Autozulieferer Delphi: US-Autozulieferer Delphi testet autonomes Fahren in Wuppertal

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Ein autonomes Testfahrzeug des US-Autozulieferers Delphi.

von Rebecca Eisert

Der Autozulieferer Delphi testet ein autonomes Testfahrzeug in Wuppertal. Ein Teil der Landesstraße 418 soll zur Teststrecke umgewandelt werden.

Ein etwa 17 Kilometer langer Streckenabschnitt der Landesstraße 418 auf den Wuppertaler Südhöhen wird ab sofort zur offiziellen Teststrecke für ein autonomes Testfahrzeug des US-Autozulieferers Delphi. „Die Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf liegt vor“, bestätigte ein Unternehmens-Sprecher der WirtschaftsWoche. Die Testfahrten sollen 2016 beginnen.

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Welche Assistenzsysteme es schon gibt und wann Roboter das Steuer komplett übernehmen

  • 2013

    • Spurwechselassistent
    • Spurhalteassistent
    • Parkassistent (teilautomatisch)

  • 2013 - 2014

    Notbremsfunktion und Fußgängererkennung

  • 2015

    • Parken per Smartphone-App
    • Baustellenassistent
    • Notausweichassistent

  • 2016

    Stauassistent

  • 2017

    • Automatischer Notausweichassistent
    • Kreuzungsassistent

  • 2018 - 2020

    • Smartphonegesteuerter Einparkassistent
    • Autobahnpilot (teilautomatisch)

  • 2020 - 2025

    • Autobahnchauffeur (vollautomatisch)
    • Automatisches Fahren in der Stadt
    • Voll automatisiertes Parken

  • Nach 2025

    Hochautomatisiertes Fahren (von Tür zu Tür)

Anders als bei bisher freigegeben Strecken, handelt es sich bei der Straße um keine Autobahn, die speziell für den Einsatz der autonomen Fahrzeuge präpariert wird. „Wir brauchen ganz normalen Verkehrsbedingungen, um testen zu können, ob unsere Geräte die Umgebung richtig wahrnehmen und die richtigen Schlüsse für die Steuerung des Fahrzeugs ziehen“, heißt es bei Delphi.

Delphi-Technik-Vorstand Owens „Europa schneller beim autonomen Fahren“

Der US-Zulieferer Delphi testet ab 2016 einen autonomen Prototypen auf einer Schnellstraße in Wuppertal. Technikvorstand Jeff Owens über autonomes Fahren, die deutsche Kundschaft und die neue Sprach- und Gestensteuerung.

Jeff Owens ist Technikvorstand bei dem Autozulieferer Delphi. Quelle: PR

Für automatisiertes Fahren ist die Strecke anspruchsvoll. Es gibt Kurven, Steigungen und Gefälle, einen Kreisverkehr, Ampeln sowie Auf- und Abfahrten. Der Prototyp des Fahrzeugs für die Testfahrten soll bis Jahresende fertig sein, die Testfahrten 2016 beginnen. Hinter dem Steuer werden geschulte Ingenieure sitzen, die alle Vorgänge kontrollieren, während das Fahrzeug ohne Hand am Steuer fährt.

Noch viele Hürden für selbstfahrende Autos

  • Was ist autonomes Fahren?

    Autopiloten sind in Flugzeugen Standard. Auch in Schiffen übernimmt zumindest außerhalb der Häfen oft der Computer das Ruder. Am Ende geht es auch beim autonomen Fahren um einen Autopiloten, der das Fahrzeug steuert. Doch der Autoverkehr ist komplex. Auf der Autobahn können die Prototypen der Industrie bereits ohne größere Probleme ohne Eingriffe des Fahrers unterwegs sein. Im Stadtverkehr wird es schon schwieriger. Halbautomatische Funktionen sind allerdings inzwischen Alltag. Ob Tempomaten, Einparkhilfen, Stauassistenten oder Abstandsregler - viele Funktionen entlasten den Fahrer bereits. Auch etwa Mähdrescher können längst eigenständig über das Feld fahren.

  • Was sind die Vorteile?

    Eins der wichtigsten Argumente ist die Sicherheit. Die meisten Unfälle gehen auf Fahrfehler zurück. Weit oben in der Statistik: zu hohe Geschwindigkeit, zu geringer Abstand oder Abbiegefehler. Automatisch gesteuerte Autos würden solche Fehler minimieren. Denn Risikofreude, Spaß an der Geschwindigkeit und Selbstüberschätzung kennt ein Computer nicht. Er bremst, wenn der Abstand zu gering wird und nimmt nicht aus Unachtsamkeit anderen die Vorfahrt.

  • Wie weit ist die Technik?

    Die Entwicklung ist recht weit fortgeschritten. BMW etwa testet seit Jahren automatisch fahrende Autos, auch auf deutschen Autobahnen. Die Fahrzeuge können auch eigenständig überholen. Solche Tests müssen sich die Hersteller aber von Behörden genehmigen lassen. Audi ließ jüngst zur US-Technikmesse CES einen Wagen „autonom“ rund 900 Kilometer aus dem Silicon Valley nach Las Vegas fahren. Auch Daimler präsentierte auf der CES seine Vision für ein selbstfahrendes Auto der Zukunft. Der silberne Mercedes-Prototyp fuhr autonom auf die Bühne nach einer Tour durch die Wüste und die Hotel-Meile der Glücksspiel-Stadt. Zumindest für die Autobahn können sich manche Hersteller pilotiertes Fahren bereits in fünf bis sieben Jahren vorstellen.

  • Wer trägt die Verantwortung für so ein Auto?

    Hier beginnen die Schwierigkeiten jenseits der Technik. Die erste Hürde ist das „Wiener Übereinkommen für den Straßenverkehr“ von 1968, das die Basis für die meisten Verkehrsregelungen ist. Darin gibt es zwar Hinweise zu Zugtieren, aber von selbstfahrenden Autos ist nicht die Rede. Dafür aber davon, dass jedes Auto einen Fahrer braucht, der am Ende verantwortlich ist. Dass Autofahrer am Ende Verantwortung und Kontrolle völlig abgeben werden, gilt eher als unwahrscheinlich. Noch fehlen dafür aber Regeln und Gesetze. Bei den bisher fahrenden Prototypen auf normalen Strecken müssen in Deutschland die Fahrer darauf geschult sein.

  • Was heißt das für Autoversicherung?

    Europas größter Versicherer, die Allianz, würde auch selbstfahrende Autos versichern. Allerdings würde sich die Risikoeinschätzung ändern, denn das Risiko verlagere sich vom menschlichen Fehler des Fahrers zum Entwickler der Autopiloten. Allerdings glauben die Versicherer nicht daran, dass es vollständig selbstfahrende Auto geben wird. Ein Fahrer werde auch künftig einen Führerschein brauchen, und das Gefährt im Notfall oder in Situationen wo es nötig ist, kontrollieren zu können.

  • Warum treiben Autohersteller das Thema voran?

    Sicherlich auch, um Kunden mit immer ausgereifteren Extras zu locken. Doch daneben spielt auch die mögliche Konkurrenz durch andere Spieler eine Rolle. So arbeitet etwa auch der Internetkonzern Google seit einigen Jahren an selbstfahrenden Autos.

Delphi stellt dafür unter anderem die nötigen Bordnetze, Steuergeräte und Sensorik zur Verfügung. Die Stadt Wuppertal wird das Projekt am Mittwochnachmittag dem Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, offiziell vorstellen. An dem Projekt ist auch die Bergische Universität Wuppertal beteiligt.

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