Audi: Verkaufszahlen in China steigen wieder

Audi: Verkaufszahlen in China steigen wieder

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Audi kommt auf dem chinesischen Automarkt wieder in Fahrt.

Der schwächelnde Automarkt in China und der Abgas-Skandal machen Audi zu schaffen. Trotzdem präsentiert die VW-Tochter bessere Verkaufszahlen - und einen neuen Chefverkäufer.

Audi hat im September weltweit deutlich mehr Autos verkauft und kommt auch im wichtigsten Markt China wieder in Fahrt. Wie die Ingolstädter VW-Konzerntochter am Donnerstag mitteilte, setzte sie weltweit 170.900 Fahrzeuge ab - 6,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. In China legte Audi nach vier Monaten Rückgang jetzt wieder um 2,9 Prozent zu.

Zu den Mitte September aufgeflogenen Abgas-Manipulationen bei Dieselmotoren sagte eine Audi-Sprecherin: „Aktuell spüren wir keine Auswirkungen bei den Auslieferungen. Auch nicht bei den Bestellungen.“ In Europa legte Audi um 8,8 Prozent zu, in den USA stiegen die Verkaufszahlen sogar um gut 16 Prozent.

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Die Krisenszenarien der deutschen Autobauer

  • Szenario 1: Globale Finanzkrise

    Eine globale Finanzkrise vergleichbar mit der Krise von 2008/2009 trifft die globalen Automobilhersteller. Innerhalb weniger Wochen brechen die Autoverkäufe auf den wichtigsten Automobilmärkten USA, Europa und China um etwa 20 Prozent ein. Dadurch  verschärfen sich auch die Kreditbedingungen erheblich. Auch das folgende Jahr lässt zunächst keine Erholung erwarten.

  • Szenario 1: Volkswagen

    Szenario: Globaler Absatzrückgang um 20 Prozent

    • 2.000.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 750.000 davon in Deutschland
    • bis 50.000 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Sehr verletzlich

    Quelle: Center of Automotive Management

  • Szenario 1: Daimler

    Szenario: Globaler Absatzrückgang um 20 Prozent

    • 400.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 200.000 davon in Deutschland
    • bis 15.000 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Verletzlich

  • Szenario 1: BMW

    Szenario: Globaler Absatzrückgang um 20 Prozent

    • 430.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 200.000 davon in Deutschland
    • bis 12.000 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Weniger verletzlich

  • Szenario 2: Krise in China

    Der chinesische Pkw-Markt bricht in Folge von wirtschaftlichen Problemen – denkbare wäre das Platzen einer Immobilienblase – innerhalb eines Jahres um drastische 20 Prozent ein und bleibt ein volles Jahr 20 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die Aussichten für das nächste Jahr lassen ebenfalls keine Erholung erwarten.

  • Szenario 2: Volkswagen

    Szenario: Absatzrückgang um 20 Prozent in China

    • 750.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 650.000 weniger produzierte Autos in China
    • bis 8.000 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Sehr verletzlich

  • Szenario 2: Daimler

    Szenario: Absatzrückgang um 20 Prozent in China

    • 60.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 35.000 weniger produzierte Autos in China
    • bis 1.500 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Weniger verletzlich

  • Szenario 2: BMW

    Szenario: Absatzrückgang um 20 Prozent in China

    • 100.000 verkaufte Fahrzeuge weniger weltweit
    • 60.000 weniger produzierte Autos in China
    • bis 1.700 betroffene Arbeitsplätze in Deutschland

    Fazit: Weinger verletzlich

  • Szenario 3: Neue Player

    Neue oder bisher branchefremde Unternehmen wie Tesla, Google oder Apple gewinnen im Zuge der schnellen Durchsetzung der Elektromobilität und des vernetzten sowie autonomen Fahrens an Bedeutung und bedrohen mit ihren Geschäftsmodellen die etablierten Hersteller.

