Autozoom: Maserati will Audi und BMW zwicken

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Maserati Ghibli: Sechszylinder mit drei Liter Hubraum - auch als Diesel zu haben; 330 PS. Von null auf hundert in 5,7 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit: 263 km/h. Ein neuer Kandidat für den Firmenfuhrpark?

Kolumne von Franz W. Rother

Die italienische Traditionsmarke möchte auch im Flottengeschäft eine ernsthafte Alternative zu den deutschen Premiumherstellern werden – Verkauf des neuen Ghibli startet im Juli zu Preisen ab 65.000 Euro.

Am glatten Audi-Design haben Sie sich satt gesehen? Der 5er BMW bereitet Ihnen im Magerbetrieb keine Freude am Fahren mehr? Und von den Qualitätsproblemen Ihres Mercedes sind Sie gefrustet? Dann sollten Sie bei vor der Bestellung des nächsten Dienstwagens vielleicht einmal bei Maserati vorbei schauen. Maserati? Ja, in der Tat: Ma-se-ra-ti. Die Luxustochter des Fiat-Konzerns mit dem berühmten Dreizack im Kühlergrill will künftig auch in der Business-Class ein Wörtchen mitreden.

Die Italiener haben sich dazu unter Führung des Deutschen Harald Wester komplett neu aufgestellt, mit einem neuen Werk, neuen Händlern und Servicebetrieben, mit neuen Sechszylinder-Dieselmotoren, mit Allradantrieb und – vor allem - zwei neuen Modellen: Einer Neuauflage der Luxuslimousine Quattroporte und dem komplett neuen Ghibli, einer Sportlimousine der gehobenen Mittelklasse. In Düsseldorf hatte der neue Viertürer, der gegen den Audi A6, den 5er BMW und die E-Klasse von Mercedes antritt, gestern Europapremiere.

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Bisher ein Exot auf deutschen Straßen

„Wir wollen raus aus der Nische“, umreißt Dirk Kemmer, der Chef von Maserati Deutschland, die Mission des Ghibli. Der Düsseldorfer war vor einigen Monaten noch im BMW-Vertrieb tätig und wirbt nun für Luxus und Leistung aus Italien. Ab Juli kann der knapp fünf Meter lange Ghibli geordert werden, die ersten Fahrzeuge sollen im September ausgeliefert werden. Die Preisliste beginnt bei 65.000 Euro für die 275 PS starke Dieselversion und endet derzeit bei 82.750 Euro für die 410 PS starke Topversion Q4 mit Allradantrieb. Große Sorgen um ihre Marktanteile, räumt Kemmer ein, müssen sich Audi, BMW und Mercedes wegen des Ghibli zwar nicht machen, „aber Nadelstiche werden wir sicher setzen können.“

Bislang waren Fahrzeuge von Maserati in Deutschland reine Exoten – im vergangenen Jahr setzte die Marke gerade einmal 293 Autos in Deutschland ab – in den Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes rangierte die Traditionsmarke damit nur unter „ferner liefen“. Aber das soll sich mit den neuen Modellen in den kommenden drei Jahren ändern. Für 2014 erhofft sich Kemmer schon einen Verkauf von 2100 Autos in Deutschland, für 2015 wird ein Verkauf von 4500 Fahrzeugen angepeilt.

Dazu will man in den kommenden Monaten nicht nur neue Handelsbetriebe eröffnen und über die Maserati-Bank attraktive Leasingangebote für Dienst- und Geschäftswagen anbieten. Zudem investiert das Unternehmen einen hohen siebenstelligen Betrag in Marketing und den Aufbau von Kundenbeziehungen: Die Marke Maserati, die vor bald 100 Jahren als Società Anonima Officine Alfieri Maserati in Bologna gegründet wurde und sich einen Namen im Rennsport machte, hat für viele Menschen hierzulande nur noch einen historischen Wert.

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