Autonomes Fahren: Ein 60-Milliarden-Dollar-Geschäft

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Hände vom Steuer: Zahlreiche Hersteller arbeiten am autonomen Fahren.

von Rebecca Eisert

Autonomes Fahren bietet der Industrie nicht nur ein immenses finanzielles Potenzial, es könnte auch die Machtverhältnisse in der Automobilbranche auf den Kopf stellen – so das Ergebnis einer Studie von Roland Berger.

Der Gedanke ist verführerisch: Auf der Weihnachtsfeier zu viel getrunken? Kein Problem. Im Jahr 2030 bringen uns selbstfahrende Autos nach Hause, prophezeien die Autoexperten der Münchener Unternehmensberatung Roland Berger. Wer ein Glas zu viel hatte, wählt den Autopiloten des eigenen Fahrzeugs oder ruft sich ein selbstfahrendes Taxi. „Autonomes Fahren hat das Potenzial, die gesamte Automobilindustrie wie wir sie kennen grundlegend zu verändern“, sagt Roland-Berger-Berater Wolfgang Bernhart. Zunächst werden die neuen Technologien für zusätzlichen Umsatz sorgen. Bis zu 40 Milliarden Dollar für Komponenten und bis zu 20 Milliarden für Softwareprodukte.

Das geht aus der Roland-Berger-Studie „Autonomous driving“ hervor, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt. Hersteller, Zulieferer und branchenfremde Internetkonzerne und Softwareschmieden rangeln derzeit um die Pole Position bei dieser neuen Technologie.

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Selbstfahrende Autos Womit Roboterautos in Deutschland kämpfen

Google und Autobauer tüfteln am selbstfahrenden Auto. Deutschland droht dabei, den Anschluss zu verlieren: In den den USA wurden Verkehrsregeln gelockert, das Testen der Autopiloten ist dort viel unkomplizierter.

Selbstfahrende Autos: Deutschland droht, den Anschluss zu verlieren Quelle: dpa

Mit ihr ist nicht nur die Hoffnung auf geringere Unfallzahlen, weniger Staus, reduzierten CO2-Ausstoß und mehr Komfort für die Insassen verbunden. Sie ist die Basis für völlig neue Geschäftsmodelle, erklärt Bernhart. „Die bisherigen Carsharing- und Mietauto-Konzepte werden sich zunehmend in Mobility-on-Demand und Pay-per-Ride-Konzepte mit selbstfahrenden Autos wandeln.“

Selbstfahrende Autos

Die Studienautoren rechnen damit, dass im Zuge des Aufkommens neuen Dienste der Zweitwagen eine Rarität wird. Die Marktstruktur verändere sich weg von vielen Privatautos hin zu wenigen großen Flotten gewerblicher Mobilitäts-Anbieter. Für ihre Dienste müssten die Hersteller passenden Autos anbieten – solche mit kleiner Reichweite für innerstädtische Mobilitätsangebote, solche für interstädtische und die bisherigen für alle Gelegenheit bis hier zu Langstrecke.

Wer entwickelt die notwendigen Algorithmen?

Entscheidend für Machtkonstellation der Zukunft ist: Wer entwickelt die notwendigen Algorithmen, auf denen autonomes Fahren beruht? Welche Standards werde sich durchsetzen? Lassen sich etwa die intelligenten Entscheidungssysteme von anderen entkoppeln, so dass unterschiedliche Lieferanten möglich sind? Wer bietet Mobility-on-Demand an - Hersteller oder Technologieunternehmen, die lediglich Lizenzen vergeben? Roland Berger hat dafür unterschiedliche Szenarien entworfen - von der vollständigen Dominanz der Hersteller bis zu ihrer völligen Abhängigkeit von Entwicklern der nötigen Algorithmen.

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Dass die Autokonzerne vollständig unter die Räder geraten und in 15 Jahren weder die relevanten Technologien noch Mobilitätsdienste dominieren, kann sich Wolfgang Bernhart nicht vorstellen. „Dieses Szenario halte ich für wenig wahrscheinlich. Aber die Bedrohung, dass die etablierten Marktteilnehmer von Technologieanbietern in die Mangel genommen werden, ist real. Diese Gefahr sollten Unternehmen der Automotive Industrie sehr ernst nehmen.“

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