Opel-Betriebsrat liegt mit General Motors im Clinch

exklusivBetriebsversammlung am Freitag : Opel-Betriebsrat liegt mit General Motors im Clinch

, aktualisiert 28. März 2017, 13:21 Uhr
von Annina Reimann

Der Chef des Opel-Gesamtbetriebsrates legt sich mit dem Management der Noch-Opel-Mutter General Motors an. Er fordert gerichtsfeste Zusagen. Am Freitag hat der Betriebsrat daher zu einer Betriebsversammlung geladen.

Wolfgang Schäfer-Klug, Vorsitzender des Opel-Gesamtbetriebsrats, ist sauer. Erst hat die heutige Opel-Mutter General Motors (GM) hinter seinem Rücken mit dem französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën über den Verkauf von Opel und deren britischer Tochter Vauxhall verhandelt. Der Betriebsrat fordert derzeit angesichts des Verkaufs an den französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën gerichtsfeste Zusagen an die Belegschaft. GM müsse sicherstellen, „dass die uns gegenüber gemachten Zusagen beim Verkauf gerichtsfest umgesetzt werden“, so Schäfer-Klug am Dienstag. In dem Streit geht es um den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen, die GM Opel garantiert hat. Der neue Eigentümer PSA will die Zusagen zwar einhalten. Allerdings könne PSA „aus rechtlichen Gründen noch nicht direkt mit Opel verhandeln“, sagt Schäfer-Klug.

Übernahme durch PSA Opel-Betriebsrat fordert verbindliche Zusagen

Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug fordert in einem Brief juristisch verbindliche Beschäftigungszusagen von PSA und General Motors. Ansonsten könne die Belegschaft ein Zeichen setzen.

Der Opel-Betriebsratsvorsitzende kontert in scharfen Worten die Kritik von Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer Quelle: dpa

Schon am vergangenen Freitag hatte der Betriebsratschef Krach geschlagen. In einem Brief an die Mitarbeiter, der der WirtschaftsWoche vorliegt, hieß es: „GM und PSA beharren darauf, alles werde gesichert sein. Aber schriftlich, vertraglich gehe das teilweise erst nach dem sogenannten closing, also nach der Durchführung aller zur Übertragung der Firma erforderlichen Veränderungen, vorher stünde das Kartellrecht bestimmten Zusagen und Verhandlungen entgegen. Das machen wir nicht mit!“ Der Betriebsrat fordere die Garantien „jetzt und in gerichtsfester Weise“. Darüber liege man insbesondere mit GM im Clinch.

Anzeige

Schon am Freitag deutete Schäfer-Klug indirekt mögliche Streiks an, die aber die Gewerkschaft IG Metall organisieren müsste: Möglicherweise, schrieb er an die deutschen Mitarbeiter, müssen man zusammen mit der IG-Metall „schon bald deutlich machen, dass das auch euer Wunsch ist“.

Bislang jedoch haben die im Brief geäußerten Forderungen offenbar noch kein Gehör bei GM im amerikanischen Detroit gefunden. Am Freitag soll es daher um 13.15 Uhr eine Betriebsversammlung im K 48 in Rüsselsheim geben. Die Einladung dazu liegt der Redaktion vor. Darin heißt es der Betriebsrat lade „aus gegebenem Anlass“ zu „einer zusätzlichen Betriebsversammlung“ ein. Dann soll sich auch der Opel-Vorstand gegenüber der Belegschaft erklären. Tagesordnungspunkt zwei der Einladung lautet: „Bericht und Stellungnahme der Geschäftsleitung zum Verkauf von Opel/Vauxhall an PSA.“

Die Zeichen in Rüsselsheim stehen auf Sturm.

Die Opel-Produktionsstandorte in Europa

  • Rüsselsheim

    Am Opel-Hauptstandort arbeiten 15.040 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 4000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.

    Quelle: rtr

  • Kaiserslautern

    Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2140 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.

  • Eisenach

    In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1850 Menschen.

  • Polen

    Im polnischen Gliwice sind knapp 3270 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 410 Beschäftigte Motoren her.

  • Spanien

    In Figueruelas bei Saragossa laufen Corsa, der SUV Mokka und bald auch der Stadt-SUV Crossland X vom Band. Der Standort hat 5080 Arbeitsplätze.

  • Großbritannien

    Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1830 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.
    Der Standort Luton nördlich von London hat 1530 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.

  • Österreich

    Im Werk Aspern nahe Wien arbeiten 1390 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.

  • Ungarn

    Motoren und Komponenten produziert auch die Fabrik in Szentgotthard mit 1210 Arbeitnehmern.

  • Italien

    In Turin gibt es noch ein Zentrum zur Entwicklung von Dieselmotoren mit 700 Mitarbeitern.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%