BMW-Entwicklungschef Draeger: "Wir bündeln unsere Kräfte"

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BMW-Entwicklungschef Klaus Draeger (r.) mit Takeshi Uchiyamada (Toyota)

von Martin Seiwert

Toyota und BMW planen eine gemeinsame Forschung zu Lithium-Ionen-Akkus, verrät der Entwicklungschef des bayrischen Autobauers, Klaus Draeger, im Interview mit WirtschaftsWoche.

WirtschaftsWoche: Herr Draeger, Sie haben eine Partnerschaft mit Toyota vereinbart. Worum geht es genau?

Draeger: Wir werden Toyota ab 2014 unsere effizienten und dynamischen 1,6 Liter und 2,0 Liter Dieselmotoren liefern. Darüber hinaus haben wir eine Absichtserklärung unterzeichnet. Wir wollen bei der Grundlagenforschung im Bereich der Lithium-Ionen-Zellen der nächsten Generation zusammenarbeiten. Weiter prüfen wir, ob es zusätzliche Möglichkeiten für eine Kooperation im Bereich anderer umweltfreundlicher Technologien gibt. 

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Warum ausgerechnet Toyota?

Sowohl Toyota als auch die BMW Group sind für mich eindeutig ingenieurgetriebene Unternehmen. Im Hinblick auf Umwelttechnologien wie Hybridantriebe in Serienfahrzeugen ist Toyota im Volumensegment führend, während wir im Premiumsegment in puncto Innovationen und Nachhaltigkeit die Nase vorne haben. Nehmen Sie nur unsere Spritspartechnologie „Efficient Dynamics“. Mit diesem Schritt bündeln wir nun unsere Kräfte, um unseren Vorsprung in den jeweiligen Segmenten weiter auszubauen. Mit der Lieferung der Dieselmotoren an Toyota treiben wir zudem den Vertrieb von Antriebssystemen wie geplant voran.

Haben Sie keine Bedenken, dass Toyota die Dieselmotoren nutzen könnte, um Ihnen mit der Toyota-Premiummarke Lexus noch mehr Konkurrenz zu machen? In den USA ist Lexus bereits ein wichtiger BMW-Konkurrent.

Nein, wir haben hier keine Bedenken. Die Motoren sind nicht für den Einsatz in Fahrzeugen der Marke Lexus vorgesehen.  

Sie haben auch eine strategische Partnerschaft mit Peugeot-Citroen (PSA) für die Entwicklung von Hybridantrieben. Was sagt Peugeot-Citroen zu Ihrem neuen Bündnis mit dem Hybridpionier Toyota?

Bei der Zusammenarbeit mit Toyota geht es wie gesagt um Grundlagenforschung im Bereich der Lithium-Ionen Batterietechnologie zukünftiger Generationen. Insofern ist unser Joint Venture mit PSA von dieser Vereinbarung nicht betroffen. Vielmehr kann das Joint Venture langfristig davon profitieren.

Sie haben jetzt so viele Partner, wozu gibt es überhaupt noch die Zusammenarbeit von BMW und Daimler?

Wir betreiben mit Daimler zusammen eine erfolgreiche Einkaufskooperation. Beide Seiten haben inzwischen eine zweistellige Zahl von Komponenten identifiziert, die wir gemeinsam einkaufen können. Ab 2012 werden wir durch die Zusammenarbeit jährlich rund 100 Millionen Euro pro Jahr einsparen.

SB LiMotive, das Joint-Venture von Bosch und Samsung, stellt die Batterien für das erste BMW Elektroauto her, den i3. Schadet es nicht Ihrer Zusammenarbeit SB LiMotive, wenn Sie nun mit Toyota im Bereich Batterien paktieren?

Unsere Vereinbarung mit SB LiMotive ist von der Zusammenarbeit mit Toyota nicht tangiert. Das Joint Venture von Bosch und Samsung wird wie geplant modernste Lithium-Ionen Speichertechnologie für den BMW i3 liefern, der 2013 auf den Markt kommt.

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