Autoindustrie: Audi, BMW und Daimler vor schweren Zeiten

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KommentarAutoindustrie: Audi, BMW und Daimler vor schweren Zeiten

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Für Daimler laufen die Geschäfte in den USA hervorragend, auch Audi und Porsche entwickeln sich dort prächtig. Aber reicht das für einen nachhaltigen Aufschwung in der Autoindustrie?

von Franz W. Rother

Die Freude über die überwiegend guten Quartalszahlen der deutschen Autohersteller dürfte nur kurz währen. Die Autoindustrie wird sich in den nächsten zehn Jahren neu erfinden müssen.

Audi hält an den Jahreszielen fest, BMW setzt seinen Erfolgskurs fort, Porsche wächst weiter kräftig, Opel reduziert die Verluste, Volkswagen ist nicht zu bremsen und Daimler kriegt kräftigen Rückenwind aus USA: Nach den Schlagzeilen der vergangenen Tage geht es der deutschen Autoindustrie – vordergründig - besser denn je. Die aktuell vorgelegten Quartalsberichte erzählen zwar auch von Absatzproblemen in Europa und dem steigenden Konkurrenzdruck, von sinkenden Renditen im Neuwagengeschäft und von den hohen Investitionen in alternative Antriebe, die das Ergebnis belasten. Aber unter dem Strich wird die Botschaft verkündet: Die aktuellen Probleme sind nur vorübergehender Natur und der Eurokrise geschuldet. Aber insgesamt wird die Erfolgsgeschichte weitergehen.

Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Die Krise auf dem europäischen Automobilmarkt ist mitnichten vorbei. Im September sind die Absatzzahlen auf dem für die meisten deutschen Hersteller immer noch wichtigsten Absatzmarkt zwar leicht nach oben gegangen, aber betrachtet man den gesamten Jahresverlauf, so liegt der Markt immer noch deutlich unter dem Vorjahresniveau.

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Westeuropa ist das Sorgenkind der Autoindustrie. Quelle: dpa

Und nicht nur dies: Audi-Chef Rupert Stadler rechnete dieser Tage auf dem Auto-Gipfel des Handelsblatt in München vor, dass der europäische Automarkt in den vergangenen Jahren um insgesamt 3,5 Millionen Einheiten geschrumpft ist – das sind etwa so viele Pkw, wie in Deutschland in guten Jahren neu zugelassen werden. Fünf bis sieben Automobilfabriken könnten deshalb eigentlich problemlos geschlossen werden, ohne dass Lieferengpässe entstünden. Und eine rasche Erholung ist nicht zu erwarten. Erst Ende des Jahrzehnts, also im Jahr 2018, werde es wieder aufwärts gehen, prophezeit der Audi-Chef.

Auch die erfreulich positive Entwicklung des wichtigen US-Automarkts wird nach Expertenschätzungen nicht lange anhalten. Große Hoffnungen setzen die Autohersteller auf China und andere asiatische Märkte – dort geht es aktuell immer noch recht dynamisch voran.

Kfz-Absatz in ASEAN-Ländern 2012:

LandPkwNutzfahrzeugeInsgesamtVeränderung
Thailand694.000742.0001,4 Millionen+81 %
Indonesien781.000335.0001,1 Millionen+ 25 %
Malaysia552.00076.000628.000+ 5 %

Quelle: Asean Automotive Federation (AAF)

Und große Potenziale sehen Audi, BMW, Daimler & Co. Auch noch in den sogenannten MIST-Staaten, in Mexiko, Indonesien, Südkorea und der Türkei. Aber die Bäume wachsen auch dort nicht in den Himmel. Und wer diese Märkte knacken will, muss zunächst einmal kräftig investieren, in neue Fabriken und Vertriebsstrukturen.

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