Autoproduktion endet 2016: Opel macht in Bochum endgültig Schluss

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Autoproduktion endet 2016: Opel macht in Bochum endgültig Schluss

von Harald Schumacher, Martin Seiwert und Franz W. Rother

Für mehr als 3000 Opelaner ist heute Schicksalstag: Opel legt die Autoproduktion in Bochum 2016 still. Für die Mitarbeiter ist das aber nicht unbedingt der Untergang. Vielen könnten gute Jobangebote winken.

Tod auf Raten oder doch eine neue Zukunftsperspektive? Im Opel-Werk Bochum werden nach 2016 keine kompletten Fahrzeuge mehr produziert. "Aber Opel wird in Bochum weiter präsent sein, nicht nur mit einem Logistikzentrum, sondern auch mit einer im Detail festzulegenden Komponentenfertigung", sagte Opel-Chef Thomas Sedran nach einer Mitarbeiterversammlung am Montag. Die Gründe für die Entscheidung liegen seinen Angaben zufolge in der schwachen Nachfrage in den europäischen Automärkten sowie in den Überkapazitäten der Branche.

Sedran kündigte an: "Wir werden für die Mitarbeiter hier in Bochum gute und vernünftige Wege finden, in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern und der Stadt Bochum sowie auch mit dem Land Nordrhein-Westfalen." Er ließ offen, wie viele der rund 3000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky kündigte an, "eine signifikante Zahl" an Arbeitsplätzen im Lagerbereich und einer möglichen Komponentenfertigung in Bochum zu erhalten. Über einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2016 solle mit dem Betriebsrat verhandelt werden.

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Der Standort Deutschland sei mit rund 20.000 Mitarbeitern nach wie vor wichtiger Absatzmarkt und die Heimat der Marke. "Das wird auch in Zukunft so bleiben", so Opel-Chef Sedran.

Opel-Werk Bochum Eine Schließung wäre keine Katastrophe

Zahlreiche Unternehmen im Ruhrgebiet wollen die Mitarbeiter des Bochumer Opelwerks einstellen, sollte die Anlage schließen.

huGO-BildID: 26767085 Mitarbeiter der Frühschicht gehen am Donnerstag (14.06.2012) in das Opelwerk in Bochum. Der angeschlagene Autobauer Opel hat dem vom Aus bedrohten Werk in Bochum einen Aufschub gegeben. Das Unternehmen will seine Sanierung zunächst ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland vorantreiben. Auch das Werk in Bochum solle zumindest so lange erhalten bleiben, bis die aktuelle Zafira-Fertigung dort Ende 2016 ausläuft. Foto: Henning Kaiser dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel hatte vor der Betriebsversammlung angekündigt, die Mitarbeiter würden gegen eine Schließung der Fahrzeugfertigung vorgehen. "Die Aussage kann nur lauten: In Bochum werden weiter Autos gebaut. Eine andere Antwort können wir nicht akzeptieren." Die Menschen im Ruhrgebiet seien gewohnt zu kämpfen. Opel könne auf Bochum nicht verzichten.

Die Bundesregierung bezeichnet das Aus für die Autoproduktion im Bochumer Opel-Werk als "schweren Schlag" für die Angestellten und den Industriestandort. "Die Bundeskanzlerin und die Bundesregierung bedauern diese Entscheidung ganz außerordentlich", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter am Montag in Berlin. Man habe die Erwartung, dass die Firma alles unternehme, um sozialverträgliche Lösungen zu finden. Ein schwacher Trost sei, dass der Schritt erst 2016 erfolgen soll.

Auch ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nannte die Entscheidung eine "bittere Nachricht" für die ganze Region. Er äußerte Verständnis für den Ärger der Mitarbeiter, da einige Entscheidungen der Unternehmensleitung "nicht hilfreich" gewesen seien. Nun müssten das Land und die Kommunen sich vor Ort bemühen, neue Investoren für den Standort Bochum zu gewinnen.

Der Traditionsautobauer leidet wie andere Massenhersteller massiv unter der Absatzkrise in Südeuropa und kann seine Werke kaum auslasten. Deshalb hatte Opel ab Anfang September mehr als 10.000 Beschäftigte an mehreren Standorten tageweise in Zwangspause geschickt. Auch im Januar ist an einigen Tagen Kurzarbeit geplant.

General Motors macht seit mehr als zehn Jahren Milliardenverluste in Europa und muss ihre Produktionskapazität reduzieren. Immer wieder waren auch Werkschließungen im Gespräch, wobei zumeist das Werk in Bochum genannt wurde. Weitere Opel-Standorte sind Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern.

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