Autobauer: VW übernimmt Porsche früher als geplant

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Autobauer: VW übernimmt Porsche früher als geplant

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Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller und der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn sitzen in einem Porsche Boxter S. Die Hängepartie um die vollständige Übernahme von Porsche durch Volkswagen hat ein Ende.

Volkswagen und Porsche schließen sich dank eines Schlupflochs im Steuerrecht schneller zusammen als erwartet. Bereits zum 1. August will Volkswagen das Automobilgeschäft von Porsche übernehmen.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech setzt mit der beschleunigten Übernahme einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, den weltgrößten Autohersteller zu schaffen. Die enge Kooperation der künftig zwölf Konzernmarken soll die Kosten deutlich senken. „Volkswagen und Porsche werden durch die Zusammenführung ihres operativen Geschäfts in Zukunft noch stärker - finanziell und strategisch“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn am Mittwoch.

Die Porsche-Holding, die bisher neben dem Sportwagenbauer Porsche AG auch gut die Hälfte der Volkswagen-Stammaktien besitzt, erhält von Volkswagen als Kaufpreis 4,46 Milliarden Euro und eine Stammaktie. Damit kann die hoch verschuldete Porsche-Holding ihre Verbindlichkeiten abbauen und hat sogar noch Geld für neue Investitionen übrig, die nach einer Satzungsänderung auch in Windkraftanlagen möglich sind. Volkswagen stockt im Gegenzug seine Beteiligung am Autobauer Porsche AG auf 100 Prozent von bisher 49,9 Prozent auf. Die Marke Porsche werde zu einem „festen Bestandteil“ des VW-Konzerns, begründete Winterkorn den Schachzug.

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Der Wolfsburger Konzern und die Porsche-Holding erwarten durch die beschleunigte Integration Einsparungen von rund 320 Millionen Euro, die sich beide Unternehmen brüderlich teilen wollen. Allein wegen der Übertragung einer einzelnen VW-Stammaktie kommen die Konzerne bei der Transaktion steuerlich weitaus günstiger weg als zunächst kalkuliert. Das Finanzamt wird bei der Übernahme voraussichtlich leer ausgehen. Nach Abstimmung mit den Steuerbeamten in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin ist klar: Statt als Umwandlung kann die Übernahme auch als Restrukturierung eingestuft werden - ohne steuerliche Nachteile für die Unternehmen, die Porsche und VW bisher bei der Eingliederung einkalkuliert hatten. Bereits vor knapp einem Monat hatte die WirtschaftsWoche über den Steuer-Trick berichtet.

Steuerexperten hatten mit einem Ertrag aus Körperschaft-, Gewerbe- und Grunderwerbsteuer von bis zu 1,5 Milliarden Euro kalkuliert, wenn die Porsche AG mit milliardenschweren stillen Reserven im Gepäck rechtlich im Zuge einer Unternehmensumwandlung bei VW untergeschlüpft wäre. Steuerfrei wäre eine solche Umwandlung erst ab Mitte 2014 möglich gewesen. Die stillen Reserven müssen nun nicht zwingend aufgedeckt werden, steuerliche Belastungen „könnten vermieden werden“, heißt es in einer Reuters vorliegenden Rechtsauskunft der Steuerbehörden in Stuttgart.

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