Angriff auf VW: Hyundai und Kia geben im Flottengeschäft Gas

Angriff auf VW: Hyundai und Kia geben im Flottengeschäft Gas

Hyundai, der koreanische Angstgegner von Volkswagen, will die Wolfsburger nun in ihrer Domäne in Deutschland angreifen, bei den Dienstwagen. Doch dazu müssen die Asiaten erst einmal die Autokäufer in den Unternehmen knacken – und die Vorlieben der Fahrer.

Reiner Böhmler ist ein Trendsetter. Der Fuhrparkmanager von Bosch hat beim koreanischen Autohersteller Kia Motors Deutschland rund drei Dutzend Autos geleast. Das ist nicht viel, genauer: gerade mal gut fünf Prozent der gesamten Fahrzeugflotte, die der Konzern seinen 28.000 Mitarbeitern im Großraum Stuttgart für Dienstfahrten überlässt.

Doch die Vielfalt macht’s, mit der sich die Schwaben von den meisten deutschen Unternehmen unterscheiden. Der weltweit größte Autozulieferer verfüge über „den buntesten Strauß an Fahrzeugen im Pool, den es überhaupt im Fuhrpark eines Unternehmens gibt“, sagt Böhmler. Hinzu kommt: Anders als bei anderen Konzernen bilden bei Bosch nicht deutsche, sondern ausländische Marken den Schwerpunkt. Und den Anteil der Koreaner will Böhmler sogar weiter erhöhen.

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Kia-Autos Quelle: Getty Images

Ab nach Europa: Kia aus Korea will auf dem deutschen Markt spürbar wachsen

Bild: Getty Images

Fuhrpark Made in Germany

Noch ist Robert Bosch damit zwar eine Ausnahme. Ob VW, Audi, BMW, Mercedes, Opel, Ford oder Porsche – an made in Germany führt in deutschen Fuhrparks derzeit kaum ein Weg vorbei. Doch das könnte sich langsam ändern. Vor allem die Asiaten wollen die deutschen Fahrzeugflotten in Unternehmen aufmischen. Angeführt von Hyundai und Kia geben Importeure aus Fernost im Flottengeschäft Gas und setzen die deutschen Hersteller mit günstigen Preisen und solider Qualität unter Druck.

Für die hiesigen Autobauer ist die Bosch-Strategie ein Warnsignal. Noch stammen drei Viertel aller 2011 zugelassenen 720.000 Dienstwagen aus ihren Werken. Das Segment kommt damit immerhin auf ein Viertel aller hierzulande verkauften 2,9 Millionen Neuwagen. Hinzu kommt, dass die Nische mit einem Plus von knapp 17 Prozent fast doppelt so schnell wächst wie das Privatkundengeschäft. Und mit dem Erstarken der Asiaten könnte die Marktmacht der deutschen Anbieter bröckeln.

Der deutsche Flottenmarkt 2011

  • Lancia

    Marke aus: Italien

    Absatz im Flottenmarkt: 215 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 41 %

  • Chevrolet

    Marke aus: USA

    Absatz im Flottenmarkt: 2288 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 60 %

  • Landrover

    Marke aus: USA

    Absatz im Flottenmarkt: 2459 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 23 %

  • Kia

    Marke aus: Korea

    Absatz im Flottenmarkt: 3682 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 83 %

  • Mitsubishi

    Marke aus: Japan

    Absatz im Flottenmarkt: 3701 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 44 %

  • Hyundai

    Marke aus: Korea

    Absatz im Flottenmarkt: 7392 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 59 %

  • Nissan

    Marke aus: Japan

    Absatz im Flottenmarkt: 7691 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 61 %

  • Seat

    Marke aus: Spanien

    Absatz im Flottenmarkt: 8676 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 48 %

  • Volvo

    Marke aus: Schweden

    Absatz im Flottenmarkt: 11.909 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 34 %

  • VW

    Marke aus: Deutschland

    Absatz im Flottenmarkt: 188.838 Fahrzeuge

    Veränderung zum Vorjahr: + 27 %

VW muss um seine dominierende Rolle fürchten

Am meisten muss langfristig Volkswagen um seine dominierende Rolle im Flottengeschäft fürchten. Nach absoluten Zahlen räumt Europas größter Konzern mit den Marken VW, Audi, Seat und Skoda den deutschen Flottenmarkt allerdings ohnehin regelrecht ab. Der Konzern verkaufte 2011 mit knapp 189.000 Fahrzeugen mehr als fünfmal so viele Autos wie alle anderen Hersteller im Ranking zusammen, die zu den Top Ten mit den höchsten Zuwachsraten gehören. Damit bestätigen die Asiaten ein weiteres Mal, dass sie VW zu ihrem großen Gegner auserkoren haben.

Doch einfach wird es für Hyundai nicht, in das Flottengeschäft in Deutschland einzubrechen. Dazu wirkt der Markt geradezu wie betoniert. Kein Zweifel, die Pläne der Angreifer aus Fernost sind ehrgeizig. Neben Kia rüstet sich auch die Schwestermarke Hyundai für den Kampf in Deutschland. Die Koreaner haben dazu das Steuer und somit den Verkauf hierzulande wieder in die eigenen Hände genommen. Der bisherige Importeur Emil Frey wurde Ende vergangenen Jahres ausgezahlt, das deutsche Vertriebsmanagement ausgetauscht. Die Fernöstlinge kümmerten sich nicht darum, dass Frey im vergangenen Jahr 87.000 Fahrzeuge verkauft hatte, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Offenbar glauben sie, selbst noch mehr Tempo machen zu können.

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