Batteriehersteller: "Bis 2015 den Batteriepreis halbieren"

Batteriehersteller: "Bis 2015 den Batteriepreis halbieren"

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Alex Molinaroli, Chef von Johnson Controls

von Franz W. Rother

Der Präsident des weltgrößten Batterieherstellers Johnson Controls Power Solutions, Alex Molinaroli, zum Hype um das Elektroauto, hohe Aufwändungen für die Entwicklung neuer Batterien und den deutschen Markt.

WirtschaftsWoche: Herr Molinaroli, Deutschland soll Leitmarkt für Elektromobilität werden. Was muss passieren, um das Ziel zu erreichen?

Molinaroli: Das Ziel ist ehrgeizig, aber erreichbar, wenn man die Anstrengungen der Industrie unterstützt – indem man die Nachfrage nach E-Mobilen stimuliert oder die technische Entwicklung fördert.

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Warum muss der Staat überhaupt fördern?

Weil die technischen Herausforderungen immens sind, wichtige Bauteile wie Hochleistungsbatterien immer noch sehr teuer sind und ein Markt für Elektroautos praktisch noch nicht existiert.

Aber Hybridautos wurden auch ohne Hilfsprogramme populär.

Weil die Autoindustrie reagieren musste, um die strengen Ziele zur Verbrauchsreduzierung zu erreichen. Die Gesetzgebung hat da eine Menge in Bewegung gesetzt. Aber wenn die Politik eine Technologie wie das Elektroauto zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Stückzahl auf der Straße sehen möchte, geht das nicht ohne Förderung.

Rund um das Elektroauto herrscht schon jetzt ein Riesenhype: Viele wittern ein großes Geschäft. Sie auch?

Gewinne macht man mit Hybrid- und Elektroautos erst in größeren Stückzahlen, und die werden in den meisten Fällen noch nicht erreicht. Das Elektromobil wird kommen, aber nicht so schnell, wie manche glauben. Vor 2020 sehe ich es nicht in größeren Stückzahlen. Zunächst einmal kommen die Hybridautos. Und Johnson Controls wird an dieser Entwicklung partizipieren. Schon heute liefern wir als weltweit größter unabhängiger Lieferant für komplette Lithium-Ionen-Batterien für eine Reihe von Fahrzeugen auch deutscher Hersteller die Batterien.

Die Batterien sind der Schlüssel zum Erfolg. Was sind hier die größten Herausforderungen: die Kosten, die Kapazitäten oder die Technik?

Alle Punkte hängen eng zusammen, aber die Kostenproblematik ist die größte. Das Batteriegeschäft ist sehr kapitalintensiv. Und wenn sich ständig die Technik ändert und man nur in kleinen Stückzahlen produziert, kommt man auf keinen grünen Zweig. Also: Wir brauchen Stückzahlen, um Skaleneffekte zu erzielen.

Derzeit kostet die Lithium-Ionen-Batterie pro Kilowattstunde Kapazität etwa 1000 Euro. Wie schnell wird es billiger?

Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 den Batteriepreis zu halbieren. Und ich kann Ihnen verraten: Unsere internen Ziele sind noch aggressiver.

Sie haben eine Serienproduktion für Lithium-Ionen-Batterien in Frankreich aufgezogen und starten bald in den USA eine zweite Fertigung. Und dann?

Wir werden sicher unsere Aktivitäten in Asien ausbauen, in vier bis fünf Jahren könnte ich mir eine Produktion in China gut vorstellen.

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