Autosalon: Die Welt blickt nach Paris

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Autosalon: Die Welt blickt nach Paris

von Martin Seiwert

Ab Samstag eröffnet der Autosalon seine Pforten und Millionen Autofans aus aller Welt strömen nach Paris. Die Gemütslage der Autobauer dürfte angesichts der schlechten Verkaufszahlen angespannt sein.

Für über 13.000 Journalisten beginnen heute stressige Stunden in Paris: Zwei Tage lang geben sich die Medienvertreter aus 103 Ländern beim Pariser Autosalon ein Stelldichein. Ab Samstag steht „der Salon“, der zu den größten Messen der Welt gehört, dann allen Auto-Interessierten offen. Über eine Million Auto-Fans werden kommen, um den Neuauflagen von VW Golf, Renault Clio, Mercedes A-Klasse und Ford Mondeo zu huldigen.

Sie werden den ersten Van aus dem Hause BMW und den neuen Winzling Adam von Opel bestaunen, werden erkennen, dass die Billig-Dacias, die Hyundais und Kias immer ansehnlicher werden und auch feststellen, dass BMW die Mini-Palette um eine siebte Variante, den Paceman, erweitert und dass die angeschlagene VW-Tochter Seat mit dem überarbeiteten Leon einen womöglich letzten Versuch unternimmt, sich in der Mittelklasse breit zu machen. Neben diesen herkömmlichen Modellen werden die Salon-Besucher das schnell wachsende Angebot von Elektro- und Hybridautos in Augenschein nehmen können.

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Das ist die Produktwelt von Paris. Mindestens ebenso interessant ist jedoch die Gefühlswelt – die Gemütslage, mit der die Manager der großen Autobauer an die Seine gereist sind. Angesichts der Euro-Krise stehen die Zeichen auf Sturm: „Jede Menge neue Modelle, die eigentlich den Markt bewegen könnten, wenn da nicht die Schuldenkrise wäre“, sagt Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer über die Stimmungslage in Paris. „Die Automärkte in Südeuropa befinden sich im ungebremsten Fall.“

Voraussichtliches Absatzminus der Autoindustrie 2012

  • Deutschland

    Deutschland: - 78.0000 Autos

  • Italien

    Italien: - 235.000 Autos

  • Absatzminus Frankreich

    Frankreich: - 281.000 Autos

Dudenhöffer erwartet, dass 2013 das schlechteste Verkaufsjahr in Westeuropa seit 1993 wird – mit 11,6 Millionen Auto-Verkäufen nach 11,9 Millionen in diesem Jahr. Auch Autoexperte Stefan Bratzel prognostiziert Krisenmanagement statt Aufbruchstimmung: „Die Hersteller werden sich eher überlegen, wie sie es halbwegs schaffen, bei dem enormen Wettbewerbsdruck ihren Kopf über Wasser zu halten“, so Bratzel. „Wir sehen mindestens in den kommenden vier bis fünf Jahren keine Rückkehr zum Absatz auf Vorkrisenniveau“, meint Ian Fletcher, Analyst bei IHS Automotive.

Das klingt nach 2009, als in Folge der Bankenkrise die Autoverkäufe weltweit einbrachen und die Branche in einer ihrer übelsten Krisen schlitterte. Doch es gibt heute einen entscheidenden Unterschied: Die Krise von 2009 war ein heilsamer Schock für die Autohersteller und ihre Zulieferer. Sie haben in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, sind technisch so kreativ, in der Produktion so flexibel und im Management so stringent wie nie zuvor. Dafür dürfen die Autobauer auch mal gelobt werden.

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