Autozoom: Ökomobile kommen nur langsam in Fahrt

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Das Elektroauto Ampera von Opel überzeugt mit einem starken Akku, eingebauten Verbrennungsmotor und niedrigen Spritverbrauch - Doch der Käufer schlägt trotzdem nicht zu

Kolumne von Franz W. Rother

Das Angebot der Autohersteller an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben wächst. Doch die Großabnehmer zaudern noch, sich auf die neuen Technologien einzulassen: Hohe Aufpreise und unsichere Restwertkalkulationen sorgen dafür, dass die Energiewende auf der Straße noch auf sich warten lässt.

Eine Probefahrt mit dem neuen Opel Ampera hat fast noch jeden überzeugt: Deutschlands erstes Elektroauto fährt bis zu 500 Kilometer weit, ohne dass die Insassen Angst haben müssen, mit leerem Akku auf einsamer Landstraße liegen zu bleiben. Denn wenn die Batterie leer ist, springt ein kleiner Verbrennungsmotor an, der neuen Fahrstrom erzeugt. Hochgerechnet kommt die voll alltagstaugliche Mittelklasse-Limousine so mit nur 1,6 Litern Benzin 100 Kilometer weit – sparsamer geht’s kaum.

Privatkäufer und Fuhrparkmanager zögern noch

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Bei Benzinpreisen von bald zwei Euro pro Liter müsste der Ampera eigentlich ein Bestseller sein. Zumal es ein wirklich gutes Fahrzeug ist, das seinen Insassen viel Komfort bietet, einen ordentlichen Kofferraum und sämtliche Sicherheitsfeatures, die man heute von einem modernen Auto erwartet.

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Dennoch zaudern die Käufer noch: Seit der Markteinführung Mitte Januar bis Ende August hat Opel von dem Ampera hierzulande gerade einmal 700 Autos verkauft. Der vergleichsweise hohe Basispreis von aktuell 45.900 Euro – die Edition ePionier mit Ledersesseln und anderen Komfortfeatures schlägt sogar mit 51.200 Euro zu Buche – verschreckt in Deutschland die meisten privaten Autokäufer. Aber auch die Manager gewerblicher Flotten zögern angesichts von monatlichen Leasingraten um die 900 Euro die Energiewende im Straßenverkehr noch hinaus. Kein Wunder: Eine Mercedes S-Klasse ist mit rund 700 Euro deutlich günstiger zu haben.

Staatliche Förderung ist unumgänglich

Ohne eine staatliche Förderung, das zeigt sich hier deutlich, werden es Elektromobile und Hybridautos sehr schwer haben, in Deutschland Fuß zu fassen. Das große Ziel, bis 2020 hierzulande rund eine Million batteriegetriebener Fahrzeuge in den Verkehr zu bringen, haben die meisten Automanager längst aufgegeben. Als realistisch gilt inzwischen eine Größenordnung von 600.000 Fahrzeugen. „Und auch das wird schwierig“, sagt VW-Chef Martin Winterkorn. Der Volkswagen-Konzern wird bis 2014 eine ganze Reihe E-Mobile auf den Markt bringen, darunter einen E-Up und einen E-Golf.

Doch Billigautos werden auch sie nicht werden - die Batterie bleibt auf Jahre noch der größte Kostentreiber. Eine Kilowattstunde Speicherkapazität kostet derzeit zwischen 300 bis 400 Euro, bis 2015 wird der Preis nach Einschätzung von Winterkorn auf rund 200 Euro sinken. Und um eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern darstellen zu können, benötigt ein alltagstaugliches Elektroauto je nach Akkutyp wenigstens 21 Kilowattstunden.

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