Autozoom: Ärgernis Ladestationen

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kolumneAutozoom: Ärgernis Ladestationen

Kolumne von Jürgen Rees

In Deutschland gibt es nicht nur zu wenig Ladestationen für Elektroautos. Die bestehenden sind zudem oft defekt, sind durch Dauerparker blockiert und manchmal ist der Strom frech überteuert.

Was braucht es, damit die Elektromobilität Fahrt aufnimmt? Zuerst die Ladestationen und dann kommen die Elektroautos? Oder erst die Fahrzeuge, die dann automatisch zum Bau von Ladestationen führen? Die Henne-Ei-Frage bewegt Deutschland schon eine gefühlte Ewigkeit. Aber wenig passiert. Es gibt angeblich 1500 Ladestationen in Deutschland (zum Vergleich: 15.000 konventionelle Tankstellen). Wer gelegentlich Ladestationen anfährt, stellt dann verärgert fest, dass sie nicht funktionieren oder von Dauerparkern blockiert werden.

Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla lässt sich auf dieses Spiel nicht ein – und baut einfach eigene Schnelladestationen in Deutschland und Europa auf. Damit soll die Luxuslimousine Model S (Kosten: etwa 100.000 Euro) endgültig zum nahezu ebenbürtigen Gegner der Benziner-Fraktion gemacht werden. Bis Ende des Jahres entstehen allein in Deutschland 35 solcher Tanken, den Anfang macht die 900 Kilometer lange Strecke München–Amsterdam. Das Besondere daran: Das Laden kostet nichts. Tesla bezahlt. Mehr als 80 Prozent der Kapazität sind in 30 bis 45 Minuten erreicht. Und dann hat der Wagen eine Reichweite von maximal 500 Kilometer.

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Infrastruktur für E-Autos Einmal vollladen, bitte! Aber wo?

BMW startet die Produktion des i3. 2014 sollen insgesamt elf neue Stromer die elektromüden Deutschen zum E-Auto bekehren. Doch von einem flächendeckenden Netz aus Ladestationen fehlt jede Spur. Woran es hapert.

BMW startet die Produktion des Elektrofahrzeugs i3, allein an öffentlichen Ladestationen für die Stromer fehlt es noch. Quelle: Presse

Bis Ende 2014 soll die Infrastruktur Fahrten mit dem Modell bis nach Rom, Paris oder Lissabon ermöglichen. Und nebenbei: Die Schnellladestationen plant und installiert die Deutsche Bahn-Tochter DB Energie. Wohlgemerkt: Der Tesla ist als Fahrzeug mit derzeit etwa 300 zugelassenen Fahrzeugen kein Massenphänomen a la VW Golf, er wird es angesichts des Preises auch nie werden. Der Haken: Andere Fahrzeuge können an den Schnellladestationen ihren Stromvorrat nicht auffüllen. 

Es ist schon fast beängstigend, wie schnell und wie viele Dinge Tesla gerade richtig macht. Schon der Tesla S heimste in praktisch allen Tests gute bis sehr gute Noten ein. Und selbst VW-Chef Martin Winterkorn präsentierte den Ingenieuren und Entwicklern von Audi jüngst den Wagen als Vorbild und betonte, dass er solch ein Auto eigentlich von Audi erwartet hätte. 

Allerdings ist Tesla nicht das einzige Unternehmen, das an der Infrastruktur arbeitet. Aber BMW, Siemens und der Energiekonzern Eon und Co brauchen Staatsgelder für ihre Ladestationen. Die Schnelllade-Achse München-Berlin sollen entlang der Autobahn  Stationen aufgebaut werden, die zwischen 35 und 95 Kilometern voneinander entfernt stehen. Im Frühjahr 2014 soll die Kette aus Gleichstromtankstellen offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.

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