Audi A4 im Test: Kein Dienstwagen für Spießer

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Audi A4 im Test: Kein Dienstwagen für Spießer

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Audi A4

von Franz W. Rother

Auch als Limousine macht der neue Audi A4 eine gute Figur. Er ist der perfekte Dienstwagen - mit ein paar Extras für Sicherheit und Komfort. Und der Wagen ist trotz Mittelklasse ganz und gar nicht mittelmäßig.

"Langweilig", lautet der erste Kommentar meiner Tochter beim Anblick des Testwagens: Der neue Audi A4. In Silbermetallic. Mit Frontantrieb. Mit Stufenheck, also als ganz klassische Limousine. Einen SUV hätte sie cooler gefunden, also jene neumodische Auto-Spezies, die heute nicht nur bei Großstadt-Gören für Freiheit und Abenteuer steht. Wenn es wenigstens so ein stylischer Crossover wäre, mit dem Volvo unter der Bezeichnung "Cross Country" neuerdings auf Kundenfang geht - ein skurriler Zwitter aus Limousine, SUV und Coupé, langgezogen, hochgebockt, flachgeklopft. Aber eine Limousine? Wer fährt denn so etwas noch?

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Dienstwagen sind Limousinen

Viele Geschäftsreisende beispielsweise: Nicht nur in Deutschland stehen viertürige Reiselimousinen immer noch ganz oben in der Gunst der Flottenmanager. Das sichert dem Audi A4 - hinter VW Golf und VW Passat - bei den gewerblichen Zulassungen immerhin Platz 3 in der Verkaufsstatistik. Aufstrebende Führungskräfte im deutschen Mittelmanagement und selbständige Handwerker mögen sich hierzulande zwar eher für die "Avant" genannte Kombiversion des Audi entscheiden. Aber Deutschland ist ein Sonderfall. In Nordamerika und China, aber auch in Frankreich oder Großbritannien fristen Kombi-Versionen in der gehobenen Mittelklasse ein Nischendasein, sind bäh - und langweilig.

Die Stufenheck-Ausführung des Audi A4 vom Typ B9, die vor einigen Wochen in den Handel kam, ist also für den Weltmarkt gemacht und so gesehen das Brot-und-Butter-Auto des Audi-Konzerns: Der Vorgänger B8 war im Produktionsjahr 2014, in dem sich der Modellwechsel bereits abzeichnete, mit rund 225.000 verkauften Limousinen immer noch ein Bestseller, hinter dem SUV Q5 und der Stufenheck-Ausführung des Audi A6.

Der Audi A4 Avant hingegen rangierte mit einem Absatz von knapp 84.000 Exemplaren in der Verkaufsstatistik nur unter "ferner liefen". Selbst die Stufenheck-Ausführung des Kompaktmodells Audi A3 verkaufte sich 2014 besser.

Stufenheck-Limousine und Spießer gehören nicht mehr zusammen

So viel zur Ehrenrettung einer Karosserieform, deren Geschichte bis ins Kutschenzeitalter zurückreicht - erfunden hat sie angeblich der Wagenmeister von König Friedrich Wilhelm von Preußen um das Jahr 1660 für eine Reise von Berlin nach Paris - die Typenbezeichnung "Berlina", die heute noch in einigen Märkten gebräuchlich ist, rührt daher.

Im Automobilbau ist die Bauform seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts Standard und in angelsächsisch geprägten Regionen als Sedan bekannt. So viel zur Historie - und zur Ehrenrettung der klassischen Limousine, die hierzulande stark diskreditiert wurde, als in Deutschland um 1965 herum die Diarrhö grassierte und Klopapierrollen mit Häkelmützchen auf der Hutablage Pflichtzubehör wurden. Stufenheck-Limousine und Spießbürger bilden seitdem in Deutschland ein festes Begriffspaar, obwohl heute kaum jemand mehr Hut trägt und der flotte Otto dank "Tank & Rast" und Imodium längst seinen Schrecken verloren hat.

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