BMW mit weniger Gewinn: Krügers holpriger Start

BMW mit weniger Gewinn: Krügers holpriger Start

, aktualisiert 04. August 2015, 08:56 Uhr
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Von dem neuen 7er erhofft sich BMW-Chef Krüger satte Gewinne.

Es war ein denkbar ungünstiges Quartal für Harald Krüger: Bei der Präsentation seiner ersten Zahlen musste der neue BMW-Chef einen Gewinnrückgang vermelden. Dauerbrenner China ist aber nicht Krügers einzige Baustelle.

Der neue BMW-Chef Harald Krüger ist mit einem Gewinnrückgang ins Amt gestartet. Das Konzernergebnis vor Steuern sank im zweiten Quartal um 2,7 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro, wie der Autobauer am Dienstag mitteilte. Analysten hatten indes mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

In der Kernsparte Automobile enttäuschte BMW die Erwartungen: Hier schrumpfte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 15,8 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro. Zu Buche schlug die Abkühlung im wichtigen Absatzmarkt China, der Ergebnisbeitrag von dort sank. Zudem verkauften die Münchner mehr kleine und kompakte Fahrzeuge, die weniger abwerfen.

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BMW 2014

  • Absatzentwicklung

    BMW verzeichnete 2014 den vierten Absatzrekord in Folge. Die Zahl der verkauften Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce legten binnen Jahresfrist um knapp acht Prozent auf 2,1 Millionen zu. Vor allem die Hauptmarke BMW war bei den Kunden im vergangenen Jahr beliebt. Der Absatz kletterte um 9,5 Prozent auf gut 1,8 Millionen – diese Zahl ist für den Vergleich mit Audi und Mercedes-Benz wichtig.

    Mini verbuchte indes einen leichten Rückgang auf gut 302.000 Stück. Die Motorradsparte verzeichnete mit 120.000 ausgelieferten Maschinen einen Zuwachs von sieben Prozent und ebenfalls einen neuen Spitzenwert. Der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Verkaufszahlen blieb überschaubar. Insgesamt habe BMW 17.800 Kunden vom elektrischen Antrieb überzeugen können.

  • Milliardeninvestition in Mexiko

    Der Beschluss fiel im Sommer 2014: Eine Milliarde US-Dollar fließen in das neue Werk im mexikanischen San Luis Potosí mit einer Jahreskapazität von 150.000 Autos. Zunächst sollen dort kleinere Modelle wie der 3er vom Band laufen, berichteten verschiedene Medien. Die Produktion soll spätestens 2017 beginnen. BMW spricht von 1500 Mitarbeitern bis 2019.

Weil der Umsatz, wegen höherer Verkaufszahlen und auch wegen Währungseffekten, kräftig anstieg, gab die Rendite in der Autosparte auf 8,4 Prozent nach – im Vorjahr waren es 11,7 Prozent. Damit lag BMW hinter den Konkurrenten Mercedes mit 10,7 Prozent und Audi mit 9,9 Prozent.

Mercedes stellt die Konkurrenz in den Schatten

Für 2015 bekräftigte der Konzern die Prognose, wonach die Ebit-Marge im Autogeschäft zwischen acht und zehn Prozent liegen soll. Beim Absatz der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ist nach wie vor ein solider Zuwachs angekündigt, nach bisherigen Angaben entspricht dies einem Plus zwischen fünf und 9,9 Prozent. Auch 2015 wolle der Konzern der führende Premium-Hersteller bleiben, hieß es weiter.

BMW legt Zahlen vor Backpfeife aus China

Die schwindende Kauflaune der Chinesen wird sich in den BMW-Quartalszahlen niederschlagen. Kooperationspartner Brilliance hat bereits eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Anlass zur Sorge für BMW-Chef Krüger?

BMW-Chef Krüger neben einem Siebener: Noch geht die Karbon-Strategie der Münchner nicht auf. Quelle: AP

Rivale Mercedes stellte zuletzt die Konkurrenz in den Schatten, auch dank besserer Geschäfte in China. Audi dampfte wegen der Schwäche in der Volksrepublik dagegen die Absatzprognose ein. Bei BMW waren die Verkaufszahlen in China im Frühsommer erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt gesunken. Vor allem Rolls-Royce leidet darunter, dass die Chinesen weniger Luxusautos kaufen. Auch in Russland, wo früher teure Fahrzeuge gefragt waren, sieht BMW Risiken.

Weil die Automärkte hart umkämpft seien und die Kosten für neue Technologien wie etwa die Elektromobilität hoch blieben, rechnen die Münchner mit weniger Dynamik bei der Ergebnisentwicklung. Für das Gesamtjahr bekräftigte Finanzchef Friedrich Eichiner aber die Prognose: "Wir streben 2015 bei den Auslieferungen und dem Konzernergebnis vor Steuern weiterhin solide Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an."

Im zweiten Quartal sank der Gewinn vor Steuern um 2,7 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro. Dies war der erste Rückgang seit Anfang 2013; allerdings war das zweite Quartal des Vorjahres besonders stark ausgefallen. Unterm Strich gab der Konzerngewinn leicht auf 1,75 Milliarden Euro nach. BMW-Chef Krüger verwies auf die Zahlen fürs erste Halbjahr, in dem der Konzern Bestwerte bei Gewinn, Umsatz und Absatz einfuhr, und sagte: "Wir halten unseren Kurs."

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