Bestes Halbjahr der Geschichte: Warum Audi fast alles richtig macht

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Bestes Halbjahr der Geschichte: Warum Audi fast alles richtig macht

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Audi-Chef Rupert Stadle will om Rennen um die Führungsposition in der automobilen Oberklasse will ab 2015 durchstarten. "Wir haben im nächsten Jahr viele neue Produkte, viele neue Technologien und Innovationen, die wir präsentieren."

von Rebecca Eisert

Audi liefert das erfolgreichste erste Halbjahr seiner Unternehmensgeschichte ab. Die Ingolstädter haben auf den Zukunftsmärkten China und USA eine gute Position. Sie zu halten, wird aber schwierig.

Mit mehr als 11 Prozent mehr verkauften Autos gegenüber den ersten sechs Monaten des Jahres 2013 und insgesamt 869.350 ausgelieferten Fahrzeugen blickt Audi-Chef Rupert Stadler auf das beste erste Halbjahr der Unternehmensgeschichte zurück. Auch für die kommenden Monate wolle man den Schwung aus dem ersten Halbjahr mitnehmen, erklärte Vertriebsvorstand Luca de Meo. Das dürfte nicht ganz so einfach werden.

Audi profitierte bisher vom wachsenden US-Markt. Allein im Juni setzte die VW-Tochter dort fast ein Viertel mehr Autos ab als im Vorjahresmonat. Auch in China geht der Absatz weiter nach oben - gut 14 Prozent mehr waren es hier. Und selbst auf dem lange dahindümpelnden europäischen Markt geht es wieder voran. Sechs Prozent über Vorjahr lautet hier die Sechsmonatsbilanz. Dass in Russland dafür erneut drei Prozent weniger Autos vom Hof fuhren, fällt angesichts des fantastischen Gesamtergebnisses kaum ins Gewicht.

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Profitiert hat Audi vor allem von der A3-Familie, deren Absatz seit Januar um fast 50 Prozent angestiegen ist. Richtig abgesahnt hat Audi mit seinem SUV-Modellen - allen voran dem kompakten Q3 (+ 37%), dem Q7 (+ 21%) und dem Q 5 (+ 5,5, %). Die Ingolstädter haben den Trend zu den hochbeinigen Geländewagen für die City damit so gut für sich nutzen können wie kein anderer Hersteller.

Zwar verkaufte auch BMW von den Konkurrenzmodellen X3 und X5 mehr, erreichte aber nicht die starken Zuwachsraten der Ingolstädter. Audi wird auch im Laufe des Jahres noch von den neu aufgelegten A1, A3- und Q3-Modellen zehren. Empfindlich treffen könnte die Marke mit den vier Ringen in den kommenden Monaten aber die neue Mercedes-C-Klasse (Limousine und Kombi), zumal der eigene A4 auf nächstes Jahr verschoben wurde.

Absatzprognose 2014-2018

Marke/Jahr20142015201620172018
Audi

      

1.678.060  

      

1.724.426  

      

1.878.156  

      

1.986.078  

      

2.057.458  

BMW

      

1.781.921  

      

1.907.496  

      

1.940.391  

      

2.006.765  

      

2.083.384  

Mercedes-Benz

      

1.860.239  

      

2.023.214  

      

2.043.390  

      

2.029.219  

      

2.004.946  

Quelle: IHS

Noch profitiert Audi auch vom großen Nachholbedarf der amerikanischen Kundschaft und wächst stärker als Konkurrent BMW. Die Münchener setzten in den USA bis einschließlich Juni nur 5 Prozent mehr Fahrzeuge ab, verkaufen insgesamt aber immer noch mehr als die Ingolstädter (181.534 gegenüber 84.349).

Das dürfte vorerst auch so bleiben. BMW hat sich bereits die nötigen Investitionen getätigt, um die USA künftig noch schneller und besser zu beliefern. Bis 2016 soll das Werk in Spartanburg auf eine Produktionskapazität von 450.000 Stück ausgebaut werden. Ein weiteres Werk soll in Mexiko entstehen. Audi baut ebenfalls aus: Bis 2016 soll das mexikanisches Werk mit einer Kapazität von 150.000 Stück ans Netz gehen.

In China liegt Audi dagegen mit 268.666 verkauften Autos zum Halbjahr unangefochten auf Platz eins - hat aber "nur" knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. BMW legte auf dem chinesischen Festland im ersten Halbjahr um 23 Prozent auf 225.035 Einheiten zu und hat eben seine Kooperation mit dem chinesischen Autobauer Brilliance bis 2028 verlängert. Das gemeinsame Motorenwerk soll 2016 den Betrieb aufnehmen. Daimler fährt zweifellos noch hinterher, hat aber dank neuer Vertriebsstruktur und der neuen S-Klasse gute Chancen, weiter kräftig aufzuholen.

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Im Laufes des Jahres wird es für alle Premiumhersteller härter werden, die Traumzuwächse der ersten Monate zu halten. Bei BMW und Daimler hat sich das Wachstum bereits verlangsamt. Im April legten die Bayern noch um 11,2 Prozent gegenüber Vorjahr zu, im Juni waren es nur noch 7,3 Prozent. Bei Daimler sankt der Wert sogar von knapp 15 Prozent auf 6,4 Prozent.

Nord-LB-Analyst Frank Schwope geht davon aus, dass die Zuwächse bei allen Premiumherstellern im Laufe des Jahres "etwas bröckeln". Zweistellige Zuwachsraten wie im Frühjahr - „das lässt sich kaum durchhalten.“ Audi - so die Prognose des Analysehauses IHS für WirtschaftsWoche Online wird es weder in diesem noch im nächsten Jahr gelingen, BMW und Mercedes zu überholen. Was den Ingolstädter fehlt ist zum einen eine umfassende Modelloffensive, wie sie Daimler derzeit fährt. Zum anderen fehlt ein klares Zeichen, dass man dem Slogan "Vorsprung durch Technik" noch gerecht wird. BMW hat sich als Elektro-Pionier einen Namen gemacht und je mehr i3 und i8 lautlos durch die Städte rollen, desto mehr wird sich das Image des Innovationsführers bei den deutschen Autofahrern verfestigen. Mit seit Jahresbeginn 5.396 verkauften i3 hat BMW mehr als einen Achtungserfolg erzielt. Es wird Zeit, dass Audi nachzieht.

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