Autozulieferer: Ein Continental-Google-Bündnis würde Bosch unter Druck setzen

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Autozulieferer: Ein Continental-Google-Bündnis würde Bosch unter Druck setzen

von Hans-Jürgen Klesse

Ein Bündnis zwischen Continental und Google wäre für Bosch-Chef Denner eine Niederlage, ihm fehlt noch der passende Partner für das automatische Auto.

Sollten sich die Gerüchte um ein Bündnis zwischen dem Hannoveraner Autozulieferer Continental und den beiden US-Technologiekonzernen Google und IBM bestätigen, hätte Bosch-Chef Volkmar Denner ein zusätzliches Problem am Hals: „Bosch ist ein Konzern mit strukturellen Problemen und im Vergleich zu Continental immer noch viel zu langsam“, sagt ein mit den Unternehmensinterna bestens vertrauter Berater. Zwar habe Denner mit seinem Fokus auf das Internet der Dinge und Dienstleistungen die richtigen Signale gesetzt, „beim Wettlauf um das automatisierte Autofahren hätte Continental mit der Google-Partnerschaft aber einen schwer einholbaren Vorsprung geschaffen.“

Das Ende vergangener Woche von der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ kolportierte Gerücht betrifft ein Thema, mit dem auch Bosch sich schon seit geraumer Zeit beschäftigt. Die Stuttgarter haben dabei aber einen anderen Fokus als der Mitbewerber aus Hannover: „Wir konzentrieren uns lieber auf das, was im Moment im Rahmen der Gesetzlage möglich ist und womit wir schon heute Geld verdienen können und das sind Systeme zur Stauassistenz und zur Unfallvermeidung “, sagt ein Bosch-Insider. Autonomes, robotergesteuertes Fahren dagegen ist nach aktueller Rechtslage nicht zulässig: Nach dem Wiener Abkommen von 1968 muss „jeder Führer dauernd sein Fahrzeug beherrschen.“ Wann die gesetzlichen Vorschriften dem technischen Fortschritt angepasst werden, ist derzeit nicht absehbar.

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Berater sehen das anders. „Mit Google hätte Continental den Zugriff auf die umfangreichsten Datenbanken weltweit, Bosch hat sich dagegen viel zu lange mit bereits vorhandenen Techniken beschäftigt.“ Der Stuttgarter Traditionskonzern hätte zwar die Möglichkeit, sich einen starken Partner zu suchen – in Frage kämen zum Beispiel Apple, Microsoft, Yahoo oder Samsung. Doch aufgrund seiner Eigentümerstruktur als Stiftungsunternehmen gilt Bosch als schwieriger Bündnispartner. „Apple würde zwar von der Firmenphilosophie her passen, weil beide die Kundenzufriedenheit in den Mittelpunkt stellen, dazu ist Bosch aber zu wenig amerikanisch“, glaubt der Berater. Samsung scheide aufgrund der schlechten Erfahrungen mit dem im vergangenen Jahr gelösten Batterie-Joint-Venture aus, Yahoo wäre im Vergleich zu Google „eine Notlösung.“ Bliebe der Betriebssystembetreiber Microsoft, mit dem es bereits eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Softwarelösungen gibt, „aber die sind ähnlich langsam wie Bosch.“

Die Stuttgarter selbst sehen das Bündnis ihres Mitbewerbers vorerst gelassen: „Noch ist völlig unklar, wer in dieser Konstellation was machen soll und von welcher Zeitachse die Rede ist“, sagt ein Bosch-Manager. Dass Continental auf Dauer einen technologischen Vorsprung halten könnte, glaubt ohnehin niemand. Ein Unternehmensberater: „Das wäre nicht im Interesse der Autohersteller, die werden schon dafür sorgen, dass es im Zuliefergeschäft immer mindestens zwei große Lieferanten gibt.“

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