  • 2003, der Beginn

    Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

  • 2006, Premiere des Roadster

    Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

  • 2007, Eberhard geht

    Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

  • Mai 2009, Einstieg der Konzerne

    Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

  • September 2009, Premiere Model S

    Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

  • Januar 2010, Geldspritze vom Staat

    Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

  • Juni 2010, IPO

    Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

  • 2012, SUV-Pläne

    Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern. Am Ende verzögern sich die Pläne, die Produktion des Model X läuft erst im Herbst an – und das nur schleppend.

  • 2013, erstmals profitabel

    Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

  • 2014, die Gigafactory wird gebaut

    Im Mai haben die Bauarbeiten in Reno, Nevada, für die weltgrößte Batteriefabrik begonnen. Hier will Tesla nicht nur die Akkus für seine Elektroautos und auch sogenannte "Powerwalls" für den Hausgebrauch montieren, sondern auch die Batteriezellen selbst aus Rohstoffen herstellen. Das Investitionsvolumen beträgt fünf Milliarden Dollar, als Partner ist Panasonic mit im Boot.

  • 2015, der Massenmarkt soll kommen

    Tesla gibt Pläne bekannt, mit dem Model 3 ein kompaktes Auto für den Massenmarkt auf den Markt bringen zu wollen. Der Wagen, der rudimentär erstmals im März 2016 gezeigt wurde, soll rund 35.000 Dollar kosten und soll über eine Reichweite von 320 Kilometern (200 Meilen) verfügen.

  • 2016, die Gigafactory öffnet teilweise

    Nach der Vor-Premiere des Model 3 im März steht zur Jahresmitte ein weiterer Meilenstein an: In der Gigafactory werden die ersten Batteriezellen gefertigt. Diese sind zwar vorerst für die PowerWall-Heimakkus gedacht, bringen das Unternehmen aber einen Schritt näher an die Massenfertigung des Model 3.

  • 2017, das Model 3 rollt vom Band

    Ende Juni 2017 übergibt Tesla die ersten 30 Model 3 an ihre Besitzer übergeben - allesamt sind Tesla-Beschäftigte. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

2015 will Tesla unverändert 2000 Wagen pro Woche fertigen. Allerdings könnte sich der Verkaufsstart des herbeigesehnten Elektro-SUV „Model X“ um drei Monate verzögern, bis zum dritten Quartal 2015. In einer Telefonkonferenz versicherte Musk gegenüber Analysten, dass nicht mit weiteren Schwierigkeiten zu rechnen sei: „Es ist keine große Sache, es geht um Kleinigkeiten.“ Die gesamte Jahresproduktion sei schon abverkauft, wer jetzt bestelle, müsse sich bis 2016 gedulden.

Tesla steigerte den Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf 932 Millionen Dollar (747 Mio Euro). Der Gewinn fiel mit drei Millionen Dollar höher aus als an der Wall Street angenommen. Bei diesen Zahlen handelt es sich allerdings um die sogenannten „Non-Gaap“-Daten, die zwar am Markt stark beachtet werden und die operative Entwicklung besser abbilden sollen, aber nicht den gesetzlichen Standards genügen.

Nach den offiziellen Buchhaltungsregeln, die eine Vergleichbarkeit der Geschäftszahlen aller US-Unternehmen ermöglichen sollen, geriet Tesla im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen. Bei Investoren wurde der Finanzbericht dennoch positiv aufgenommen - die Aktie stieg nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten nachbörslich um mehr als sechs Prozent.

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Tesla ist seit Jahren Liebling der Börse, obwohl das Unternehmen wegen der hohen Entwicklungskosten unter dem Strich laufend Geld verliert. Seit Anfang 2013 ist die Aktie von gut 30 auf rund 230 Dollar gestiegen. Der Kurs kletterte zuletzt sogar weiter, obwohl mit Daimler und Toyota wichtige strategische Partner ihre Finanzbeteiligungen ganz oder teilweise verkauften.

Im Oktober hatte Tesla eine erweiterte Modellreihe vorgestellt - die neue Version „D“, ein Upgrade der bisherigen Spitzenvariante des „Model S“ mit zwei Elektromotoren und Allradantrieb. „D“ soll 2015 in drei Ausführungen auf den Markt kommen. Die Spitzenversion „P85D“ kann in 3,2 Sekunden von null auf 100 durchstarten und eine Endgeschwindigkeit von 250 Kilometer pro Stunde erreichen.

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