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kolumneAutozoom: Au revoir, Oberklasse!

07. Februar 2013
Der französische Autohersteller Citroën hat Ende 2012 die Produktion seines Oberklassemodells C6 eingestellt. Damit hat sich Citroen, wie auch die beiden anderen großen französischen Autohersteller, komplett aus dem Segment zurückgezogen. Quelle: REUTERSBild vergrößern
Der französische Autohersteller Citroën hat Ende 2012 die Produktion seines Oberklassemodells C6 eingestellt. Damit hat sich Citroen, wie auch die beiden anderen großen französischen Autohersteller, komplett aus dem Segment zurückgezogen. Quelle: REUTERS
Kolumne von Jürgen Rees

Still und leise hat sich mit Citroën der letzte der drei großen französischen Autohersteller aus der Oberklasse verabschiedet. Ursachen für den Niedergang.

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Es ist der letzte Akt eines Trauerspiels: Still und leise hat der französische Hersteller Citroën Ende 2012 als letzter die Produktion seines Oberklassemodells C6 eingestellt. Damit hat keiner der großen drei Hersteller aus Frankreich mehr ein Oberklasse-Modell im Angebot: Peugeot stellte sein Modell 607 bereits 2010 ein, bis dahin diente es den Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy und Jacques Chirac als Dienstwagen. Renault musste die Produktion des 4,89 Meter langen Vel Satis im Jahr 2009, weil die Kunden mit dem Auto mit dem Knick in der riesigen Heckklappe wenig anfangen konnten. Seitdem versetzt die gesichtslose Limousine Latitude, die auf einer Plattform des koreanischen Herstellers Samsung basiert, selbst eingefleischte Freunde des Savoir vivre in große Traurigkeit. In Deutschland zogen die Verantwortlichen bei Renault die Reißleine und strichen den nicht konkurrenzfähigen Wagen Ende 2012 aus dem Verkaufsprogramm.

Deutlicher könnte sich die derzeitige tiefe Krise der französischen Autohersteller kaum zeigen: Denn normalerweise strahlen die Oberklasse-Fahrzeuge ihr Prestige nicht nur auf die übrigen Autos der Marke ab, der weltweite Markt für Oberklasseautos ist auch ein besonders lukrativer und garantiert gewöhnlich hohe Renditen. Er ist dank BMW, Mercedes und Audi weitgehend in deutscher Hand. Lexus von Toyota, Infiniti als Nissan-Tochter, Jaguar und Volvo sind weitere Konkurrenten, koreanische Hersteller wie Hyundai und Kia versuchen seit neuestem in den höchst profitablen Markt einzudringen.

Doch die Franzosen, die auf der Welt führend sind mit Luxusartikeln von Hermès bis Louis Vuitton, haben sich dieser Konkurrenz geschlagen gegeben. Damit sind sie beispielsweise in China, wo viele Kunden gerne luxuriöse Wagen aus Europa als Statussymbol kaufen, nicht präsent.

Den Anschluss an deutsche Marken haben Citroen, Peugeot und Renault längst verloren. Die Gründe sind mehrschichtig: Produktentscheidungen, die die Wünsche der Kunden nicht treffen, eine teilweise lausige Qualität, kaum wirklich führende Technik.

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Kommentare | 2Alle Kommentare
  • 08.02.2013, 00:22 UhrPequod

    Bedauerlich, denn gerade Citroen hat in den letzten Jahren
    mächtig aufgeholt, besonders was die Rostanfälligkeit anbelangt,
    was man von den Mercedes Rostlauben z.B. W203C bestimmt nicht
    behaupten kann, welche, wenn man die Schäden betrachtet, nur
    noch vom Kauf jedes Mercedes abschrecken läßt!

  • 07.02.2013, 19:04 UhrGuzzi_Cali2

    In der automobilen Oberklasse könnte man Extravaganzen durchaus vertragen, wenn dabei die Qualität stimmt. Nur extravagant geht eben nicht. Und die nur mittelmäßige Qualität von Mercedes wird dieser Firma auch irgendwann den Kopf kosten, wenn die Modelle, die den ehernen Ruf von Mercedes einst begründeten - W110 bis W201 - aus den Köpfen der Neuwagenkäufer endgültig verschwunden und nur noch auf Oldtimertreffen zu sehen sind. Dort aber immer mit dem Begleitspruch: "DAS waren eben noch echte Mercedes."

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