Autozoom: Renault-Chef will an die Spitze

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Autozoom: Renault-Chef will an die Spitze

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Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn will mit dem Autokonzern weiter wachsen und sogar einen der führenden Top-Drei-Hersteller überholen.

von Rebecca Eisert

Carlos Ghosn - der Chef der französisch-japanischen Allianz Renault-Nissan - hat Großes vor. Er will unter die Top drei der größten Hersteller der Welt aufsteigen. Wie das gelingen soll.

Ein knappes Jahr ist es her, da saß Carlos Ghosn gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Dieter Zetsche auf dem Podium eines großen Autokongresses in Bochum und sprach über die Zukunft der Automobilindustrie im allgemeinen und die Zukunft der Kooperation zwischen Daimler und Renault im besonderen. Wie zwei alte Kumpels fläzten sich Ghosn und Zetsche in den Ledersesseln. Gespielte Gelassenheit auf beiden Seiten. Der Daimler-Chef stand unter Druck, weil die Schwaben der Premiumkonkurrenz immer mehr hinterherfuhren, kurz darauf wurde sein Vertrag wurde statt um fünf nur um drei Jahre verlängert. Ghosn konnte zwar auf ein höchst erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken - die Allianz erzielte mit 8,1 Millionen verkaufter Fahrzeuge das vierte Mal in Folge einen neuen Rekordabsatz - aber, und das muss den selbstbewussten, gebürtigen Brasilianer arg geschmerzt haben - der Abstand zu den Top drei verringerte sich nicht. Im Gegenteil: Während der Drittplatzierte Volkswagen um elf Prozent auf 9,1 Millionen verkaufter Fahrzeuge zulegte, wuchs Renault-Nissan nur um ein schmächtiges Prozentpünktchen.

So soll es nicht weitergehen. 2013 legten die Partner um 2,1 Prozent auf 8.3 Millionen zu. Das reicht Ghosn noch lange nicht. Er will unter die Top drei: "Einen von denen, die vor uns liegen, müssen wir da wohl überholen", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz in Paris. Über 10 Millionen Autos will er dann verkaufen und natürlich die Marge verbessern. Bis 2017 plant das Unternehmen eine Umsatzsteigerung auf 50 Milliarden Euro - aktuell liegt der Umsatz bei gut 40 Milliarden - und eine operative Marge von mindestens fünf Prozent. Die wollte er eigentlich schon 2013 erreicht haben.

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Will Ghosn die hochgesteckten Ziel erreichen, muss er die Kosten weiter drücken. Größter Hebel: Die Allianz. Gemeinsame Plattformen, geteilte Ressourcen bei Forschung und Entwicklung, Logistik und Vertrieb will Ghosn Synergieeffekt in Höhe von 4,3 Milliarden Euro erreichen. Selbstverständlich soll auch die Partnerschaft mit Daimler vertieft werden, rund 300 statt bisher 100 Millionen Euro Synergieeffekte rechnet er dafür.

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Für Wachstum sollen vor allem Klein- und Kleinstwagen sorgen. Die große Modelloffensive soll im Herbst mit der Markteinführung der dritten Generation des Kleinwagens Twingo. Später folgen eine Neuauflage des Transporters Trafic. Zudem sind unter anderem ein bislang ganz unbekanntes Modell für die obere Mittelklasse sowie neue Mégane-, Scénic- und Espace-Generationen geplant.

Die Renault Gruppe wird zudem ihr Angebot an Crossover-Modellen weiter ergänzen, mit dem Captur feierten die Franzosen bereits große Erfolge. Das meistverkaufte Modell der Renault-Gruppe ist allerdings der SUV Duster der Billigtochter Dacia. Sie rettet in den vergangenen beiden Jahren das europäische Ergebnis der Franzosen.

Auf den internationalen Märkten sollen weitere Nutzfahrzeuge, insbesondere Pick-ups für einen Umsatzschub sorgen. Vor allem setzt Goshn aber auf ein neues Einstiegsmodell für weniger als 5000 Euro für Indien und Lateinamerika. Ob dieser Plan angesichts der schwächelnden Konjunkturen der Schwellenländern aufgeht, bleibt abzuwarten.

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