Autozoom: Toyota nimmt's gelassen

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Trotz unangenehmer Nachrichten - echten Grund zur Sorge hat Toyota-Chef Akio Toyoda nicht.

Kolumne von Rebecca Eisert

Was für eine Woche für Toyota. Erst mussten die Japaner massive Umsatzeinbrüche in China melden, dann die größte Rückrufaktion der Firmengeschichte starten. Trotzdem ist die Stimmung bei Firmenchef Toyoda blendend.

Die Wut der Chinesen traf Toyota im September mit voller Wucht. Der Absatz von Toyota in China fiel um 49 Prozent - während europäische und andere asiatische Hersteller kräftig zulegten. So verkaufte BMW fast 50 Prozent mehr, Audi steigerte sich um ein Fünftel und die koreanische Hyundai um 15 Prozent.

Doch nicht unpopuläre Modelle oder zu hohe Preise für japanische Autos sind der Grund für die eingebrochene Nachfrage. Nein, seit Mitte September boykottieren die Chinesen zahlreiche japanische Produkte, weil sich China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe streiten. In dem Gebiet 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa werden größere Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Auch Taiwan erhebt Anspruch auf das Archipel. Vier der fünf Insel waren bis vor kurzem in Privatbesitz, jetzt kaufte die japanische Regierung drei Inseln und provozierte damit Peking und die chinesische Kundschaft so sehr, das diese schlicht auf en Kauf japanischer Modelle verzichtete.

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Verluste in China - satte Gewinne in den USA

Toyota drosselt daher die Produktion bis Ende November und plant Kurzarbeit. "Die größte Frage ist, wie nachhaltig der Schaden für Toyota und die anderen Marken ist", sagte ein Toyota- und Lexushändler in Peking. "Es ist noch zu früh zu sagen, wie es weitergeht, aber wir sind etwas besorgt." Rund ein Zehntel der Kunden hätten bestellte Modelle storniert, 20 Prozent hielten an ihrer Kaufabsicht fest. "Der Rest - etwa 70 Prozent - ist unentschlossen." Toyota-Manager in Peking sagten, es sei unwahrscheinlich, dass der Konzern sein Absatzziel von einer Million Autos im laufenden Jahr in China erreichen werde. Auf dem größten Automarkt der Welt war der Marktanteil der Japaner bereits im August mit 21,2 Prozent leicht rückläufig, während die Deutschen ihren Anteil auf 23,3 Prozent ausweiten konnten. Die Geschichte mag für die weltweite Nummer eins ärgerlich sein, ernst ist die Lage aber lange noch nicht.

Jubiläum - Toyota wird 75

  • Vom Gründer....

    Kiichiro Toyoda überzeugt in den 1930er Jahren seinen Vater, einen Textilfabrikanten und Erfinder des automatisierten Webstuhls, ein zweites Unternehmen zu gründen. Seine Vision: Die Massenfertigung von Autos. Am 3. November 1937 entsteht die Toyota Motoring Company.

  • ... zum größten Hersteller der Welt

    75 Jahre später ist Toyota mit mehr als 200 Millionen produzierten Fahrzeugen weltweit der größte Automobilhersteller und unterhält Niederlassungen in mehr als 170 Ländern.

  • Das meistverkaufte Auto der Welt

    Mit 39 Millionen verkauften Autos ist der Toyota Corolla das meistverkaufte Fahrzeug in der Automobilgeschichte. Es wird in der elften Generation produziert. Der VW Golf bringt es auf 25 Millionen verkaufte Modelle.

  • "Kaizen"

    Die "Kaizen" genannte Firmenphilosophie stammt aus dem Hause Toyota. Damit ist der stetige Verbesserungsprozesse in der Produktion gemeint.

  • Zur Feier des Jahres

    In Paris zeigt Toyota Europe auf der Avenue des Champs Elysées die Ausstellung "Rendez-Vous Toyota". Bis Dezember können Besucher die beliebtesten Toyota-Modelle der letzten 75 Jahre sehen. Mit dabei sind Klassiker wie ein Toyota Land Cruiser FJ25 des Jahres 1958 oder der Toyota 2000 GT von 1967, von dem es weltweit nur noch wenige Exemplare gibt.

Denn während der chinesische Markt schwächelt, legt Toyota jenseits des Atlantiks ordentlich zu und gleicht damit die Verluste spielend aus. Getrieben von günstigen Krediten und wachsender Zuversicht der Verbraucher kletterten die Auto-Verkäufe in den USA im September um 13 Prozent auf 1,19 Millionen Fahrzeuge. Toyota wuchs mit 41 Prozent mehr abgesetzten Fahrzeugen gegenüber Vorjahr am stärksten. 172.000 Toyota-Modelle gingen an amerikanische Käufer. VW legte ebenfalls kräftig zu - General Motors und Ford hatten das Nachsehen. Die Japaner lockten die Kundschaft mit günstigen Krediten. Rund ein Drittel der Käufer profitierte von Null-Prozent-Finanzierungen, so das Analysehaus Edmunds.com - so viele wie bei keinem anderen Autobauer.

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