Autobauer: Opel wird zum Chaos-Auto-Club

ThemaOpel

Autobauer: Opel wird zum Chaos-Auto-Club

von Martin Seiwert

Stracke scheiterte an schlechten Zahlen. So titeln die Zeitungen. Der Opel-Chef habe miese Verkaufszahlen zu verantworten und muss eben weg. Die Erklärung für den für den völlig unerwarteten Rücktritt scheint gefunden.

Es mag stimmen, dass die Opel-Mutter General Motors (GM) Stracke wegen schlechter Absatzzahlen vom Chefsessel vertrieb. Doch gescheitert ist in diesem Fall nicht Stracke. Gescheitert ist die Europa-Strategie von GM. Denn egal was Stracke in den 15 Monaten, in denen er Opel-Chef war, gemacht oder nicht gemacht hätte – Opel stünde heute nicht anders da. Verantworten muss die Lage GM.
Sämtliche Volumenhersteller verzeichnen derzeit hohe, oft zweistellige Absatzeinbrüche in Europa. Die Modelle, mit denen Stracke dagegen ankämpfte, wurden vor drei, vier oder mehr Jahren beschlossen. Ganz zu schweigen vom Image der Marke Opel, das durch ein Dauerfeuer jahrelanger Negativschlagzeilen schon zu Strackes Amtsantritt ramponiert war. Es bräuchte einen Superman, um in gerade mal einem Jahr und mitten in der Krise mit neuen Produkten, niedrigeren Kosten und einem aufgefrischten Markenimage das Ruder herumzureißen. Doch Stracke kommt eben aus Rheinhessen und nicht vom Planeten Krypton. Wenn GM-Chef Dan Akerson etwas anderes angenommen hatte, dann muss man sich weniger um Stracke als um ihn sorgen.

Stracke hätte aber zumindest die Kosten entschiedener drücken müssen, könnte man erwidern. Klare, harte Schnitte, statt einer erneuten Schonfrist für das Werk Bochum bis 2017! Ja, das hätte Stracke tun können, und Opel ginge es mit ein oder zwei Werken weniger auf Dauer sicherlich besser. Aber erstens hätte das Opel in diesem, im nächsten, im übernächsten und auch im überübernächsten Jahr auf der Kostenseite nicht geholfen. Denn vor Ende 2014 durfte das Werk nicht dichtgemacht werden, und danach wären statt schöner Einsparungen erst mal hohe Abfindungszahlungen und andere Schließungskosten angefallen. Und zweitens darf es kaum Stracke angelastet werden, dass Opel mit seinen Überkapazitäten erst mal bis 2017 weitermacht. Denn sein ursprünglicher Sanierungsplan sah die Schließung des Bochumer Werks vor. Dass es dann doch anders kam, wurde erst vor wenigen Wochen entschieden und zwar nicht in Rüsselsheim, sondern in Detroit bei Akerson höchstpersönlich.

Anzeige
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%