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kolumne Autozoom: Mazda ist für Fiat nur die Notlösung

Kolumne von Franz W. Rother

Die Fiat-Tochter Alfa Romeo und der japanische Autohersteller Mazda wollen gemeinsam einen Roadster entwickeln und bauen. Die Allianz spart sicher eine Menge Geld, dürfte die Fans des Alfa Spider aber aufheulen  – und die Preise für Klassiker aus den 60er Jahren weiter steigen lassen.

Alfa Romeo Spider Duetto (1966 bis 1968) - in Deutschland besser bekannt als Alfa Romeo 1600. Berühmt wurde der Flitzer durch den Gassenhauer „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hofmann und Anne Bancroft.

Bild: Fiat

Sechs Monate lang wurde gedengelt, geschliffen, geschraubt und gestestet, jetzt neigt sich die Restauration des Alfa Spider dem Ende entgegen. Der Motor ist bereits komplett überholt, die entrostete Karosserie glänzt in einem strahlenden Giallo prototipo, die Sitze haben vor wenigen Wochen neue Lederbezüge erhalten. Jetzt muss alles nur noch eingebaut, durchgetestet, kurz eingefahren – und dann bei mobile.de oder autoscout.de ins Internet gestellt werden.

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Mein Nachbar hat keinen Zweifel daran, dass er für den Alfa Spider 1600 schnell einen Käufer finden wird: „Gut erhaltene oder fachmännisch restaurierte Autos des Typs sind rar gesät.“ Vier andere Autos des Typs sind in den vergangenen Jahren bereits durch seine Hände gegangen und mit ordentlichem Gewinn verkauft worden: Wie die frühen Porsche, den Pagoden von Mercedes oder ein Triumph TR6 zählt auch der Alfa Spider unter Oldtimer-Freunden zu den gesuchten Sportwagen-Klassikern.

Ohne Heckspoiler

Hauptsache, er ist noch ohne. Für Nichteingeweihte: Der Spider sollte ohne Heckspoiler sein. Zum Modelljahr 1983 hatte Alfa Romeo dem flotten Roadster einen dicken schwarzen und entsprechend hässlichen Gummispoiler auf den Po geklebt. Das sollte die Aerodynamik des Hecktrieblers verbessern, jazzte aber nur die Preise für das Vorgängermodell mit dem klassischen Rundhecke in die Höhe. Und die Italiener trieben es später noch toller.

1994 stellten sie den Wagen aus Kostengründen auf Frontantrieb um. Und 2006 kam ein nagelneuer Spider auf den Markt, der sogar mit Fünfzylinder-Dieselmotor geordert werden konnte und in der Sechszylinder Topversion über 1800 Kilogramm Leergewicht auf die Waage wuchtete. Die Benziner nutzen Motorblöcke des damaligen Partners General Motors. Und mit General Motors zusammen wurde auch die Architektur des Autos entwickelt.

Eine Weiterentwicklung der Plattform nutzte GM später für Opel Insignia und Saab 9-5. Dem Fiat-Konzern brachte die Kooperation mit General Motors kein Glück, 2005 wurde die ehe zwischen den beiden so unterschiedlichen Partner gegen Zahlung von 1,55 Milliarden Euro geschieden. Und auch dem Alfa Spider bekam die Transplantation von Opel-Technik schlecht: Nach nur fünf Jahren wurde die Produktion des schweren Roadster eingestellt.

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