Aktionsplan 2020: Europas Autoindustrie soll grüner werden

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Aktionsplan 2020: Europas Autoindustrie soll grüner werden

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Antonio Tajani hat den neuen Aktionsplan der EU für die europäische Autoindustrie vorgestellt.

von Rebecca Eisert

Europas Autobauer kämpfen mit der Absatzkrise - um die Schwierigkeiten der Branche zu umgehen, hat die EU-Kommission heute den Aktionsplan 2020 vorgestellt. Zusätzliche Finanzspritzen soll es aber nicht geben.

Die EU-Kommission will den Umbruch der Autobranche für eine stärkere Ausrichtung an grünen Technologien nutzen. In einem Aktionsplan 2020 versprach die Exekutive der Gemeinschaft am Donnerstag ein schnelles Handeln, "um die derzeitigen Schwierigkeiten der Branche und ihre Restrukturierung auf koordinierte Weise" anzugehen.

Aktuell kämpfen fast alle Volumenhersteller mit enormen Absatzrückgängen. Nach einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers PwC sind 15 europäische Autowerke nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. Als untere Grenze für die Profitabilität gilt eine Auslastung von rund 75 Prozent. Die deutschen Automobilwerke stünden mit einer Auslastung von durchschnittlich 85 Prozent gut da, so Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC.

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Düstere Prognosen

An den schwachen Absatzzahlen dürfte sich so schnell auch nichts ändern, darin sind sich Experten einig. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach prophezeit in einer Studie exklusiv für die WirtschaftsWoche: „Die Marktsituation für die Autoindustrie in Europa wird sich 2013 weiter verschlechtern. Die Produktionskapazitäten in Westeuropa müssen um mindestens 1,5 Millionen reduziert werden.“ Mindestens fünf Werke seien langfristig überflüssig. Schon zwischen 2007 und 2012 schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen europaweit um 20 Prozent.

Autoabsatzprognose für 2012 und 2013

  • USA

    2011: 12,8 Millionen

    2012: 14,3 Millionen (+11,5 Prozent)

    2013: 14,8 Millionen (+ 3,5 Prozent)

  • Westeuropa

    2011: 12,8 Millionen

    2012: 11,8 Millionen ( - 7,9 Prozent)

    2013: 11,5 Millionen (-2,5 Prozent)

  • Japan

    2011: 3,5 Millionen

    2012: 4,5 Millionen (+ 27,7 Prozent)

    2013: 4,2 Millionen (- 6,7 Prozent)

  • China

    2011: 12,2 Millionen

    2012: 13,1 Millionen ( + 7,4 Prozent)

    2013: 13,5 Millionen (+3,1 Prozent)

  • Russland

    2011: 2,6 Millionen

    2012: 2,9 Millionen (+12,5 Prozent)

    2013: 3,0 Millionen (+3,4 Prozent)

  • Indien

    2011: 2,5 Millionen

    2012: 2,8 Millionen (+9,2 Prozent)

    2013: 2,9 Millionen (+5,5 Prozent)

  • Brasilien

    2011: 3,4 Millionen

    2012: 3,6 Millionen (+4,8 Prozent)

    2013: 3,8 Millionen (+4,2 Prozent)

  • Global

    2011: 65,5 Millionen

    2012: 68 Millionen (+4,0 Prozent)

    2013: 69 Millionen (+1,5 Prozent)

Auch PwC geht von einem schwachen Jahr 2013 aus. Als wesentliche Ursachen nennen die Analysten die Schuldenkrise in Europa, die die Käufer verunsichert, die zunehmende Lokalisierung der Produktion in den Emerging Markets, die Exporte erschwert, und den demographischen Wandel, der die Ansprüche der Konsumenten verändert.

"Vor Risiken dürfen auch die deutschen Hersteller die Augen nicht verschließen. Sie bauen schon seit Längerem Produktionskapazitäten auf. Sollte sich das weltweite Wachstum der Automobilindustrie verlangsamen, müssen auch sie flexibel reagieren können", sagt Felix Kuhnert. Volkswagen reagiert bereits und stellt sein Produktionssystem komplett um. Pro Auto sollen damit 1.500 Euro weniger Kosten entstehen.

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