Autobauer kämpft mit Umsatz: Opel steckt in roten Zahlen fest

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Autobauer kämpft mit Umsatz: Opel steckt in roten Zahlen fest

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Eine Flagge von General Motors hängt in Bochum neben dem Logo von Opel.

von Franz W. Rother

Überall nur rot: Nicht in diesem Jahr und auch nicht im nächsten Jahr wird Opel wieder Gewinne schreiben. Wie lange kann sich die Konzernmutter General Motors das noch erlauben?

Die visuelle Essenz der Marke Opel liegt in den Farben Schwarz, Gelb und Silber, lehrten uns die Marketingstrategen von Scholz & Friends, als sie im Sommer vergangenen Jahres wieder einmal ein neues Corporate Design präsentierten. Man wolle mit der Erhöhung des Schwarzanteils die Wahrnehmung der Marke verbessern, Opel aber auch neues Selbstbewusstsein geben – mit der neuen Leitidee real life, real people, real answers.

Ich weiß nicht, was Opel damals den Werber für diese Schönfärberei bezahlt hat. Genützt hat es dem Unternehmen freilich wenig. Der Schwarzanteil mag seitdem vielleicht in den Prospekten gestiegen sein - im Geschäftsbericht jedoch ist weiterhin Rot die dominierende Farbe. Im dritten Quartal fuhr General Motors Europa einen Verlust von fast einer halben Milliarde Dollar ein und das vierte Quartal, deutete GM-Finanzchef Dan Ammann bei der Vorstellung der Quartalsbilanz an, wird wohl nicht viel besser sein. In Summe läuft es wohl auf ein Minus von 1,5 bis 1,8 Milliarden Dollar für das Geschäftsjahr 2012 hinaus. „Vor uns liegt noch viel Arbeit, besonders in Europa“, weiß der Finanzer.

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So stand es 2014 um Opel

  • Der Verhandlungsplan

    Im Detail wird über neue Modelle, Motoren und Märkte, die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in Opel-Werken sowie über Einsparungen gesprochen. Doch generell geht es um die Frage, wie der kriselnde Hersteller mehr Autos verkaufen, Beschäftigung sichern und wieder Geld verdienen kann Das Management will Produktionskosten senken, aber auch am Personal sparen. Im September 2014 wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 (und damit zwei Jahre länger als bisher festgelegt) ausgeschlossen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus. (Quelle: dpa)

  • Werkschließungen oder Massenentlassungen?

    Das Management hatte angeboten, das Werk Bochum nicht, wie ursprünglich angestrebt, Anfang 2015, sondern erst mit dem Auslaufen der Zafira-Produktion zwei Jahre später zu schließen. Damit gewinnt der Standort Zeit. Die Hoffnung auf eine bessere Marktentwicklung bleibt erhalten. Schäfer-Klug zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit der dpa zuversichtlich: „Ich sehe nicht, dass Opel plant, sich komplett aus Bochum zurückziehen. Aber wie die konkrete Zukunft der Standorte in Deutschland und insbesondere in Bochum aussieht, werden wir gemeinsam in den Verhandlungen klären.“

  • Die Überkapazitäten

    Bei den Verhandlungen geht es auch um freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. So soll nach und nach sozialverträglich Beschäftigung abgebaut werden. Aktuell hat Opel nach Betriebsratsangaben noch etwa 38.000 Beschäftigte - nach der jüngsten Sanierung Ende 2010 waren es noch 40.000.

  • Sanierungsbeiträge der Beschäftigten?

    Zunächst verzichten die Mitarbeiter erneut auf Lohn. Von November an wird die jüngste Metall-Tariferhöhung von 4,3 Prozent erneut gestundet. Falls es eine Einigung über die Zukunft der deutschen Opel-Werke gebe, könnten die erneut gestundeten Millionen auch „in einer Gesamtkonzeption aufgehen“, sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Wie das aussehen könnte, ist unklar. Kommt keine Einigung zustande, zahlt Opel das gestundete Geld nachträglich aus.

  • Wann sollen die Gespräche abgeschlossen werden?

    Offiziell scheuen alle Beteiligten davor zurück, einen Termin zu nennen. Schließlich waren die ehrgeizigen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter zuletzt enttäuscht worden. Dem Vernehmen nach soll aber in einigen Wochen ein Ergebnis stehen.

  • Die Allianz mit PSA

    Glaubt man dem Unternehmen, wird die Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën keine Jobs bei Opel kosten. Selbst wenn die Partner eines Tages Autos nicht nur gemeinsam entwickeln sondern auch bauen sollten, dürfe das nicht auf Kosten des anderen gehen, betont GM-Vize und GM-Europachef Steve Girsky: Keine Seite werde ihre Probleme zulasten der anderen lösen. Bei Opel könnten zudem schon 2016 Chevrolets vom Band laufen, um die Überkapazitäten zu senken.

  • Fallen durch die Allianz Stellen weg?

    Zwar wollen GM und PSA zunächst vier Fahrzeugplattformen gemeinsam entwickeln. Weder Betriebsrat noch Unternehmen sehen aber Jobs im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefährdet. Vielmehr könnten die freigesetzten Kapazitäten genutzt werden, um wie versprochen die Entwicklung neuer Modelle voranzubringen.

  • Wie ernst ist die Lage bei Opel?

    Opel schreibt seit Jahren Verluste. Jetzt leidet der Hersteller zudem unter der aktuellen Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal schrieb GM in seinem Europageschäft einen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Das Ergebnis des dritten Quartals legt GM an diesem Mittwoch (31. Oktober) vor.

Rot, Rot, Rot statt Schwarz, Silber, Gelb: Europa ist für New General Motors ein riesiges Tränental. Und 2013, ahnt man bereits in Detroit, wird es nicht viel besser werden. Die Gewinnschwelle, ließ der Konzern gestern seine Aktionäre wissen, werde hier voraussichtlich erst Mitte der Dekade wieder erreicht. 2016, schießt mir da durch den Kopf, läuft im Opel-Werk Bochum die Produktion des Zafira aus.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen, der Arbeitnehmer und Managern des Unternehmens ist kürzlich gegründet worden, um zusammen mit Führungskräften aus der Region zu überlegen, wie der Standort in Zukunft genutzt werden kann – ein klares Indiz für die geplante Schließung des Standorts.

Fast vier Jahre will man also die Opel-Beschäftigten in Bochum noch zappeln lassen. Entschlossenes Handeln sieht anders aus. „Real answers“, die richtigen Antworten auf eine ernste Absatzkrise und auf gravierende strukturelle Probleme hat kürzlich Ford gegeben. Weil auch hier Milliardenverluste im Europa-Geschäft drohen, hat der US-Konzern ohne viel Federlesens den Daumen über ein Werk in Belgien und zwei Produktionsstätten in Großbritannien gesenkt: Um Überkapazitäten abzubauen werden die drei Standorte in den kommenden zwei Jahren dicht gemacht. Die Produktion wird auf andere Werke in Spanien, in der Türkei und in Deutschland verteilt. Natürlich gibt es an den betroffenen Standorten nun viel Heulen und Zähneklappern. Aber die Marschrichtung ist klar und nachvollziehbar.

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