
Es ist der letzte Akt eines Trauerspiels: Still und leise hat der französische Hersteller Citroën Ende 2012 als letzter die Produktion seines Oberklassemodells C6 eingestellt. Damit hat keiner der großen drei Hersteller aus Frankreich mehr ein Oberklasse-Modell im Angebot: Peugeot stellte sein Modell 607 bereits 2010 ein, bis dahin diente es den Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy und Jacques Chirac als Dienstwagen. Renault musste die Produktion des 4,89 Meter langen Vel Satis im Jahr 2009, weil die Kunden mit dem Auto mit dem Knick in der riesigen Heckklappe wenig anfangen konnten. Seitdem versetzt die gesichtslose Limousine Latitude, die auf einer Plattform des koreanischen Herstellers Samsung basiert, selbst eingefleischte Freunde des Savoir vivre in große Traurigkeit. In Deutschland zogen die Verantwortlichen bei Renault die Reißleine und strichen den nicht konkurrenzfähigen Wagen Ende 2012 aus dem Verkaufsprogramm.
Bild: PressebildAixam
Mit der Spezialisierung auf führerscheinfreie Fahrzeuge hat sich der kleine Hersteller aus Aix-les-Bains die Marktführerschaft in einem Nischensegment erobert. Seit 25 Jahren konstruieren die Franzosen kleine Stadtfahrzeuge wie den City S3, der nun auch verstärkt ins europäische Ausland verkauft werden soll. Das Fahrgestell des Miniflitzers wird aus Aluminium gefertigt, die Karosserie aus Kunststoff. So kommt das Auto auf ein Gewicht von 350 Kilogramm und eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h.
Bild: PressebildMega
Zum Portfolio von Aixam gehört auch die Fahrzeugmarke Mega, die sich auf kleine Transporterfahrzeuge im städtischen Bereich spezialisiert hat. Der "Mini-Lkw" namens Multitruck kann bis zu 530 Kilo transportieren und kommt auf eine Reichweite zwischen 45 und 65 Kilometern. Auf der Automesse in Paris präsentieren Aixam und Mega ihre Produktpalette auf 500 Quadratmetern.
Bild: PressebildCourb
Von vorne erinnert der C-ZEN ein wenig an eine Ente und auch ansonsten möchte der kleine Hersteller aus Saint-Priest, in der Nähe von Lyon, an die große Tradition der französischen Hersteller anknüpfen. Das einzige Modell des Unternehmens ist rein elektrisch. Mit einem 15 kW Elektromotor beschleunigt der kleine Courb in 5,8 Sekunden von null auf 50 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h. Die maximale Reichweite beträgt 120 Kilometer.
Bild: PressebildCourb
In der günstigsten Variante ist der C-ZEN mit 25.000 Euro allerdings kein Schnäppchen. Auf die Batterie gibt der französische Hersteller 3 Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie. Der Name ZEN steht für Zero Harmful Emissions.
Bild: PressebildLumineo
Gerade einmal 96 Zentimeter breit ist das kleinste Modell der Franzosen: Der Smera. Das kleine Elektroauto feierte seine Premiere auf dem Autosalon in Genf. Insbesondere bei Renault scheint das Konzept angekommen zu sein. Die Anordnung der Sitze wurde bei Renaults Twizy übernommen. Mit einem Gewicht von 550 kg und einem 30 kW-Motor erreicht der Wagen eine Spitzengeschwindigkeit von 110 km/h und eine Reichweite von 100 Kilometern.
Bild: PressebildLumineo
Mit dem Neoma haben die Franzosen aber auch einen Vier-Sitzer im Angebot. Gegründet wurde Lumineo im Juni 2006 von den Brüdern Daniel und Thierry Moulène. Neben regionalen Investoren und Fördergeldern unterstützt auch die französische Bahn SNCF das Projekt finanziell.
Bild: PressebildDriveplanet
Aus den französischen Herstellern Microcar und Ligier ging 2010 die Driveplanet-Grupp hervor. Gemeinsam kommen die Marken auf 300 Angestellte. Die Miniautos werden in Vichy und Boufféré gefertigt. Das bestverkaufte Modell der Franzosen kann bereits ohne Führerschein gefahren werden: Der IX verbraucht weniger als drei Liter auf 100 Kilometer und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h.
Bild: PressebildDriveplanet
Im Mini-Nutzfahrzeugbereich bieten die Franzosen auch kleine Elektro-Transporter an. Bis zu 200 Kilogramm kann der "Be sun" transportieren. Er ist auch schon bei der französischen Post im Einsatz. 750 Be Suns sollen in den nächsten drei Jahren ausgeliefert werden.
Bild: PressebildExagon
Das französische Autorennteam aus Magny-Cours präsentiert in Paris ein ganz besonderes Modell. Gemeinsam mit Siemens, Michelin und Nokia haben die Franzosen den Furtive-eGT entwickelt, ein Sportwagen, der in 3,5 Sekunden von null auf 100 beschleunigt und eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h erreichen kann.
Bild: PressebildExagon
Das Chassis des Furtive-eGT ist komplett aus Carbon gefertigt und wiegt nur rund 124 Kilogramm. Insgesamt erreicht der Sportwagen ein Gewicht von 1.640 Kilogramm. Durch das geringe Gewicht fällt auch die Reichweite üppig aus. Im Stadtverkehr kommt der Elektrosportwagen auf eine Reichweite von 360 Kilometern, auf der Autobahn immerhin noch auf 287 Kilometer.
Aixam
Mit der Spezialisierung auf führerscheinfreie Fahrzeuge hat sich der kleine Hersteller aus Aix-les-Bains die Marktführerschaft in einem Nischensegment erobert. Seit 25 Jahren konstruieren die Franzosen kleine Stadtfahrzeuge wie den City S3, der nun auch verstärkt ins europäische Ausland verkauft werden soll. Das Fahrgestell des Miniflitzers wird aus Aluminium gefertigt, die Karosserie aus Kunststoff. So kommt das Auto auf ein Gewicht von 350 Kilogramm und eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h.
Deutlicher könnte sich die derzeitige tiefe Krise der französischen Autohersteller kaum zeigen: Denn normalerweise strahlen die Oberklasse-Fahrzeuge ihr Prestige nicht nur auf die übrigen Autos der Marke ab, der weltweite Markt für Oberklasseautos ist auch ein besonders lukrativer und garantiert gewöhnlich hohe Renditen. Er ist dank BMW, Mercedes und Audi weitgehend in deutscher Hand. Lexus von Toyota, Infiniti als Nissan-Tochter, Jaguar und Volvo sind weitere Konkurrenten, koreanische Hersteller wie Hyundai und Kia versuchen seit neuestem in den höchst profitablen Markt einzudringen.
Doch die Franzosen, die auf der Welt führend sind mit Luxusartikeln von Hermès bis Louis Vuitton, haben sich dieser Konkurrenz geschlagen gegeben. Damit sind sie beispielsweise in China, wo viele Kunden gerne luxuriöse Wagen aus Europa als Statussymbol kaufen, nicht präsent.
Den Anschluss an deutsche Marken haben Citroen, Peugeot und Renault längst verloren. Die Gründe sind mehrschichtig: Produktentscheidungen, die die Wünsche der Kunden nicht treffen, eine teilweise lausige Qualität, kaum wirklich führende Technik.
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