  • Szenario 3: Volkswagen
    • Mittel bis wenig innovativ mit Blick auf radikale Veränderungen
    • Mittelgroße Kompetenz bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
    • Sehr hohe Kompetenz bei vernetztem Fahren
    • Kaum Erfahrung mit Mobilitätskonzepten

    Fazit: verletzlich

  • Szenario 3: Daimler
    • Mittel innovativ mit Blick auf radikale Veränderungen
    • Mittelgroße Kompetenz bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
    • Sehr hohe Kompetenz bei vernetztem Fahren
    • Erste Erfahrung mit Mobilitätskonzepten (Car2Go, Moovel)

    Fazit: Weniger verletzlich

  • Szenario 3: BMW
    • Mittel bis sehr innovativ mit Blick auf radikale Veränderungen
    • Mittlere bis sehr große Kompetenz bei Elektro- und Hybridfahrzeugen
    • Sehr hohe Kompetenz bei vernetztem Fahren
    • Erste Erfahrung mit Mobilitätskonzepten (DriveNow)

    Fazit: Kaum verletzlich

Vertriebschef Luca de Meo sagte: „Angesichts der schwierigen Marktlage in wichtigen Regionen bewerten wir unsere Absatzentwicklung im dritten Quartal positiv.“ Der Start des neuen A4, der in den nächsten Wochen zu den Händlern kommt, und weiterer Modelle werde für zusätzlichen Schub sorgen. De Meo wechselt jetzt als Vorstandschef zur spanischen VW-Tochter Seat - als sein Nachfolger rückt im November der langjährige Audi-Chef in China, Dietmar Voggenreiter, als Chefverkäufer in den Vorstand in Ingolstadt auf.

Voggenreiter hat neun Jahre lang das China-Geschäft von Audi geführt. Unter ihm stieg der Absatz in der Volksrepublik von 82.000 auf 579.000 Autos. Audi fertigt heute sechs Modelle in China und verkauft dort ein Drittel seiner Autos. Allerdings schwächelt der Markt gegenwärtig - Audi verkaufte dort im Sommer deutlich weniger Autos als im Vorjahr. Im September aber stiegen die Auslieferungen wieder um 2,9 Prozent auf 53.100 Autos. „In den Schauräumen ist wieder mehr los“, sagte eine Audi-Sprecherin. Die chinesische Regierung hat die Mehrwertsteuer auf Modelle mit kleineren Motoren jüngst gesenkt.

Fahrzeugproduktion und -absatz in China seit 2008

  • 2008

    Produktion: 6,74 Millionen Autos und 2,56 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 6,76 Millionen Autos und 2,63 Millionen Nutzfahrzeuge

    Quelle: Statista.de

  • 2009

    Produktion: 10,38 Millionen Autos und 3,41 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 10,33 Millionen Autos und 3,31 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2010

    Produktion: 13,9 Millionen Autos und 4,37 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 13,76 Millionen Autos und 4,3 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2011

    Produktion: 14,49 Millionen Autos und 3,93 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 14,47 Millionen Autos und 4,03 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2012

    Produktion: 15,52 Millionen Autos und 3,75 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 15,5 Millionen Autos und 3,81 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2013

    Produktion: 18,09 Millionen Autos und 4,03 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 17,93 Millionen Autos und 4,06 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2014

    Produktion: 19,92 Millionen Autos und 3,8 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz: 19,7 Millionen Autos und 3,79 Millionen Nutzfahrzeuge

  • 2015

    Produktion (Januar-März): 5,31 Millionen Autos und 0,89 Millionen Nutzfahrzeuge

    Absatz (Januar-März): 5,31 Millionen Autos und 0,85 Millionen Nutzfahrzeuge

In den ersten neun Monaten hat Audi seinen Absatz um 3,8 Prozent auf 1,348 Millionen Autos gesteigert. Konkurrent Daimler ist allerdings noch besser unterwegs - die Schwaben legten von Januar bis Ende September um 17 Prozent auf 1,46 Millionen verkaufte Autos der Marken Mercedes und Smart zu. BMW legt die Zahlen in den nächsten Tagen vor.

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