Automobilbau: Der Kampf um das Milliardengeschäft mit Elektroautos - Seite 3

Automobilbau: Der Kampf um das Milliardengeschäft mit Elektroautos

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So dreist die Forderungen der Unternehmen teilweise auch sein mögen – die Autobauer können gewiss sein, dass die Politik ihnen zuhört. Denn es geht um viel für die Autonation Deutschland. „Das Elektroauto kommt“, sagt McKinsey-Berater Malorny, „und keine andere Volkswirtschaft hat dabei so viel zu gewinnen oder zu verlieren wie die deutsche.“

Denn bei der Elektromobilität reicht es nicht, den Otto-Motor durch ein Elektroaggregat zu ersetzen und statt des Tanks eine aufladbare Batterie einzubauen. 124 Jahre nachdem Carl Benz mit dem ersten benzinbetriebenen „Motorwagen“ durch Mannheim tuckerte, muss das beliebteste Fortbewegungsmittel der Welt völlig neu erfunden werden.

Spekulationen über ein "iCar"

Das Heimatland der Daimlers, Boschs, Diesels und Porsches hat mit seinen mächtigen Autobauern und den unzähligen innovativen Zulieferern eine gute Chance, auch in der neuen, der elektrischen Epoche des Autofahrens den Ton anzugeben. Doch auf ihre alten Stärken allein darf sich die deutsche Vorzeigeindustrie nicht verlassen. Denn sie nützen oft wenig im neuen elektrischen Zeitalter: Dieseleinspritzpumpen von Bosch etwa, sportliche Benzinmotoren von BMW, Getriebe von ZF und auch Auspuffe von Eberspächer braucht in einigen Jahrzehnten kein Mensch mehr. „50 Prozent der Wertschöpfung werden nicht mehr da sein“, warnte unlängst der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger die Autoindustrie im Musterländle. „Wer im übernächsten Jahrzehnt noch in der Wertschöpfung dabei sein will, muss sich jetzt beeilen.“

Das Elektroauto vermiest nicht nur das Geschäft mit herkömmlicher Technik. Es wird auch neue Spieler auf den Plan rufen. So wird über einen Einstieg des Elektronikriesen Apple in den Elektroautomarkt spekuliert. Dass der ehemalige Audi-Stardesigner Julian Hönig seit Jahresbeginn in den Diensten von Apple-Chef Steve Jobs steht, gab den Spekulationen über ein geplantes „iCar“ neuen Auftrieb.

BMW-Manager Reithofer jedenfalls hat die Signale verstanden. „Früher haben wir auf mechanischen Schreibmaschinen geschrieben, heute sind es Smartphones“, sagt der Konzernchef. „Die Hersteller der mechanischen Schreibmaschinen gibt es nicht mehr. Können wir ausschließen, dass es in zehn Jahren in der Autoindustrie genauso sein wird?“

Die WirtschaftsWoche berichtet in einer vierteiligen Serie über die tief greifenden Veränderungen, die das Elektroauto in Industrie und Gesellschaft auslöst. In der kommenden Ausgabe lesen Sie, welch umfangreiche neue Infrastruktur das Elektroauto braucht. Zunächst aber stehen, auf den folgenden Seiten, die Macher, Strategen und Missionare im Mittelpunkt, die sich – jeder auf seine Weise – das Elektroauto auf die Fahnen geschrieben haben.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.05.2010, 18:23 UhrAnonymer Benutzer: LUIS-Elektroauto

    bislang kommen die deutschen Automobilkonzerne kaum über Ankündigungen und den Prototypen-Status hinaus. Nehmen wir das beispiel Volkswagen: Jetzt wird großspurig ein E-Golf angekündigt, der in drei Jahren (!) auf den Markt kommen soll und dann auch nur über eine Reichweite von 150 Kilometern verfügen wird.

    Der aktuelle Stand der Technik ist so, dass eine Reichweite von 200 Kilometern und mehr möglich ist - wie etwa LUiS mit dem LUiS 4U green (www.luis.de) unter beweis stellt. Welche Rolle soll dann in drei Jahren ein E-Golf mit einer dann mit Sicherheit nicht mehr konkurrenzfähigen Reichweite spielen. Entwickelt Volkswagen die eigene Technologie in dieser Zeit nicht weiter?

    Angesichts solcher Ankündigungen ist der dritte Platz kein Wunder. Mal sehen, ob die "Nationale Plattform Elektromobilität", die Kanzlerin Merkel heute ins Leben ruft, einen neuen Schub bringen wird.

  • 29.04.2010, 19:17 UhrAnonymer Benutzer: Skarrin

    @Montserrat: Wenn ich Sie richtig verstehe, dann haben Sie zwar nicht die geringste Ahnung, welche Stoffe in modernen Akkus enthalten sind und wie Recycling funktioniert, sind aber trotzdem aus Prinzip dagegen.

    ich vermute weiter, Sie halten sich aber trotzdem für einen "mündigen bürger" mit dem totalen Durchblick?

  • 21.04.2010, 19:22 UhrAnonymer Benutzer: pevo

    ich benötige überhaupt kein Auto, sondern Mobilität. Soll Wirtschaften und Leben in D weiterhin flächendeckend auf heutigem Standard möglich sein, ist das mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht darstellbar, da ein bus nur noch 4 Sitze hätte und faktisch dem individualverkehr entspräche, nur mit zusätzlichem Fahrer. Noch schlimmer ist ein großer bus, der mit nur einem Fahrgast übers Land fährt.

    Egal ob fossil oder elektro, wenn für eine menschliche Nutzlast von 70kg 1,5to Material bewegt werden muss, ist das ineffizient.
    Politische und technische Zielsetzung: Auf die jeweiligen Verhältnisse Stadt/Land angepasste infrastruktur, ggfls. öffentlich betrieben oder in Form privat mietbarer Fahrzeuge.

    Private Anschaffung und betrieb von 2to Stahl im öffentlichen Verkehrsraum sollte richtig teuer werden.

    Dazu wären schonmal klare Vorgaben für die Gewichtsobergrenze eines typischen 4 Sitzers erforderlich:
    Kein PKW darf mehr als das doppelte der transportierten Nutzlast wiegen, ein Golf dann ggfls. noch 600 Kg. Goodbye 7er bMW & E-Klasse.
    Damit werden z.b. Elektroeinsitzer richtig interessant. Die lassen sich mit 1KWh/100km bewegen, allerdings nicht mit Tempo 200 und Klimaanlage.

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