Autozulieferer: 35.000 Jobs in Deutschland gefährdet

Autozulieferer: 35.000 Jobs in Deutschland gefährdet

Schlechte Aussichten für Autozulieferer: Der wachsende Druck auf die Branche könnte laut einer Studie zehntausende Arbeitsplätze kosten.


Es lastet ein hoher Druck auf den deutschen Automobilzulieferern. Recherchen der WirtschaftsWoche zeigen, wie brutal die großen Autokonzerne in die Verhandlungen gehen: Viele Zulieferer beklagen eine Verrohung der Sitten. Einige sprechen gar von „erpresserischen Zuständen“ in der Branche.

So laufen die Verhandlungen mit den Autobauern

  • Über die Umfrage

    Eine Umfrage der Unternehmensberatung Fein zeigt, eie Manager von Zulieferern die Einkäufer der Automobilhersteller beim Preispoker erleben.

    Quelle: Umfrage Fein Unternehmensberatung/IRN

  • Audi

    Sehr zielorientiert mit Blick auf den vom Einkäufer erwarteten Preis, fordernd, aggressiv; speziell Audi: Ein Nein zum erwarteten Preis gilt als nicht akzeptabel.

  • BMW

    Kühl, erdrückend, machtbewusst, von kooperativ und partnerschaftlich bis aggressiv alles vertreten; Verhandlungsspielraum gering, zwar eher konzernweite Abschlüsse, aber auch für einzelne Marken möglich.

  • Daimler

    Giftig und gallig, Verhandlungsspielraum, Roulette, ernst, gespannte Situation, bestimmend, fordernd, einseitig; Bonuszahlungen.

  • Opel

    Konstruktiv, freundlich bis eisig.

  • Porsche

    Angespannt, fordernd, aggressiv.

  • VW

    Fordernd, eisig, nicht partnerschaftlich, sachlich, aber fordernd, konstruktiv, teilweise mit Entzug von Business gedroht, partnerschaftlich, zielorientiert, pragmatisch, offen und fair, normal, freundlich, sher gut.

Der wachsende Druck gefährdet auch Arbeitsplätze. Laut einer Studie der Boston Consulting Group stehen in Deutschland in den kommenden fünf Jahren 15 Prozent der Arbeitsplätze und damit etwa 35.000 Jobs in der Zulieferindustrie auf der Kippe. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Studie. Demnach werde die Zahl der deutschen Hauptwerke in den nächsten fünf Jahren von 39 auf 46 zurückgehen, die der Fertigungsstätten in China von zehn auf 25 anwachsen.

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Auslöser für die hohe Belastung in der Zuliefererbranche sind laut Studie rigide Sparpakete, die Internationalisierung, die Abwälzung von Entwicklungskosten, hohe Tarifabschlüssen sowie die grundsätzliche Tendenz zu Sparprogrammen in der Autobranche. In der Summe habe der Druck so eine neue Qualität erreicht, so Manfred Beck, Autozuliefererexperte bei Boston Consulting.

"Wir sind jetzt am Scheideweg", sagte Stefan Wolf, Chef des Dichtungsspezialisten ElringKlinger, dem "Handelsblatt". Nur durch ein faires Miteinander könne man künftig Innovationsführer bleiben. Zunehmender Preisdruck sei da wenig hilfreich.

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