Autobauer: S-Klasse treibt Daimler-Gewinne

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Autobauer: S-Klasse treibt Daimler-Gewinne

, aktualisiert 23. Oktober 2014, 10:04 Uhr
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Daimler steigert dank Absatzrekord seinen Gewinn kräftig

Der Autobauer Daimler hat spürbar von seinem laufenden Sparprogramm und neuen Modellen profitiert. Im Rennen um die Spitze im Oberklasse-Segment kommt Daimler den eigenen Zielen näher.

Daimler hat dank Absatzrekord im dritten Quartal beim Gewinn kräftig Gas gegeben. Das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (Ebit) erhöhte sich von Juli bis September um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr auf 2,8 Milliarden Euro, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte.

Hinzu kam noch ein Sonderertrag von rund einer Milliarde Euro aus dem Verkauf des Anteils am Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems, so dass das Ebit um zwei Drittel auf 3,7 Milliarden Euro stieg. Analysten hatten mit dieser Größenordnung gerechnet, nachdem der Konzern die einzelnen Sparten-Ergebnisse schon vergangene Woche bekannt gegeben hatte. Der Umsatz kletterte um zehn Prozent auf gut 33 Milliarden Euro.

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Sparprogramme der deutschen Autobauer

  • VW für Marke Volkswagen

    VW-Chef Martin Winterkorn will bis 2017 fünf Milliarden Euro pro Jahr sparen, da er sonst die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität seines Konzern in Gefahr sieht. 2018 sollen sechs Prozent Umsatzrendite in den Büchern stehen, 2013 kamen nur 2,9 Prozent zusammen. Winterkorn hatte das Ziel ausgegeben bis 2018 Weltmarkführer werden zu wollen, die Rendite ist wichtiger Teil der Strategie. Sparen will Winterkorn beim Einkauf sowie geringeren Investitionen und Fixkosten. Er beklagte zudem zu hohe Kosten beim Bau neuer Fabriken sowie beim Anlauf neuer Modelle.

  • Daimler

    Daimler-Chef Dieter Zetsche fürchtet um das Rendite-Ziel von zehn Prozent. Deshalb hat er eine weitere Stufe des Programms „Fit for Leadership“ verordnet – was mittelfristig 3,5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen soll. Das bis 2014 festgeschriebene Ziel einer Ausgabensenkung von zwei Milliarden Euro war nicht genug.

  • BMW

    Der Münchener Premium-Autobauer will bis 2020 drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr sparen. Da berichtete das "Manager Magazin" am 18. Juni unter Berufung auf Konzernkreise. BMW-Chef Norbert Reithofer habe die Unternehmensberatung McKinsey mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt. Das Sparprogramm solle gewährleisten, dass die operative Umsatzrendite des Konzerns auch langfristig im angepeilten Korridor von acht bis zehn Prozent liege.

"Unsere Strategie zahlt sich aus", erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. Daimler wachse profitabel und sei zuversichtlich, die gesteckten Ziele nachhaltig zu erreichen. Die Prognose für 2014 ließ der Vorstand unverändert: Absatz, Umsatz und Ebit aus dem laufenden Geschäft sollen deutlich steigen, worunter Analysten zufolge ein Plus von rund zehn Prozent zu verstehen ist. Daimler will bis 2020 an den Erzrivalen BMW und Audi vorbeigezogen und zur Nummer eins in der Oberklasse aufgestiegen sein.

Neue S-Klasse treibt den Umsatz

Der Premiumhersteller hat seit dem vergangenen Jahr zahlreiche Neuheiten auf den Pkw-Markt gebracht und im dritten Quartal so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Insgesamt setzten die Stuttgarter 637.400 Pkw und Nutzfahrzeuge ab, ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

  • Platz 10

    Porsche - Plus 7,1 Prozent - 12.687 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Auch im ersten Halbjahr legen die Verkäufe zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

    Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

  • Platz 9

    Renault/Dacia - Plus 9,5 Prozent - 79.280 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Die Franzosen sind zurück. Mit dem neuen Clio als Zugpferd legt auch der Absatz deutlich zu. Die rumänische Billigtochter Dacia verpasst zwar knapp das zweitstellige Wachstum der Vorjahre, verkauft sich aber weiterhin blendend.

  • Platz 8

    Ford - Plus 9,8 Prozent - 108.548 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Die Ford-Werke in Köln haben zuletzt angekündigt, die Fiesta-Produktion in der Domstadt zu verlängern. Beim Kunden legt sich die Marke stärker zu als alle anderen mit deutschen Wurzeln.

