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kolumneAutozoom: Audis Stromausfall

Kolumne von Jürgen Rees

Die Ingolstädter zeigen Elektroautos, die nicht gebaut werden und wecken Zweifel an einer nachhaltigen Strategie zur Elektromobilität.

Viel zu schnell fliegt der rote Audi R8 e-tron auf die scharfe Rechtskurve auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof zu.  Im Fahrmodus dynamic reguliert der Schleuderverhinderer ESP nur sehr sanft den Fahrfehler durch Abbremsen, dafür treiben die beiden Elektromotoren an den Hinterrädern per Torque-vectoring-System den Elektrosportwagen sehr bestimmt und gezielt durch die Kurve. Keine Frage: Das 280 Kilowatt/381 PS starke Elektrowagen, das ist Spaß pur. Wer einmal drin saß, will nicht mehr aussteigen. Die Beschleunigung ist aus dem Stand heraus enorm, satte 820 Newtonmeter Drehmoment stecken dahinter.   

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Technische Details R 8 e-tron

  • Antrieb

    Zwei Elektromotoren mit 280 kW (381 PS) Leistung, max. Drehmoment: 820 Nm

  • Energiespeicher

    Lithium-Ionen-Batterie mit 530 Zellen, Kapazität: 48,6 kWh, 120 A.

    Reichweite: 215 km

  • Fahrleistung

    0 - 100 km/h in 4,2 Sekunden, maximales Tempo: 200 km/h

  • Gewicht

    1780 kg leer

  • Verkaufspreis

    Basispreis: keine Angaben

Der Wagen hat einen entscheidenden Haken: Er wird nicht gebaut. Genau zehn Fahrzeuge gibt es derzeit, dabei wird es jedoch bleiben. Genauso wie den A1 e-tron, auch den Elektro-Kleinwagen mit einem Reichweitenverlängerer baut Audi nicht. Er kurvt in Form von zwanzig Prototypen im Rahmen des Regierungsprogramms "Schaufenster Elektromobilität" herum. Es sind Autos, die von einem Elektromotor angetrieben werden und darüber hinaus einen Wankelmotor als Reichweitenverlängerer haben. Beschlossen hat das der Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer im Winter, weil er kein finanziell erfolgreiches Geschäftsmodell erkennen konnte.

Wolfgang Dürheimer Audi hofft auf das große Erdgas-Geschäft

Audi-Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer sieht für das Erdgas-Modell A3 g-tron nicht nur Vorteile in Deutschland. Er hofft auf das große Geschäft in den USA.

Wolfgang Dürheimer Quelle: dapd

Vor allem die hohen Batteriepreise sind dem von Porsche kommenden Audi-Manager ein Dorn im Auge. Trotzdem werden die Autos in Berlin gezeigt, was wie schon gesagt Lust auf mehr Elektro macht. Aber die können die Ingolstädter nicht wirklich befriedigen. Es fragt sich, welche Strategie Audi bei der Elektromobilität verfolgt.  

Stromausfall bei Audi?

Ja, denn im Moment hat Audi im Bereich Elektromobilität nur wenig zu bieten. Serienreife Elektroautos? Fehlanzeige. Zur Zeit haben die Ingolstädter zwar drei Fahrzeugtypen mit Hybridantrieb im Angebot, den Allradler Q5 sowie die beiden frontgetriebenen Limousinen A8 und A6. Doch bereits das billigste Modell des Trios, der A6 Hybrid, kostet stolze 53.300 Euro. Es sind alles Autos die mit ziemlicher Sicherheit Raritäten bleiben werden.

Während Toyota und Lexus mit einem eher pragmatischen Ansatz den Hybridvorsprung stetig ausbauen, suchen Audi wie auch die anderen deutschen Hersteller nach der aus Ingenieursperspektive vermeintlich perfekten Lösung – zum am Ende unbezahlbaren Preis.

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