Autonomes Fahren: Volvo will für selbstfahrende Autos haften

Autonomes Fahren: Volvo will für selbstfahrende Autos haften

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Volvo-Pilotprojekt in Göteborg: Die Schweden wollen die Haftung für ihre selbstfahrenden Autos übernehmen.

Wer haftet, wenn ein selbstfahrendes Auto einen Unfall baut? Eigentlich der Fahrer, der aber gar nicht gefahren ist. Die rechtlichen Unsicherheiten bremsen die Technologie. Volvo will dieses Problem jetzt umgehen.

Der schwedische Autobauer Volvo will bei eventuellen Unfällen mit seinen selbstfahrenden Fahrzeugen die volle Haftung übernehmen. Das kündigte Volvo Cars zu einem Auftritt von Firmenchef Hakan Samuelsson bei einer US-Reise an. Regulierungsfragen wie die Haftung gelten bisher als ein zentrales Hindernis für einen breiten Einsatz autonom fahrender Autos. Nach bisherigen Regelungen sind die Fahrer am Steuer verantwortlich.

Die eindeutige Positionierung von Volvo fällt in der Branche auf. Die Autobauer betonen bisher zumeist, dass Fragen wie Haftung grundsätzlich neu geregelt werden müssten, bevor die Fahrzeuge in großem Stil auf die Straße kommen. Daimler-Chef Dieter Zetsche forderte etwa Anfang des Jahres auf der Elektronikmesse CES eine ethische Debatte über Roboterautos." Die wesentlichen Technologien dafür sind schon serienreif. Es fehlt das rechtliche Umfeld mit der Klärung etwa von Haftungsfragen", so Zetsche damals. "Das bestimmt den zeitlichen Ablauf sogar noch stärker als die Technologie." Die Chefs von Audi und BMW äußerten sich ähnlich. Einzig der damalige Porsche-Chef und inzwischen VW-Boss Matthias Müller bezeichnete im Vorfeld der IAA selbstfahrende Autos als "einen Hype".

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Welche Assistenzsysteme es schon gibt und wann Roboter das Steuer komplett übernehmen

  • 2013

    • Spurwechselassistent
    • Spurhalteassistent
    • Parkassistent (teilautomatisch)

  • 2013 - 2014

    Notbremsfunktion und Fußgängererkennung

  • 2015

    • Parken per Smartphone-App
    • Baustellenassistent
    • Notausweichassistent

  • 2016

    Stauassistent

  • 2017

    • Automatischer Notausweichassistent
    • Kreuzungsassistent

  • 2018 - 2020

    • Smartphonegesteuerter Einparkassistent
    • Autobahnpilot (teilautomatisch)

  • 2020 - 2025

    • Autobahnchauffeur (vollautomatisch)
    • Automatisches Fahren in der Stadt
    • Voll automatisiertes Parken

  • Nach 2025

    Hochautomatisiertes Fahren (von Tür zu Tür)

Bisher gibt es Versuche in diversen Ländern, als besonders fortschrittlich gelten die Rahmenbedingungen in den USA. Dort erproben unter anderem Daimler und Audi selbstfahrende Vehikel, in Mountain View schickt beispielsweise der Internetriese Google Autos auf die Straße, die den Eingriff des Fahrers nicht mehr benötigen.

Der Volvo-Chef warnt aber davor, dass Verzögerungen bei der Anpassung der Regeln in den zahlreichen Bundesstaaten die führende Position des Landes beeinträchtigen könnten. "Die USA riskieren ihre Führungsposition zu verlieren, da es keine bundesweiten Vorschriften für Tests und Zulassungen von autonomen Fahrzeugen gibt", sagte Samuelsson. "Europa hat in gewissen Maße unter seinem Flickenteppich an Gesetzen und Regulierungen gelitten. Es wäre eine Schande, wenn die USA in diesem entscheidenden Bereich einen ähnlichen Pfad einschlagen würden."

Serie Wirtschaftswelten 2025 Freude am Gefahrenwerden

Mobilität Robo-Autos revolutionieren die Fahrzeugbranche.

Roboter am Steuer Quelle: Getty Images

Deshalb testen verschiedene Unternehmen bereits Autos und Lkw mit Autopilot im Straßenverkehr. Als besonders industriefreundlich gelten die Rahmenbedingungen in den USA. In Mountain View schickt beispielsweise der Internetriese Google Autos auf die Straße, die den Eingriff des Fahrers nicht mehr benötigen. Auch Volvo testet autonom fahrende Autos im Straßenverkehr. Im Rahmen von "Drive Me" sollen in Göteborg spätestens bis 2018 in etwa 100 solcher Fahrzeuge unterwegs sein.

Auch für die nach den Hacks eines Jeeps in den Fokus gerückte Datensicherheit will Samuelsson selbst verantworten. "Wir entwickeln ständig unsere Verteidigungssoftware weiter, um den Risiken, die mit dem Hack eines Autos verbunden sind, entgegenzutreten", sagte der Volvo-Chef. "Wir machen nicht Apple oder Microsoft für Computerviren oder Hacker verantwortlich."

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