Haben Sie schon einmal etwas von „Badge Engineering“ gehört? Womöglich nicht. Aber damit herumgefahren sind Sie bestimmt schon. Denn Engineering (Konstruktion) mittels Badge (Emblem) ist eine recht weit verbreitete Unart in der Autoindustrie: Hersteller A füllt eine Lücke im Portfolio mit billig eingekauften Autos des Herstellers B und pappt einfach seine Marke vorne auf den Kühlergrill. Das ist streng genommen kein „Engineering“, weshalb die Bezeichnung auch etwas Ironisches hat. „Bad Engineering“ wäre treffender.
Bild: REUTERSSubaru
Der große Verlierer 2011: Mit 222 Prozent machte die japanische Automobilmarke des Unternehmens Fuji Heavy Industries einen gewaltigen Schritt, allerdings in Richtung "Rückrufer des Jahres". Während 2010 unter 106.000 Fahrzeuge zurück gerufen wurden und die Quote bei 40 Prozent lag, musste Subaru im vergangenen Jahr über 592.000 Pkw zur Verbesserung zurückholen.
Bild: dapdToyota
Platz drei in der Negativ-Liste der größten "Rückrufer" machte 2011 Toyota. Mehr als 3,5 Millionen Fahrzeuge mussten zurück gerufen werden. Die Gründe dafür waren vor allem die bekannten Gaspedalprobleme, aber auch Gefahren von Motorüberhitzung und Airbagmängel sorgten dafür, dass Toyotas wieder zum Hersteller gingen und für eine Rückrufquote von 213 Prozent sorgten. Übrigens sogar über 100 Prozentpunkte weniger als 2010.
Bild: dapdVolkswagen
Der deutsche Autobauer aus Wolfsburg konnte sich 2011 ebenfalls über eine unterdurchschnittliche Mängelquote freuen. Die lag mit etwas mehr als 293.000 Rückrufen bei 66 Prozent. Allerdings müsse Volkswagen in Sachen Qualität weiterhin sehr aufmerksam bleiben, denn gerade erst im Januar zeigte sich erneut, dass es trotzdem immer wieder Rückrufaktionen gäbe. Erst im Januar 2012 mussten Volkswagen beispielsweise weltweit 300.000 Pkw wegen Fehler bei Einspritzleitungen zurückrufen.
Bild: dpaMitsubishi
Die stärkste Veränderung innerhalb eines Jahres: Während Mitsubishi 2010 noch eine Rückrufquote von 233 Prozent hatte, lag diese 2011 bei null Prozent. Kein Einziger der 79.020 abgesetzten Fahrzeuge wurde zurückgerufen. Damit konnte sich der japanische Autobauer vom dritten Platz zu den Herstellern ohne Rückrufe katapultieren.
Bild: dapdSuzuki
In die Hallen Suzukis wurden 2011 über 302.000 Autos zurückgerufen. Obwohl die Quote mit 122 Prozent noch immer relativ hoch liegt, verringerte sie sich im Vergleich zum Vorjahr: 2010 hatte der Autobauer noch 594 Prozent Rückrufquote verzeichnet. Der Autohersteller aus Japan war mit seinem Prozentsatz 2011 durchschnittlich stark betroffen, ebenso wie der Konkurrent…
Bild: REUTERSFord
… aus den USA. Ford musste etwas mehr als 3,3 Millionen Autos zurückrufen. Vor allem Airbag- und Korrosionsmängeln machten den Amerikanern zu schaffen. Das entspricht einer Rückrufquote von 155 Prozent. Während das Unternehmen 2010 nur wenige Rückrufaktionen hatte, war Ford 2009 mit 4,7 Millionen Rückrufen sogar am stärksten betroffen.
Dieses Jahr könnte diese Negativ-Serie weitergehen: Bereits Anfang Januar wurde der Rückruf von weltweit 539.000 Fahrzeugen wegen auslaufender Bremsflüssigkeit gemeldet.
Bild: dpaVolvo
Die schwedischen Autos der Marke Volvo schieben sich ins untere Mittelfeld in Sachen Rückrufaktionen. Während es für 2010 keine Zahlen über die zurückgerufenen Fahrzeuge gibt, landet der Autobauer 2011 mit einer Rückrufquote von 54 Prozent in der Negativ-Liste vor Daimler. Über 36.000 Autos waren es, die Volvo vergangenes Jahr noch einmal unter die Lupe nahm.
Bild: dapdDaimler
Recht gut unterwegs waren 2011 auch die Neuwagen von Daimler. Rund 14.300 Autos mussten zurückgerufen werden. Damit konnte das Unternehmen 2011, ähnlich wie andere deutsche Hersteller, mit 53 Prozent eine unterdurchschnittliche Mängelquote verzeichnen.
Bild: dapdFiat
Insgesamt 763 der Marke Fiat mussten 2011 zurückgerufen werden. Damit erhöhte der italienische Autobauer seine Quote um zehn Prozentpunkte auf 29. Im Gesamtvergleich ist das ein sehr niedriges Ergebnis. Für Fiat aber absolut gesehen eine Verdoppelung: 2010 waren es nur 303 Fahrzeuge gewesen, die noch einmal ans Unternehmen zurück gingen. Damit verschlechterten sich die Italiener im Gegensatz...
Bild: dpaGeneral Motors
… zum US-amerikanische Mutterkonzern von Opel. Nachdem die beiden Vorjahre für den Autohersteller problematisch waren, schnitt General Motors 2011 deutlich besser ab. Insgesamt mussten etwas über 500.000 Autos wieder in die Werkstätten. Die Rückrufquote sank damit um mehr als 150 Prozentpunkte auf 20 Prozent.
Subaru
Der große Verlierer 2011: Mit 222 Prozent machte die japanische Automobilmarke des Unternehmens Fuji Heavy Industries einen gewaltigen Schritt, allerdings in Richtung "Rückrufer des Jahres". Während 2010 unter 106.000 Fahrzeuge zurück gerufen wurden und die Quote bei 40 Prozent lag, musste Subaru im vergangenen Jahr über 592.000 Pkw zur Verbesserung zurückholen.
Waghalsiger Versuch mit gefälschten Lancias
Fiat-Chef Sergio Marchionne hielt es trotzdem für eine gute Idee. 2009 beschloss er, Chrysler-Modelle unter der italienischen Designmarke Lancia anzubieten. Vor wenigen Tagen nun musste er einräumen, dass er damit auf dem Holzweg war. Sämtliche Experten, Journalisten und Branchenkollegen sagten ihm das schon vor drei Jahren. Doch erst das Debakel der gefälschten Lancias an der Verkaufsfront konnte Marchionne zur Besinnung bringen. Lancia wird als Marke nun weitgehend aufgegeben.
Amerikanische Autos, die nach brachialen Knauser-Kriterien gebaut werden, mit einer Marke zu versehen, die für italienische Designkunst steht, das war, gelinde gesagt, waghalsig. Mit diesen Autos ausgerechnet in Europa anzutreten, wo die Kunden auch an Volumenmodelle höchste Qualitätsansprüche haben – ja, dafür muss man schon ein sehr eigensinniger Mensch sein.
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