Asiens Südosten lockt: 600 Millionen potenzielle neue Kunden

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Asiens Südosten lockt: 600 Millionen potenzielle neue Kunden

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Die deutschen Autobauer machen in China gute Geschäfte. Wenn das neue Regierungsprogramm greift, könnten sie sogar noch besser laufen.

von Rebecca Eisert und Philipp Mattheis

Ein neuer Kurs der chinesischen Regierung könnte Audi, BMW & Co. zu noch mehr Absatz im Land verhelfen. Geblendet vom Erfolg scheint vor allem VW - und verpasst dabei den Anschluss in der nächsten Boomregion.

Mit dem chinesischen Markt haben Deutschlands Autobauer den Jackpot geknackt. Monat für Monat präsentierten VW, Audi, BMW und Mercedes neue Rekordzahlen. Im Juni legten die Wolfsburger um 18 Prozent zu, setzten insgesamt 190.000 Autos ab. Tochter Audi verkaufte 33 Prozent mehr und sahnt beim Ranking der renommierten Rating-Agentur J. D. Power Bestnoten für Händler- und Werkstattservice ab. Auch BMW und Daimler profitieren von der Lust der Chinesen auf "made in Germany" - sie legten im ersten Halbjahr um 14 Prozent und 16 Prozent zu.

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Die Verkäufe der deutschen Premiummarken in China sind von 2005 bis 2012 um 823 Prozent geradezu explodiert. Doch das soll alles erst der Anfang sein, sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen: "Das Verkaufsrennen in China ist keinesfalls zu Ende, die Rally hat gerade erst begonnen."

Noch immer ist das Potenzial des chinesischen Markt gewaltig. Von 100 Familien besitzen nur 22 ein Auto. Der chinesischen Branchenverband CAAM rechnet in diese Jahr mit 21 Millionen neuer Fahrzeuge. Besonders schnell wächst - wie auch in Europa - das Segment der Geländewagen (SUV). Schon 2015 könnten in China mehr Autos verkauft werden als in Deutschland, den USA und Japan zusammen. Soweit die Prognosen.

Ausländische Autobauer profitieren vom neuen Kurs

Doch wie lange wird der Nachfrageboom tatsächlich anhalten? Die jüngsten Nachrichten aus China sind nicht gerade rosig: Um 7,6 Prozent wuchs Chinas Wirtschaft im zweiten Quartal - eine der niedrigsten Zuwachsraten seit zwei Jahrzehnten. Vieles deutet daraufhin, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft langfristig auf niedrigeres Wachstum einstellt. Im Juni drehte die Zentralbank ohne Ankündigung den Geldhahn zu, was zu einer Panik auf dem Interbanken-Markt führte. Die Aktion wird mittlerweile auch als Signal gewertet: Der lang angekündigte Umbau der chinesischen Wirtschaft weg von Investitionen in Form von Infrastrukturprojekten hin zu mehr Konsum könnte endlich an Fahrt aufnehmen.

Das bedeutet weniger Geld für Großprojekte, weniger Kredite an Staatsunternehmen, und es bedeutet geringeres, aber im besten Fall qualitativ hochwertigeres Wachstum. Binnenkonsum und Innovationen sollen als die neuen Wachstumstreiber Export und Infrastruktur ersetzen. Ein schmerzhafter, aber langfristig notwendiger Prozess könnte in Gang kommen. Die Wachstumsraten in den kommenden Jahren dürften eher bei sechs Prozent als bei zwölf Prozent liegen.

Genau dieser Prozess wird die einheimischen Autobauer hart treffen - und den ausländischen Herstellern in die Karten spielen. "Kaum eine der chinesischen Autofirmen macht Gewinne", sagt Jochen Siebert von der Unternehmensberatung JSC in Shanghai. "Die Auslastung dieser Werke liegt bei 30, 40 Prozent, die der internationalen Konzerne dagegen bei 90 Prozent." Zudem wurden die chinesischen Hersteller seit Jahren mit Subventionen gehätschelt. Sie haben keine Erfahrung mit einem sich verschlechternden Marktumfeld, wie es sich nun andeutet.

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