Anhaltende Absatzkrise: Volkswagen-Gewinn knickt spürbar ein

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Anhaltende Absatzkrise: Volkswagen-Gewinn knickt spürbar ein

Europas Branchenprimus Volkswagen muss Federn lassen. Die Absatzkrise in Westeuropa macht auch den Wolfsburgern zu schaffen. VW sieht sich aber besser als der Gesamtmarkt.

Die Krise auf dem europäischen Automarkt und hohe Investitionen in die Zukunft haben den Gewinn von Volkswagen im ersten Halbjahr stark belastet. Wegen sinkender Verkäufe auf dem Heimatmarkt, Ausgaben für die Entwicklung neuer Modelle und hoher Kosten für die Einführung eines Baukastensystems schrumpfte das operative Ergebnis in den ersten sechs Monaten um zwölf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer am Dienstagabend überraschend bekanntgab. Damit schlugen sich die Wolfsburger aber besser als erwartet und bekräftigten ihre Prognose, wonach der Betriebsgewinn im Gesamtjahr trotz der Belastungen stabil gehalten werden soll.

Im zweiten Quartal bremste der Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern den Gewinnrückgang damit deutlich. In den ersten drei Monaten war das operative Ergebnis noch um mehr als ein Viertel eingebrochen. Damals hatte Volkswagen bereits angedeutet, dass das Geschäft in den folgenden Monaten besser ausfallen dürfte. Details zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal wollte der Vorstand am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts erläutern.

So will VW seine Töchter im neuen System auf Linie bringen

  • Bauteile

    Beispiel: Kilmaanlagen
    Bisher: 102 Varianten in 20 Modellen
    Neu: 28 Varianten
    - einfachere Entwicklung von Fahrzeugen
    - verbesserte Qualitätskontrolle der verwendeten Teile
    - günstigere Einkaufspreise durch höhere Stückzahlen

  • Konstruktion

    Beispiel: Fixierung des Motors
    Bisher: 309 Positionen
    Neu: 36 Positionen
    - einfachere Entwicklung
    - schneller Montage
    - Verwendung gleicher Montagemaschinen
    - niedrigere Kosten für Montagemaschinen
    - niedrigere Kosten auch für Modelle mit geringen Stückzahlen

  • Produktion

    Beispiel: Herstellung von Golf und Audi A3 in China
    Bisher: Eine VW-Fabrik baut zwei Golf-Modelle, eine Audi-Fabrik zwei A3-Modelle
    Neu: Im chinesischen Werk Foshan baut eine einzige Fabrik je zwei Golf- und A3-Modelle
    - Autos aller Marken werden in mehreren Werken gebaut
    - Schnellere Reaktion auf Nachfrageschwankungen
    - bessere Auslastung von Werken

  • Ausbildung

    Beispiel: Lackierer-Werkstätten
    Bisher: 90 Fabriken mit 90 individuellen Lackiermethoden
    Neu: 90 Fabriken mit gleicher Lackiermethode und gleichen Lernwerkstätten
    - gleich hohe Qualifikation der Arbeiter
    - geringere Fehlerzahl
    - schnellere Produktion

  • Einsparung

    Auf diese Weise spart Volkswagen 1500 Euro pro Auto und verdoppelt damit seinen Gewinn.


Volkswagen steckt derzeit Milliarden in das neue System gleicher Baugruppen und Module, durch das die Kosten drastisch sinken sollen. Davon erhofft sich der Konzern einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die schläft allerdings nicht - fast alle Konkurrenten von Toyota über Hyundai bis Daimler und BMW feilen an ähnlichen Konzepten und wollen sich den Wolfsburgern nicht kampflos ergeben.

Zugleich baut VW, derzeit Nummer drei unter den Autobauern, die Produktion weltweit aus und stampft rund um den Globus neue Werke aus dem Boden, um in einigen Jahren die Spitze der Autowelt zu erklimmen. Dort thront der wieder erstarkte Toyota-Konzern. Um in dessen Schlagweite zu gelangen, muss Volkswagen zunächst an General Motors vorbeiziehen. Den Abstand zur Opel-Mutter bei den Auslieferungen hat Volkswagen bereits verringert.

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