Automesse Shanghai: Angriff auf die deutschen Autobauer

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Automesse Shanghai: Angriff auf die deutschen Autobauer

von Philipp Mattheis

Auf der 15. Auto-Messe in Shanghai setzen alle auf Wachstum. Auch die Chinesen selbst wollen im immer noch stark wachsenden Automarkt mitmischen. Eine Chance liegt in den Elektro-Autos.

Angeblich gibt es eine Regel auf der chinesischen Automesse: Je leicht bekleideter die Damen, die vor dem Auto lächelnd herumstehen, desto schlechter das Fahrzeug. Rund 2000 Autohersteller und Zulieferer aus 18 Ländern präsentieren hier rund 1300 Autos, davon 111 Weltpremieren. Nun gibt es auf der Automesse eine große Zahl von dünn bis kaum angezogenen Mädchen, die sich vor diversen Automodellen räkeln, um Pressefotografen zumindest mit dieser Art von Kurven zum Fotografieren zu verleiten.

Während in Europa die Stimmung eher mies ist, gibt sich die deutsche Autobranche auf der Messe positiv und manchmal gar euphorisch. Denn: Die Chinesen lieben deutsche und ausländische Autos. Alleine der VW-Konzern hat sich 20,3 Prozent Marktanteil erobert. Die deutschen Marken dominieren das Geschehen. Für sie gedeiht der Markt und lässt die Bosse strahlen. So referierte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf dem Stand seines Hauses vor der Presse die relevanten Eckdaten: 2012 kauften die Chinesen 13 Millionen neue Autos. 2013 werden es zwischen einer und 1,7 Millionen mehr sein. 2020 rechnet der Daimler-Chef, dass jeder dritte Neuwagen auf der Welt einen chinesischen Käufer findet. Somit erklärt sich der Umstand, dass die seit 1985 im Rhythmus von zwei Jahren veranstaltete Automesse die derzeit wichtigste der Welt ist. 111 Premieren von Serienfahrzeugen und 69 Studien auf einer Automesse sind ein einsamer Rekord.

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Der Erfolg der deutschen Hersteller kommt nicht von ungefähr. Autos "Made in Germany" bieten hohe Qualität, Status und treffen damit den Geschmack der Käufer. In Shanghai huldigen sie dem Trend zu SUVs mit durchweg gelungenen Studien. Bereits ganz nah an die Serie hat sich der Mercedes GLA heran gearbeitet. Die Allradversion der A-Klasse kommt bereits 2014. Das vierte Modell auf Basis der Frontmotor-Plattform, die bislang die A- und B-Klasse sowie die viertürige Limousine CLA hervorgebracht hat, orientiert sich am Audi Q3 oder am BMW X1. Bei der Motorisierung der Studie GLA entschied sich der Hersteller für den bereits bekannten 1,6-Liter-Benziner mit 155 kW/211 PS.

China-Gewinner Volkswagen

15,5 Millionen Autos wurden 2012 in China abgesetzt, 2,6 Millionen davon verkaufte allein Volkswagen. Das China-Geschäft macht rund ein Viertel des weltweiten Absatzes von VW aus. "In Ostchina verlangsamt sich das Wachstum", sagt Uwe Haizmann, China-Chef des Konzerns. "Es steigt aber in Süd- und Westchina, wo wir neue Fabriken eröffnen."

Auch die jüngste Rückrufaktion von 380.000 Wagen trübt die Wachstumsaussichten nicht. Am 15. März, dem Weltverbrauchertrag, war Volkswagen neben Apple und zwei chinesischen Firmen im Staatsfernsehen CCTV angeklagt worden: Seine Getriebeschaltung DSG funktioniere schlecht. Daimler, BMW und Audi wurde außerdem vorgeworfen, giftige Dämmstoffe zu verwenden. China-Kenner vermuten dahinter eine gezielte Attacke auf ausländische Konzerne. Wer in China Autos verkaufen will, muss sich einen heimischen Partner suchen. "Alle Joint-Ventures sind Zwangs- und keine Liebesheiraten", sagt Autoexperte Jochen Siebert von der Unternehmensberatung JSC in Shanghai. "Insofern läuft keines besonders glücklich." Pekings Strategie, über Technologie-Transfers heimische Autobauer zu stärken, geht trotzdem nicht auf: Nur drei von zehn verkauften Fahrzeugen kommen von chinesischen Herstellern. Das stinkt der Regierung in Peking.

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