  • Platz 7

    Seat - Plus 10,3 Prozent - 45.630 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

  • Platz 6

    Skoda - Plus 14 Prozent - 88.198 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Noch besser schlägt sich nur die tschechische VW-Tochter, die damit auch Renault/Dacia hinter sich lässt und mit über 88.000 verkauften Fahrzeugen zur erfolgreichsten Importmarke auf dem deutschen Markt aufsteigt.

  • Platz 5

    Land Rover - Plus 16,2 Prozent - 8.032 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

  • Platz 4

    Jaguar - Plus 16,8 Prozent - 2.612 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Die Raubkatze ist auf dem Sprung, auch wenn ihr Marktanteil mit 0,2 Prozent noch winzig ausfällt. Trotzdem: Neue Modelle wie der F-Type kommen auch in Deutschland an.

  • Platz 3

    Mazda - Plus 16,8 Prozent - 28.542 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik sogar auf das Treppchen.

  • Platz 2

    Nissan - Plus 22,8 Prozent - 32.250 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Fast hätte es für die Japaner sogar für das größte Wachstum im Markt gereicht. Der SUV Qashqai verkauft sich wie geschnitten Brot. Nur eine Marke wächst noch rasanter.

  • Platz 1

    Jeep - Plus 33,3 Prozent - 4.041 verkaufte Fahrzeuge im 1. Halbjahr 2014

    Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt.

Hinzu kamen zahlreiche neue Modelle wie das Flaggschiff S-Klasse und die neuen Kompaktwagen. Alleine von der umsatz- und margenstarken S-Klasse konnte Daimler 140 Prozent mehr verkaufen als im Vorjahr. Ergebniszuwächse erzielte die Kernsparte den Angaben zufolge auch, weil Daimler für seine Fahrzeuge höhere Preise erzielen konnte. Für 2014 rechnen die Stuttgarter mit einem neuen Absatzrekord. Bis dahin folgen noch weitere neue Modelle wie etwa die überarbeitete B-Klasse und der Stadtflitzer Smart.

Effizienzprogramme zahlen sich aus

Auch die vor zwei Jahren angestoßenen Effizienzprogramme waren ein Grund für die positive Entwicklung. Bis zu 90 Prozent der geplanten Sparsumme von 2 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte sollen demnach schon in diesem Jahr eingespielt werden. Bis Ende 2014 sollen in der Truck-Sparte zudem bis zu 80 Prozent des Sparziels von 1,6 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Weitere Artikel

Die Frage ist nur, wie lange Daimler und seine deutschen Konkurrenten den Aufwärtstrend noch halten können. In Europa ist der Hoffnungsmarkt Russland wegen des Konflikts um die Ukraine eingebrochen. Und am weltgrößten Pkw-Markt China hat das Wachstumstempo zuletzt spürbar nachgelassen. Aus wichtigen Schwellenländern, vor allem aus dem für den Lkw-Markt wichtigen Brasilien, kommen ebenfalls schlechte Konjunkturnachrichten. Daimler hat deshalb seine Wachstumsprognose zum weltweiten Autoabsatz um einen Prozentpunkt gestutzt auf drei bis vier Prozent.

"Die Ebit-Marge im Pkw-Bereich konnte deutlich gesteigert werden, erreicht jedoch noch nicht das Niveau der Konkurrenz aus München und Ingolstadt", sagt NordLB-Analyst Frank Schwope. "Allerdings sollte die Marge der Stuttgarter angesichts der relativ jungen Modellpalette in den nächsten Quartalen weiter zulegen können, wodurch sich die nächsten 2 Jahre als relativ ertragreich darstellen dürften. In einzelnen Quartalen 2015 sollte Daimler in der Lage sein, Audi und BMW margentechnisch die Rücklichter zu zeigen."

Noch nicht in dem Quartalsergebnis hat sich der Verkauf der Tesla-Anteile niedergeschlagen, diese werden erst in der Jahresbilanz auftauchen. Daimler hatte diese Woche bekannt gegeben, seinen vierprozentigen Anteil an Tesla für rund 600 Millionen Euro abzustoßen. Zu einem möglichen Einstieg beim italienischen Motorradbauer MV Agusta wollte sich Daimler nicht äußern. Finanzvorstand Uebber kündigte unabhängig davon aber an: "Größere Zukäufe planen wir nicht."

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