Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben: Opel kündigt 39 Beschäftigten des Bochumer Werks

Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben: Opel kündigt 39 Beschäftigten des Bochumer Werks

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39 Beschäftigten des geschlossenen Opel-Werks in Bochum, die nicht den Aufhebungsvertrag unterschrieben haben, droht die Kündigung.

Den 39 Beschäftigten des geschlossenen Opel-Werks in Bochum, die bislang keinen Aufhebungsvertrag unterschrieben haben, droht nun die Kündigung. Der Betriebsrat will den Kündigungen widersprechen.

Nach der Schließung des Bochumer Opel-Werkes Ende 2014 steht der Autobauer vor Arbeitsgerichtsprozessen mit bisherigen Mitarbeitern. Opel kündigte am Montag an, 39 Bochumer Beschäftigten, die vor der Werksschließung keinen Aufhebungsvertrag unterschrieben oder einen anderen Job angetreten hatten, formell zu kündigen.

Opel in Bochum von 1962 bis 2014

  • 1962

    Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

  • 1967

    Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

  • 1979

    Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20.000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

  • 80er und 90er Jahre

    Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15.000 und 17.000.

  • 1991

    Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

  • 2004

    Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10.000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

  • 2005

    Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

  • 2009

    GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55.000 Stellen sollen wegfallen.

  • 2011

    Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

  • 2012

    Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

  • 2013

    Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

  • 2014

    Am 5. Dezember läuft der letzte Zafira vom Band, am 12. Dezember schließt das Werk seine Pforten endgültig.

Es handele sich aber zunächst um sogenannte Änderungskündigungen, erklärte der Bochumer Betriebsratschef Murat Yaman. Das bedeute, dass die Mitarbeiter innerhalb des Konzerns etwa an den Stammsitz nach Rüsselsheim oder nach Eisenach wechseln könnten, wenn es dort Arbeitsplätze für sie gibt. Weigern sie sich, droht nach Ablauf der Kündigungsfrist der Jobverlust.

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Der Bochumer Betriebsrat kündigte an, den Kündigungen zu widersprechen und den Mitarbeitern „mit allen rechtlichen und politischen Mitteln“ zur Seite zu stehen. Er könne noch nicht überblicken, wie viele Betroffene innerhalb des Konzerns wechseln wollten und wie viele vor Gericht zögen, sagte Yaman.

Rolf Heyer Wie es auf dem Bochumer Opel-Gelände weitergeht

Der Kampf um den Produktionsstandort ist endgültig verloren. Im Bochumer Opel-Werk stehen die Bänder nach mehr als 52 Jahren still. Jetzt sollen Fördergelder in Millionenhöhe neue Unternehmen auf das Gelände locken.

Opel-Werksgelände in Bochum Quelle: dpa Picture-Alliance

Arbeitsgerichtsprozesse enden erfahrungsgemäß häufig mit einem Vergleich und individuell ausgehandelten Ausstiegskonditionen. Die allermeisten der gut 3000 Opel-Beschäftigten hatten sich im vergangenen Jahr für einen Sozialtarifvertrag mit zwei Jahren Transfergesellschaft und einer Abfindung von im Schnitt 125.000 Euro pro Mitarbeiter entschieden.

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