Autoindustrie im Stresstest: So belastbar sind die deutschen Autobauer

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Autoindustrie im Stresstest: So belastbar sind die deutschen Autobauer

Von nichts ist unsere Wirtschaft so abhängig wie vom Erfolg der Autoindustrie. Was bleibt von unserem Wohlstand, wenn die Autoindustrie in die nächste Krise fährt? VW, BMW und Daimler im exklusiven Stresstest.

Wer in diesen Wochen mit Deutschlands Automanagern spricht, glaubt am Ende an die Existenz zweier Welten. In der einen Welt schwärmt Daimler-Chef Dieter Zetsche Ende April auf der Motorshow im chinesischen Shanghai: „Wenn man die Automobilindustrie abzieht, bleibt in Deutschland nicht so wahnsinnig viel übrig.“ In dieser Welt bewegt sich auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, als er am vergangenen Dienstag vor den Teilnehmern der Hauptversammlung seines Konzerns sagt: „Volkswagen ist ein kerngesundes, gut aufgestelltes Unternehmen.“ Es ist die Welt, in der Männer wie Zetsche, Winterkorn oder auch der BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer den Ton angeben. Meistens klingt der nach Superlativ.

Und dann gibt es da eine zweite Welt. Von den ganz Großen aus den obersten Etagen der Autoindustrie scheint dort nur einer zu leben: Ferdinand Piëch, bis vor Kurzem Aufsichtsratschef von VW. Es ist eine Welt voller Ungewissheit, in der sich abzeichnende Risiken in China, Russland und Südamerika sowie ein gewaltiger technologischer Wandel die Themen sind. Eine Welt, in der jemand wie Piëch auch mal versuchen kann, einen Vorstandsvorsitzenden zu stürzen, wenn er glaubt, dass dieser die Zukunft nicht gewinnt.

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Was aber wäre, wenn das gar nicht zwei Welten sind – sondern eher eine Sicht auf die Welt von heute und eine Sicht auf die Welt von morgen? Wenn Piëch mit seinem gescheiterten Putschversuch gegen Winterkorn zwar charakterlich daneben, inhaltlich aber richtig lag? Hinter vorgehaltener Hand spricht ein Vorstand auf der VW-Hauptversammlung. Ja, die in der Öffentlichkeit genannten Probleme seien im Konzern schon länger bekannt.

Aber erst durch den Hinweis von Ferdinand Piëch hätten sie die nötige Aufmerksamkeit gefunden: „Es kommt immer darauf an, wer die Dinge ausspricht.“ Da ist es also, das Unwohlsein über all die euphorischen Erfolgsmeldungen, das sich nun unter den Stolz mischt, mit dem die beispiellose Erfolgsserie der großen drei Autokonzerne bisher verfolgt wurde.

Schließlich hängt unser wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich an dieser Branche. 770.000 Menschen bauen hier Autos, zusammen mit den Beschäftigten in den Zulieferbetrieben geht es um zwei Millionen Beschäftigte. Sie erarbeiten seit 2011 Wachstumsraten zwischen 4,5 Prozent (VW) und 10 Prozent (Daimler) pro Jahr. Gut 30 Prozent aller Gewinne im Dax jenseits der Banken gehen auf das Konto der Autokonzerne.

Erfolg aber ist so eine Sache. Er kann den Grundstein dafür legen, noch erfolgreicher zu werden. Oder er kann dazu verleiten, Probleme zu übertünchen.

Womit wir bei den Garanten für den Autoboom wären, im Wesentlichen drei an der Zahl. Erstens: China, wo deutsche Hersteller bis zu 40 Prozent ihrer Fahrzeuge absetzen – Tendenz stark steigend. Zweitens: Die Lust der Autofahrer auf große und teure und damit für die Konzerne hoch profitable Geländewagen (SUVs) ist ungebremst. Drittens: Niedrigzinsen und Leasingangebote beflügeln den Absatz von Neuwagen.

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