Automarkt: Russen auf der Überholspur

Automarkt: Russen auf der Überholspur

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VW war als erster deutscher Autobauer mutig genug, ein eigenes Werk in Russland zu errichten. Das hat sich gelohnt, denn der russische Automarkt ist derzeit einer der lukrativsten.

Der russische Automarkt wächst und wächst. Vor allem deutsche Konzerne wie VW gehören zu den Gewinnern, weil sie viel riskiert haben.

Wer in Russland Erfolg haben will, muss sich mit Wladimir Putin gut stellen. Das wissen auch die Autobauer in Wolfsburg und legen sich mächtig ins Zeug. So sponsert VW nicht nur die russische Fußballauswahl, sondern auch Putins umstrittene Winterolympiade in Sotschi. Bei einem Treffen mit dem russischen Premier heimste Konzernchef Martin Winterkorn dafür persönlich ein Lob ein.

Der Aufwand der Wolfsburger hat seinen Grund, denn der russische Automarkt ist momentan einer der lukrativsten weltweit. Nach einem Absturz im Krisenjahr 2009 legten die Verkaufszahlen 2010 und 2011 um 30 und 40 Prozent zu. Im laufenden Jahr könnten die Russen mehr Autos kaufen als Deutsche, schätzen Experten des Gladbacher Center of Automotive Management, insgesamt 3,2 Millionen Stück. Anfang 2012 legte der Absatz um ein Viertel zu, deutlich stärker als erwartet.

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Prognose Welt-Automarkt 2012

  • USA

    Nach Prognosen des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach steigen die Absätze im US-Markt auf 14 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Das ist der höchste Stand seit 2007.

  • China

    In China wird in 2012 mit einem niedrigen einstelligen Wachstum gerechnet und einem Absatz von dann 12,6 Millionen Pkw.

  • Russland

    Russland könnte mit einem geschätzten Pkw-Absatz von 3,2 Millionen erstmals Deutschland als fünftgrößten Einzelmarkt ablösen.

  • Deutschland - Europa

    Für den deutschen Markt wird mit einem leichten Rückgang der Pkw-Neuzulassungen auf etwa 3,1 Millionen gerechnet. Der Pkw-Absatz in Westeuropa wird um fast 6 Prozent sinken.

Deutsche Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes profitieren davon. Allein VW konnte seinen Absatz im vergangenen Jahr verdoppeln. Der Marktanteil aller deutschen Hersteller sei laut Verband der Automobilindustrie erstmals auf über 20 Prozent gestiegen.

Knebelverträge für westliche Konzerne

Für die Wolfsburger zahlt sich ihre Risikobereitschaft aus. Sie sind der erste deutsche Autokonzern, der sich mit einem eigenen Autowerk nach Russland getraut hat. Mehr als eine halbe Milliarde Euro investierte VW in Kaluga bei Moskau, wo im vergangenen Jahr 135.000 Autos vom Band rollten. Der Mangel an Zulieferern, ausgebildeten Arbeitern und eine schwere Wirtschaftskrise sorgten für einen holprigen Start. Nun ist das Werk nahezu ausgelastet. Und das Verkaufsplus im Februar von 74 Prozent zum Vorjahresmonat zeigt, dass es weiter aufwärts geht.

Ganz freiwillig war die Investition jedoch nicht. Die russische Regierung wollte die rückständigen heimischen Hersteller nicht ohne Gegenleistung der Konkurrenz westlicher Konzerne preisgeben. Der Importzoll von 30 Prozent auf Neuwagen sollte nicht nur die Ladas konkurrenzfähig machen, sondern auch ausländische Konzerne zur Produktion auf russischem Boden bewegen.

Für Putins Regierung eine Prestigefrage, denn die Autoherstellung ist einer der wenigen nennenswerten Industriezweige außerhalb des Rohstoffsektors. Damit dies auch so bleibt, müssen Hersteller ihre Stückzahlen auf 300.000 jährlich hochfahren. Nur wer dabei 60 Prozent der Teile in Russland herstellt, kann die übrigen Komponenten zollfrei einführen.

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