Autohersteller: Ford Fiesta bleibt in Köln

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Autohersteller: Ford Fiesta bleibt in Köln

von Nora Jakob

Die monatelange Hängepartie ist vorerst vorbei: Ford wird seinen Fiesta weiter in Köln produzieren. Doch die Belegschaft muss einen hohen Preis dafür zahlen.

Um Ford brodelten schon längere Zeit Gerüchte: Bleibt das Werk in Köln bestehen, oder geht der Ford Fiesta nach Rumänien? Bereits im Februar hieß es seitens des Aufsichtsrates, dass der Kölner Standort nicht profitabel sei. Eine Verlagerung sollte angeblich ins weniger ausgelastete Werk nach Craiova in Rumänien erfolgen. Eine Entscheidung sollte noch dieses Jahr fallen.

Schon 2017 steht ein Modellwechsel des Ford Fiesta an und die Produktion des Nachfolger müsse auch zu wettbewerbsfähigen Bedingungen in Köln fortgesetzt werden können. Dafür müssen die Beschäftigten künftig flexibler, effizienter und billiger arbeiten als bisher, hieß es damals. Dann blieb es lange ruhig um den Fiesta.

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Dann wurden eilig Einladungen zu einem Pressegespräch in die Ford-Werke nach Köln-Niehl verschickt, die zunächst nichts Gutes verhießen. Nur so viel: Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat wollten gemeinsam über wichtige Entscheidungen informieren, die für die Ford-Werke GmbH an den beiden Standorten Köln und Saarlouis getroffen wurden. Weil man sich an einem wichtigen Punkt der Verhandlungen befand, drang nichts weiter nach außen. Die Arbeitsnehmervertretung hüllte sich in Schweigen.

Am Ende bleibt erst einmal alles beim Alten: Der Kölner Standort bleibt die einzige europäische Produktionsstätte für den Ford Fiesta - bis 2021 gibt es in Köln und Saarlouis außerdem keine betriebsbedingten Kündigungen.

Ford will zudem einige der Tätigkeiten, die bisher an Zulieferer ausgelagert waren, künftig selbst ausführen. Das wird die Kosteneffizienz zusätzlich steigern und die Produktion der kommenden Ford Fiesta-Generation international wettbewerbsfähig machen, heißt es in einem schriftlichen Statement. Diese Vereinbarungen können aber auch Nachteile mit sich bringen - und die werden wohl vor allem auf die Mitarbeiter zukommen. Das Unternehmen plant in der Kölner Fahrzeugfertigung ein Zwei-Schichtmodell einzuführen.

Das bedeutet: Neue flexiblere Arbeitsstunden und -wochen, um die Nachfrage an die Produktion anzupassen. Eine dritte Schicht wird hingegen für das Motorenwerk eingeführt. Durch die vereinbarten Maßnahmen wird das Unternehmen voraussichtlich während der Laufzeit der Vereinbarung von 2017 bis 2021 400 Millionen Dollar einsparen können, heißt es in der Mitteilung

Ford-Werke-Chef "Hybridfahrzeuge haben die besten Perspektiven"

Autofahrer zahlen lieber für Komfort als sparsamere Antriebe. Ford-Werke-Chef Mattes will daher noch mehr Individualisierung für den Fiesta anbieten. Den Focus Electric sieht er eher in Flotten als Privatgaragen.

Ford Focus Eletric: 145 PS-stark spurtet er in 10,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Reichweite: laut Focus bis zu 162 Kilometer. Ladezeit: 3 Stunden bei 32 A-Ladestation, zu Hause an der 16-A-Steckdose elf Stunden. Quelle: Ford

„Die Fertigung an den deutschen Ford Standorten ist für ihre Effizienz und Leistungsfähigkeit bekannt. Damit dies auch künftig – trotz sich verändernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen – so bleibt, haben wir gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung eine Vereinbarung treffen können. Mit beidseitigen Zusagen war es möglich, den Standorten und der Belegschaft eine langfristige Perspektive zu geben“, sagte Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH.

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