Autozoom: Rettet das Kastenbrot!

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kolumneAutozoom: Rettet das Kastenbrot!

Kolumne von Franz W. Rother

Die reine Autoform ist die des Kastens: Sie bietet viel Platz im Innen- und Kofferraum, gutes Raumgefühl und prima Übersicht auf geringster Grundfläche. Aber vom Kleinstwagen bis zum mehr als zwei Tonnen schwere SUV sehen immer mehr Fahrzeug gleichförmig rund gelutscht aus und bieten immer weniger Platz. Ein Plädoyer für Kanten.

Carlos Ghosn, der Chef der französisch-japanischen Auto-Allianz Renault-Nissan, liebt den großen Auftritt. Auf der IAA in Frankfurt präsentierte er mit viel Glanz und Gloria den neuen Nissan X-Trail, der ab Sommer 2014 verkauft wird. Wer den alten X-Trail nicht kennt: Es ist ein wunderbar kantiger Geländewagen mit stolzen 603 Litern Norm-Kofferraum, der in der zweiten Generation seit 2007 auf dem Markt ist.

Ghosn preist auf der IAA das neue sportliche SUV-Design - allen Liebhabern des Kastendesigns fährt da schon der Schreck in die Glieder: Als die Verhüllung fällt, sind die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Abfallende Dachlinien, aufsteigende Gürtellinien, schräg stehende Frontscheiben. Der neue X-Trail ist ein weiterer rund gelutschter SUV, wie sie im Moment zahlreich aus Europa, Korea, Japan oder den USA kommen. Verwechselbar bis zur Unkenntlichkeit, unübersichtlich und unpraktisch, denn die technischen Daten für den X-Trail liegen zwar noch nicht vor, aber es ist so gut wie sicher, dass der Abschied von den Kanten auch Platz im Innen- und Kofferraum kostet.

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Land Rover Discovery Quelle: Jaguar

Echt kantig: Land Rover Discovery

Bild: Jaguar

Es sind von außen monströse Autos, die bis zu fünf Meter groß sind, zwei und mehr Tonnen schwer, die aber trotzdem nicht mehr Platz auf den Rücksitzen und im Gepäckabteil bieten als jeder gut gemachte Kombi. Rund gelutscht werden sie, damit sie etwas zierlicher aussehen, der Sozialneid der Nachbarn geringer werden möge. Der Marketing-Hammer ist aber, wenn das abgerundete Design auch noch als sportlich und jugendlich verkauft wird. Was ein dicker Brummer, wie es praktisch alle SUVs sind, mit Sport und Jugend zu tun haben, bleibt ein großes Rätsel und das Geheimnis der PR-Abteilungen der Hersteller.  

„Das Modell hat sich kaum mehr verkauft“, heißt es zur dann Begründung aus den Presseabteilungen der Autokonzerne. Klar, aber das lag beim X-Trail weniger an der Form, sondern eher daran, dass der alte X-Trail seit 2007 praktisch unverändert, bis auf einen Mini-Facelift in 2010, gebaut wird. Er war sicht-, fühl- und fahrbar ein betagtes Auto, eine eher altbackene Plastiklandschaft als Armaturenbrett, keine Assistenzsysteme und betagte Infotainmentsysteme lockten nicht zum Kauf. Die Zeit ist an dem X-Trail vorbeigerast. Ein wenig mehr Zuwendung und Modellpflege hätte ihm und uns, den Freunden der Kastenform, gut getan.

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