BMW-Flottentest: Hoher Neidfaktor: Was Elektroauto-Tester glücklich macht

BMW-Flottentest: Hoher Neidfaktor: Was Elektroauto-Tester glücklich macht

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Porsche-Killer: Der Mini E beschleunigt schneller als ein Benziner

von Martin Seiwert

Seit gut einem Jahr wird der Mini E von BMW weltweit unter Alltagsbedingungen getestet. Die Ergebnisse überraschen.

Es war im vergangenen Sommer, als Lutz Lehmann, Steuerberater aus Berlin, rote Ampeln lieben lernte. Wann immer er mit offenen Fenstern an Kreuzungen stand, konnte er Vögel zwitschern hören. Sein Mini E, ein Elektroauto von BMW, war lautlos wie ein Fahrrad. Und bei Grün zeigte Lehmann mit seinem 204-PS-Stromer auch Porsche-Fahrern die Rücklichter – kaum ein Verbrennungsmotor beschleunigt so dynamisch wie ein Elektro-Aggregat.

Nach sieben Monaten und 7000 Kilometern war jetzt Schluss mit dem „Achterbahn-Feeling“ (Lehmann). Der frühere E-Klasse-Fahrer musste seinen Mini E -zurückgeben: Er gehörte zu einer Testmannschaft für den Kleinwagen. Seit Juli 2009 beteiligen sich Alltagsfahrer wie Lehmann weltweit an dem E-Test. In Berlin läuft ein Feldversuch mit 50 Elektro-Minis, in München mit 40. Durch New York, Los Angeles und den US-Bundesstaat New Jersey rollen 450 des Mini E, in London 40.

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Erste Bilanz des Elektroauto-Tests

Gut ein Jahr nach dem Testbeginn hat BMW eine erste Bilanz gezogen. Die Ergebnisse des weltweit größten Elektroautotests, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegen, lassen aufhorchen: Obwohl der Mini E kein serienreifes Elektroauto ist, sondern nur ein umgebauter Benziner, bei dem die schweren Batterien Rückbank und fast den gesamten Kofferraum ausfüllen, und obwohl es bisher kaum Infrastruktur für das Aufladen der Batterie gibt, waren die meisten Tester glücklich mit ihren Autos.

Grafik: Fahrtstrecken der Mini-E-Fahrer

Grafik: Fahrtstrecken der Mini-E-Fahrer

Mehr als zwei Drittel konnten ihr Mobilitätsverhalten beibehalten – die begrenzte Reichweite von 150 Kilometer war für 90 Prozent der Fahrer ausreichend. Nur 25 Prozent waren auf öffentliche Ladestationen angewiesen, um das Auto ohne Einschränkungen nutzen zu können.

„Elektrische Mobilität funktioniert schon heute im Alltag“, sagt Nicola Brüning, BMW-Repräsentantin in Berlin. „Hürden, die wir vor dem Feldversuch gesehen haben, etwa die eingeschränkte Reichweite oder dass man ein kostspieliges Netz öffentlicher Ladestationen braucht , erscheinen uns heute unkritisch. Das Elektroauto wird schneller Normalität werden, als wir dachten.“

Die Testergebnisse sind ein Meilenstein auf dem Weg zum ersten Elektroauto der Münchner Autobauer. Ab 2013 soll der Kleinwagen mit der vorläufigen Bezeichnung Megacity Vehicle in den Auto-häusern stehen. Die Testergebnisse fließen direkt in die Entwicklung des Wagens ein, von dem BMW-Chef Norbert Reit-hofer wenig bescheiden sagt: „Es wird die Automobilindustrie, wie wir sie heute -kennen, in erheblichem Maß verändern.“

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