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Autoindustrie : Liegt hier unsere Zukunft?

von Dietmar H. Lamparter Quelle: Zeit Online

Daimler entwickelt mit Chinas BYD ein ganz neues E-Auto. Ein Lehrstück über den Versuch, mit der Konkurrenz in Fernost gemeinsame Sache zu machen.

Die Gewinner und Verlierer auf dem chinesischen Markt

Mercedes

Die schwäbischen Autobauer freuen sich über den wachsenden Absatz in China und Hongkong. 216.064 Kunden entschieden sich dort 2011 für ein Fahrzeug mit Stern. Das Rekordergebnis von 2010 wurde damit um mehr als 30 Prozent überboten. Ihr Ziel, in China im Gesamtjahr um mindestens 20 Prozent zuzulegen, hat die Marke deutlich übertroffen. Zum Vergleich: 2009 verkauft Mercedes-Benz in China/Hongkong erst 64.254 Fahrzeuge, 2010 waren es bereits 161.090.

Im indischen Markt tut sich Mercedes wie die anderen deutschen Hersteller bisher schwer. Der Absatz lag 2011 bei 6.650 Fahrzeugen - immerhin eine Verdopplung gegenüber 2009 (3.370). Damit liegen die Schwaben auch vor der Konkurrenz aus Ingolstadt.

Bild: Reuters

Wenn Autobauer ein neues Modell entwickeln, geschieht das unter strenger Geheimhaltung. Erst recht, wenn sich ein deutscher Automobilkonzern mit einem chinesischen Hersteller von Hochleistungsakkus verbündet, um gemeinsam ein Elektroauto zu bauen. Für China, den größten Automarkt der Welt.

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Ausnahmsweise darf die ZEIT hinter den Kulissen beobachten, wie Deutsche und Chinesen zusammenarbeiten. Sie nennen es das »Projekt Tiger«.

Daimler ist der deutsche Teil. Kein anderes Unternehmen hat mehr Erfahrung im Automobilbau. Bis 2015 will der Konzern in China mehr Mercedes-Modelle verkaufen als irgendwo sonst in der Welt. Mehr als in Deutschland, mehr als in Amerika.

BYD auf einer Auto-Messe Quelle: AP
Nachdem BYD Weltmarktführer für Handy- und Laptop-Akkus wurde, hat das Unternehmen ein neues Ziel: Weltmarktführer in der Automobil-Branche werden. Quelle: AP

BYD heißt der chinesische Partner. Das Kürzel steht für Build Your Dreams. Nur zehn Jahre hat das Unternehmen gebraucht, um zum Weltmarktführer für Handy- und Laptop-Batterien aufzusteigen. Dann ist BYD in die Produktion von Autos eingestiegen. Auch dort heißt das Ziel: die Nummer eins werden.

Chinas Hoffnung ist der Klimawandel. Jahrelang haben die Chinesen versucht, Autos zu verkaufen, die Benzin verbrennen. Ohne großen Erfolg. Mehr als 100 Jahre Rückstand bei der Entwicklung von Benzinmotoren ließen sich nicht aufholen. Seit jedoch die Menschheit aus Angst vor schmelzenden Gletschern und steigenden Meeren nach Elektroautos fragt, sehen Pekings Wirtschaftsplaner eine neue Chance.

Wer von dem Bündnis am meisten profitiert ist noch nicht klar

Bündnisse mit westlichen Konkurrenten sollen den Chinesen den Weltmarkt öffnen. So wie das Projekt Tiger zwischen Daimler und BYD. Es sind Partnerschaften, bei denen nicht klar ist, wem sie am Ende am meisten nützen werden. BYD will von Daimler das Fachwissen haben, das ein Unternehmen braucht, um Autos für den Weltmarkt zu bauen.

Daimler hofft auf besseren Zugang zu den 150 Millionen Chinesen, die sich noch in diesem Jahrzehnt ein Auto kaufen werden.

Aber wer wird am Ende der Gewinner sein?

Genf im März 2010. Auf dem Autosalon bestaunt die europäische Fachwelt ein Elektroauto aus China. Den BYD e6 im Format eines VW Golf. Gefälliges Styling, fünf Sitze, großer Kofferraum. Mit einer Batterieladung soll er stolze 300 Kilometer schaffen. Pünktlich zur Messe in der Schweiz geben Daimler-Chef Dieter Zetsche und BYD-Chef Wang Chuanfu ihre neue Allianz zum Bau eines E-Autos bekannt.

»Eine perfekte Kombination« sei das, lässt Zetsche verkünden. BYD bringe seine Expertise in der Batterietechnologie ein, Daimler seine Kompetenz bei der Entwicklung von Fahrzeugarchitekturen. »Eine Win-win-Situation« ergebe sich durch die sich hervorragend ergänzenden Kompetenzen beider Seiten, lässt sich Wang Chuanfu zitieren, Gründer, größter Aktionär und Vorstandsvorsitzender der BYD Company.

Wang ist erst Mitte vierzig, aber schon eine Legende in China: Bauernsohn, Chemieingenieur, dann Angestellter in einem Staatsbetrieb. Mit geliehenem Geld startet er 1995 die Realisierung seines ersten Traums, die Entwicklung von Akkus für Handys und andere mobile Geräte.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2012, 08:25 Uhrxyz

    "So wie das Projekt Tiger zwischen Daimler und BYD. Es sind Partnerschaften, bei denen nicht klar ist, wem sie am Ende am meisten nützen werden. BYD will von Daimler das Fachwissen haben, das ein Unternehmen braucht, um Autos für den Weltmarkt zu bauen."

    China ist ein staatliche gelenkter Kapitalismus. Also fördert China auch nur Projekte, die China vom Nutzen sind. Profitieren wird ergo nachher China. Dank Technologietransfer und verstärktem KnowHow kann es nachher E-Autos produzieren von guter Qualität für ein Drittel des deutschen Preises. Wenn man sich dann die kommende Nachfragesituation betrachtet, ist klar, dass in vielen Gegenden die Bereitschaft sinken wird, für den Namen eines Autos zu bezahlen. Die chinesischen Firmen haben gute Voraussetzungen ihre PKW nachher in Europa loszuwerden, wenn der Preis stimmt und dann noch KnowHow aus DE die Qualität verbessern half. Die Verbraucher in Europa schnallen nämlich überall ihre Gürtel enger und bevor man nachher gar kein Auto fährt, nimmt man das günstige chinesische Fabrikat. Zumindest in der Mittelschicht wird es so kommen. Das Segment wird Kleinstwagen bis Mittelklassewagen zunehmend Verkaufsmöglichkeiten für chinesische Firmen bieten. Bei PKW gibt es eh schon ein riesiges Überangebot und Überkapazitäten. Also werden Preise wohl sinken müssen. Und für das Prämiumsegment gehen auch Käuferschichten verloren - zumindest in Europa.

  • 21.01.2012, 10:07 Uhrkonsyltacii

    По-русски:
    Вполне возможно, что сама типовая схема автомобиля требует изменения. Специалисты признают, что использующая типовая схема современных автомобилей не удовлетворяет все потребностей покупателя.

    English:
    It is possible that the typical scheme of the car to be changed. Experts agree that using typical scheme of the automobile does not meet all the needs of the buyer.

    http://twitter.com/easypayshop

    http://twitter.com/konsyltacii_com


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