Autozulieferer: Schaeffler senkt Prognose – Aktie bricht ein

Autozulieferer: Schaeffler senkt Prognose – Aktie bricht ein

, aktualisiert 27. Juni 2017, 18:42 Uhr
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Schaeffler: Aktienkurs nach Gewinnwarnung eingebrochen

Wegen des hohen Preisdrucks am Zulieferermarkt senkt Schaeffler seine Gewinnprognose. Die Papiere des fränkischen Zulieferers reagierten prompt.

Der Autozulieferer Schaeffler hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt und seinen Aktienkurs damit auf Talfahrt geschickt. Die Papiere brachen zum Börsenauftakt am Dienstag um 12 Prozent ein und zogen auch viele andere Autozulieferer mit nach unten. Letztlich beendeten die Papiere den Handelstag mit minus 12,83 Prozent am Ende des MDax der mittelgroßen Werte.

Der Preisdruck der großen Abnehmer aus der Autoindustrie sei intensiver geworden, teilte das Unternehmen mit. Zudem habe Schaeffler im zweiten Quartal Lieferprobleme im gewinnträchtigen Ersatzteilgeschäft gehabt. Dazu seien noch höhere Kosten für Neuanläufe und Elektroauto-Projekte gekommen. Deshalb sei das Quartalsergebnis deutlich schwächer ausgefallen - die für das laufende Jahr angepeilte Gewinnspanne sei nicht mehr zu halten.

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Der Anteil des Gewinns am Umsatz vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen dürfte statt mindestens 12 Prozent jetzt nur noch mindestens 11 Prozent erreichen. Der Jahresumsatz solle aber um 4 Prozent auf knapp 14 Milliarden Euro wachsen, betonte Schaeffler.

Investoren reagierten empfindlich auf die Nachricht von wachsendem Preisdruck der Autokonzerne. Neben Schaeffler verloren auch die Aktien von Continental, Leoni, Hella, Grammer, GKN und des großen französischen Autozulieferers Faurecia an Wert.

Die weltweit größten Autozulieferer

  • Platz 10

    Faurecia (Frankreich)

    Umsatz 2016: 18,711 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 18,770 Milliarden Euro
    Veränderung: -0,3 Prozent
    Hauptprodukte: Sitze und Innenausstattung

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

  • Platz 9

    Michelin (Frankreich)

    Umsatz 2016: 20,907 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 21,199 Milliarden Euro
    Veränderung: -1,4 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 8

    Bridgestone-Firestone (Japan)

    Umsatz 2016: 22,485 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 24,094 Milliarden Euro
    Veränderung: -6,7 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 7

    Aisin (Japan)

    Umsatz 2016: 27,977 Milliarden Euro

    Umsatz 2015: 24,133 Milliarden Euro
    Veränderung: +15,9 Prozent
    Hauptprodukte: Getriebe, Bremssysteme, Karosserie- und Motorenteile

  • Platz 6

    Hyundai Mobis (Südkorea)

    Umsatz 2016: 30,227 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 28,096 Milliarden Euro
    Veränderung: +7,6 Prozent
    Hauptprodukte: Cockpit-, Frontend- und Chassismodule

  • Platz 5

    ZF Friedrichshafen (Deutschland)

    Umsatz 2016: 32,353 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 27,113 Milliarden Euro
    Veränderung: +19,3 Prozent
    Hauptprodukte: Fahrwerks- und Antriebssysteme, Elektronik/Software

  • Platz 4

    Magna (Kanada)

    Umsatz 2016: 34,587 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 29,408 Milliarden Euro
    Veränderung: +17,6 Prozent
    Hauptprodukte: Karosserie & Fahrwerksysteme, Exterieur-Ausstattungen

  • Platz 3

    Denso (Japan)

    Umsatz 2016: 36,301 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 34,299 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,8 Prozent
    Hauptprodukte: Klimasysteme, Motorsteuerung, Human-Machine-Interface

  • Platz 2

    Continental (Deutschland)

    Umsatz 2016: 40,550 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 39,232 Milliarden Euro
    Veränderung: +3,4 Prozent
    Hauptprodukte: Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme, Reifen

  • Platz 1

    Bosch (Deutschland)

    Umsatz 2016: 43.936 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 41,657 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,5 Prozent
    Hauptprodukte: Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsysteme

Michael Raab vom Analysehaus Kepler Cheuvreux sagte, das Umfeld für Zulieferer könnte schwieriger werden. Analyst Ashik Kurian von Jefferies sieht das Thema Preisdruck nun bei allen Autozulieferern im Fokus. Julian Radlinger von der Schweizer Bank UBS erklärte, dem sei Schaeffler sei mit seinen Produkten stärker ausgesetzt als andere.

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental teilte auf Anfrage mit, der Preisdruck sei nicht überproportional gestiegen. Beim Licht- und Elektronikspezialisten Hella hieß es, bei dem seit Jahren hohen Preisdruck habe man in den letzten Monaten keine Veränderung festgestellt.

Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg beschäftigt in Deutschland rund 30 000 Mitarbeiter und baut vor allem Teile für Motoren, Getriebe und Fahrwerke. Daneben produziert die Firma Wälzlager für die Industrie. Gut 75 Prozent der Aktien gehören der Familie Schaeffler.

Der Konzern will sein Quartalsergebnis Mitte Juli vorlegen. Der Umsatz sei aber nicht so gut gewesen, teilte er bereits mit. Es habe auch eine „deutlich schwächere Ergebnisentwicklung“ gegeben. Die Schaeffler AG ist im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gelistet. Die Dachgesellschaft Schaeffler Holding ist auch Hauptaktionärin von Continental.

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