Aufholjagd in Fernost: Chinesen sollen auf Daimler abfahren

ThemaDaimler

Aufholjagd in Fernost: Chinesen sollen auf Daimler abfahren

von Philipp Mattheis

Jahrelang hinkte Daimler in China seinen Konkurrenten BMW und Audi hinterher. Jetzt will der Konzern eine Aufholjagd starten, um vom bald größten Automarkt der Welt zu profitieren.

Hubertus Troska ist guter Dinge. Mit viel Enthusiasmus stellt der  China-Chef des Daimler-Konzerns die Erweiterung des Werks im Süden Pekings vor. Bei seiner Fertigstellung Anfang 2014 wird es das erste Werk außerhalb Deutschlands sein, das komplette Motoren ("fully-fledged engines") produzieren wird. Schon die flächenmäßige Ausdehnung zeigt, was der Konzern in China vorhat. Die beiden nebeneinander liegenden Werke übertreffen an Größe die Produktionsstätten in Sindelfingen und Türkheim. "China ist so wichtig, dass man lokal produzieren muss", sagt Troska.

Der hochgewachsene Manager ist seit Dezember 2012 Leiter des China-Geschäfts. Das Ressort "Daimler Northeast Asia" wurde für das Vorstandsmitglied neu geschaffen.

Anzeige

Daimler hängt hinterher

Daimler hat ehrgeizige Pläne. Der Autobauer will seinen Absatz in China bis 2015 um 50 Prozent steigern. Allein das neue Werk im Süden Pekings soll 200000 Fahrzeuge produzieren. Dazu kommen weitere 100000 Fahrzeuge, die in anderen Werken produziert werden, so wie Importe. Damit erhöht Daimler auch deutlich den Anteil seiner in China gefertigten Wagen. Bisher lag der Anteil der Importfahrzeuge bei 50 Prozent. Momentan werden etwa die Hälfte der Komponenten lokal hergestellt, der Anteil soll in den nächsten Jahren auf 70 Prozent steigen. Auch die Zahl der Zulieferer vor Ort soll sich erhöhen.

Insgesamt will Daimler zwei Milliarden Euro in den nächsten Jahren in China investieren: In ein Ausbildungszentrum, den Kapazitätsausbau und in ein eigenes Motorenwerk.

Die Offensive hat einen Grund. Während andere deutsche Autobauer von Absatzrekord zu Absatzrekord jubilierten, lief es für Daimler in Fernost bestenfalls so mittel: Gerade einmal 200000 Fahrzeuge verkauften die Stuttgarter 2012 in China. Damit belegte Daimler im Premium-Bereich Platz drei, hinter der VW-Tochter Audi mit 400000 und BMW mit 300000 verkauften Wagen. Auch in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sah es nicht viel besser aus: Während Audi und BMW ihre Absätze um 18 beziehungsweise 15 Prozent steigern konnte, sanken die von Daimler um 0,5 Prozent.

Doppelte Vertriebsstruktur war Schuld

Zwar ist Daimler schon seit 2001 mit seinem Joint-Venture-Partner BAIC in China vertreten. Doch lange Zeit kam der Konzern im Reich der Mitte nicht vom Fleck. "Im Vergleich zu Audi und BMW hatte Daimler einen Geburtsfehler", sagt Jochen Siebert von der Unternehmensberatung JSC in Shanghai. Schuld daran war vor allem eine doppelte Vertriebsstruktur: Importwagen und in China produzierte Autos wurden über zwei verschiedenen Netze verkauft, die stellenweise gegeneinander arbeiteten und konkurrierten. Beijing Benz verkaufte die in China hergestellten Wagen, Mercedes of China die Importautos. Anfang dieses Jahres vereinheitlichte Daimler die Strukturen.

Dieses Jahr will Daimler sein Händlernetz um 75 erweitern und in 36 neue Städte vordringen - die meisten davon kleinere Städte, für chinesische Verhältnisse bedeutet das Städte mit wenigen Millionen Einwohnern, darunter auch Lhasa in Tibet. Hinzu kommen sollen 90 Smart-Händler.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%