Automesse in Peking: Autobauern drohen Überkapazitäten in China

Automesse in Peking: Autobauern drohen Überkapazitäten in China

von Jan Willmroth

Noch vor wenigen Jahren galt die chinesische Automobilmesse als unbedeutend. Das ist heute anders: Zum Messeauftakt richten sich die Augen der Autobranche nach Peking - denn dort entscheidet sich der Erfolg europäischer Hersteller. Schon warnen Experten vor Überkapazitäten, wenn das Wachstum nicht anhält.

Wenn die Top-Manager der etablierten Autohersteller in dieser Woche in Peking reihenweise neue Modelle enthüllen, steckt unter den Tüchern immer auch ein gutes Stück Hoffnung. Die Hoffnung, das zuletzt abgeschwächte Wachstum des chinesischen Automarkts möge wieder anziehen. Auf der "Auto China" buhlt eine ganze Branche um die Gunst ihrer wichtigsten Kunden. Denn sobald die Chinesen weniger Autos kaufen, bekommen Audi, BMW & Co. das sofort zu spüren. Allen ist klar: Die Zukunft der Branche entscheidet sich zum großen Teil in der Volksrepublik.

Diese hat sich zum weltweit wichtigsten Absatzmarkt für neue Fahrzeuge entwickelt. Rund 14,5 Millionen Autos haben die Chinesen 2011 gekauft, mehr als die Autoriesen Volkswagen und Ford insgesamt losgeworden sind. Ein Fünftel aller Autos weltweit wird nach Prognosen des Duisburger CAR-Instituts in diesem Jahr auf dem chinesischen Markt verkauft. Dabei ist noch ein riesiges Potenzial übrig: Noch nicht einmal jeder zehnte Chinese fährt Auto. Schon heute machen deutsche Premiumhersteller mehr als 16 Prozent ihres Absatzes in China. Von allen zusätzlich verkauften Audis gingen im vergangenen Jahr mehr als 93 Prozent nach China. Nirgendwo werden mehr Audis nachgefragt.

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Es drohen Überkapazitäten

So wird deutlich, wie abhängig die Branche inzwischen vom Reich der Mitte ist. "Automärkte wie China und Indien kannten jahrelang nur eine Richtung, nämlich aufwärts", sagte Mathieu Mayer, Leiter des Automobilbereichs bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, zur Eröffnung der Pekinger Messe. Die KPMG-Experten warnen allerdings schon vor Überkapazitäten: Während die Zahl der Werke in China bis 2014 um rund ein Drittel steigen wird, sieht der 12. Fünf-Jahres-Plan der Regierung eine Ausweitung Produktionskapazitäten von rund 23 Millionen Fahrzeugen pro Jahr auf mehr als 35 Millionen bis 2015 vor. Sollte das Wachstum nicht mithalten, gehen den Autobauern Gewinne verloren, wenn sie diese Kapazitäten nicht ausschöpfen können.

Auch die Duisburger Forscher um Ferdinand Dudenhöffer warnen vor Überkapazitäten. Zwar hätten diese bislang vor allem chinesische Hersteller betroffen, doch werde der Wettbewerb härter. "Massenautos gehen in China nicht mehr weg wie warme Semmel", schreibt Dudenhöffer.

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