kolumneAutozoom: Piëch allmächtig

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Es ist der 75. Geburtstag von Ferdinand Piech (links) am 17. April. Bis dahin will der mächtige VW-Aufsichtsratschef sein automobiles Lebenswerk weitgehend vollendet haben.

Kolumne von Martin Seiwert

In vier Wochen feiert VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch seinen 75. Geburtstag. Er wünscht sich die schöne Motorradmarke Ducati – und wird sie wohl auch bekommen. Denn Piëchs Wünsche sind dem VW-Vorstand Befehl.

Kleines Quiz gefällig? Was ist der wichtigste Termin für den Volkswagen-Konzern in diesem Jahr?

A: Die Bilanzpressekonferenz.

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B: Die Präsentation des neuen Golf.

C: Der Beginn der Schadenersatzprozesse in der Causa Porsche/VW.

D: Der Einzug von Ursula Piëch in den Aufsichtsrat?

Nichts von alle dem. Es ist der 75. Geburtstag von Ferdinand Piëch am 17. April. Bis dahin, so heißt es in VW-Kreisen, will der mächtige VW-Aufsichtsratschef sein automobiles Lebenswerk weitgehend vollendet haben – und der Vorstand unterstütze ihn dabei nach Kräften. Gut möglich also, dass VW-Chef Martin Winterkorn bis zur Deadline im April noch einige gewichtige Entscheidungen im Sinne Piëchs durchwinkt.  Denn was der Patron aus Salzburg will, ist bei Volkswagen Gesetz. Dem muss sich alles andere, Mitarbeiter- oder Aktionärsinteressen etwa,  unterordnen.

Mit Hochdruck hat Piëch in den zurückliegenden Monaten und Jahren sein Haus bestellt. Bevor am 17. April in Wolfsburg „Happy Birthday, Mr. Volkswagen“ geträllert wird, sollte alles unter Dach und Fach sein: Porsche und VW sollten fusioniert und MAN und Scania Teil der großen VW-Familie sein, das lahme US-Geschäft des Konzerns sollte auf Vordermann gebracht und mit Suzuki ein Partner für Billigautos und für den asiatischen Raum ins Boot geholt werden. Außerdem wollte Piëch sein Erbe regeln und seine Frau Ursula als Nachfolgerin positioniert haben.

Autohersteller und Alphatier

Und siehe da, fast alle Punkte auf der langen Liste kann der ebenso geachtete wie gefürchtete Patriarch nun abhaken. Die Suzuki-Partnerschaft steckt zwar in der Krise und bei Porsche gibt es noch große Baustellen, aber alles andere ist geschafft. Vor allem hat Piech sein wohl wichtigstes Ziel erreicht: Volkswagen wird auf lange Sicht zu den drei größten Autobauern der Welt gehören. Dieses Ziel hatte Piëch vor 14  Jahren ausgegeben („Ich will aufs Treppchen“) und nie wieder aus den Augen verloren.

Irgendein Platz auf dem Treppchen ist dem Alphatier Piech aber freilich nicht genug. Wenn er in einigen Jahren als Chefkontrolleur seinen Stuhl räumt, soll der Konzern mit dem selbstbewussten Werbeslogan „Das Auto“ auch der „Der Autokonzern“ sein – der größte, profitabelste, angesehenste und ökologischste Autohersteller unter der Sonne. Derzeit wird es mit jedem Monat wahrscheinlicher, dass selbst diese Vision Piechs Realität wird.

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