Autoindustrie : Fünf Autowerke sind überflüssig

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Autoindustrie : Fünf Autowerke sind überflüssig

von Rebecca Eisert

Autoexperte Stefan Bratzel sagt Europas Autoindustrie eine düstere Zukunft voraus. Die Prognose für 2012 und 2013.

Stefan Bratzel sieht schwarz. „Die Marktsituation für die Autoindustrie in Europa wird sich 2013 weiter verschlechtern“, prophezeit der Leiter des Center of Automotive Management CAM. Auch in Deutschland sinkt nach seiner Prognose die Zahl der Neuzulassungen. In diesem Jahr sind es noch 3,1 Millionen Pkw, 2013 erwartet er weniger als drei Millionen.

Kapazitäten müssen runter
Die Autohersteller, die ihre Fahrzeuge hauptsächlich in Europa anbieten, müssen sich auf erhebliche Anpassungen einstellen. „Die Produktionskapazitäten in Westeuropa müssen um mindestens 1,5 Millionen reduziert werden.“ Mindestens fünf Werke seien langfristig überflüssig. Schon zwischen 2007 und 2012 schrumpfte die Zahl der Neuzulassungen europaweit um 20 Prozent. Das entspricht einem Minus von drei Millionen Autos.

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Autoabsatzprognose für 2012 und 2013

  • USA

    2011: 12,8 Millionen

    2012: 14,3 Millionen (+11,5 Prozent)

    2013: 14,8 Millionen (+ 3,5 Prozent)

  • Westeuropa

    2011: 12,8 Millionen

    2012: 11,8 Millionen ( - 7,9 Prozent)

    2013: 11,5 Millionen (-2,5 Prozent)

  • Japan

    2011: 3,5 Millionen

    2012: 4,5 Millionen (+ 27,7 Prozent)

    2013: 4,2 Millionen (- 6,7 Prozent)

  • China

    2011: 12,2 Millionen

    2012: 13,1 Millionen ( + 7,4 Prozent)

    2013: 13,5 Millionen (+3,1 Prozent)

  • Russland

    2011: 2,6 Millionen

    2012: 2,9 Millionen (+12,5 Prozent)

    2013: 3,0 Millionen (+3,4 Prozent)

  • Indien

    2011: 2,5 Millionen

    2012: 2,8 Millionen (+9,2 Prozent)

    2013: 2,9 Millionen (+5,5 Prozent)

  • Brasilien

    2011: 3,4 Millionen

    2012: 3,6 Millionen (+4,8 Prozent)

    2013: 3,8 Millionen (+4,2 Prozent)

  • Global

    2011: 65,5 Millionen

    2012: 68 Millionen (+4,0 Prozent)

    2013: 69 Millionen (+1,5 Prozent)

Man müsse damit rechnen, dass der Pkw-Markt in Westeuropa im Jahr 2013 zum sechsten Mal in Folge schrumpft. „Wobei derzeit noch von einem moderaten Rückgang von 2,5 Prozent auf 11,5 Millionen Pkw gerechnet wird.“
USA als Wachstumslokomotive
Konzerne, die weltweit Autos verkaufen, können die Rückgänge in Europa teilweise durch höhere Absatzzahlen in anderen Regionen ausgleichen. „Insbesondere die USA sind die Wachstumslokomotive der Autoindustrie 2012 mit einem zweistelligen Absatzplus.“

Nach der Prognose des CAM steigen die Absätze im USA Markt in diesem Jahr auf 14,25 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Das ist der höchste Stand seit 2007. Für 2013 rechnen die Experten weiter mit einem wachsenden Markt – allerdings nur noch im einstelligen Prozentbereich.


Russland läuft Deutschland den Rang ab

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Der chinesische Markt wird sich nach Meinung von Bratzel weiter abkühlen und 2013 und rund drei Prozent wachsen. Für Indien, Russland und Brasilien rechnet Bratzel ebenfalls mit weiter steigenden Absatzsätzen. Russland könnte 2013 mit einem geschätzten Absatz von drei Millionen erstmals Deutschland als fünfgrößten Einzelmarkt ablösen.
Weltweit prophezeit Bratzel der Autobranche für 2012 allerdings ein Wachstum von vier Prozent. Für 2013 sagt er ein Plus von 1,5 Prozent voraus. Damit würden weltweit 69 Millionen Fahrzeugen verkauft.
Bratzel: „Als Erfolgsfaktoren für Automobilhersteller werden die „globale Aufstellung“ als auch „Flexibilität“ immer wichtiger. Einerseits um Schwankungen von einem Markt durch Absatz in anderen Regionen auszugleichen, andererseits um schnell auf Marktveränderungen z.B. durch Anpassungen der Produktion reagieren zu können.“

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